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Das Bruttoinlandprodukt im 2. Quartal 2007

Bern, 04.09.2007 - Anhaltend robuste Expansion der Schweizer Wirtschaft dank höherer Konsumausgaben und Ausrüstungsinvestitionen sowie starkem Aussenbeitrag. Die Expansion der Schweizer Wirtschaft hat sich im 2. Quartal 2007 fortgesetzt, ohne an Dynamik einzubüssen. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz nahm im Vergleich zum Vorquartal um 0,7% zu*. Verwendungsseitig wurde das Wachstum vor allem durch eine starke Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen und eine weitere Expansion des privaten Konsums getragen. Auch die Netto-Exporte leisteten einen positiven Beitrag. Produktionsseitig war die Expansion der Wertschöpfung in mehreren Bereichen dynamisch. Verglichen mit dem 2. Quartal des Vorjahres resultierte ein BIP-Wachstum von 2,8%**.

Die Ausgaben der privaten Haushalte verlangsamten ihr Wachstumstempo im 2. Quartal und nahmen gegenüber dem Vorquartal um 0,5% zu. Ein Zuwachs konnte bei den Ausgaben in fast allen Rubriken verzeichnet werden, in den Gruppen Gesundheit, Möbel, Nachrichtenübermittlung und Finanz- und Versicherungsdienstleistungen fiel er besonders deutlich aus. Die Konsumausgaben des Staates nahmen um 0,1% ab.

Die Gesamtinvestitionen expandierten deutlich (+2,6%). Die schon im letzten Jahr begonnene gegenläufige Entwicklung der Bau- und Ausrüstungsinvestitionen hat sich im 2. Quartal 2007 verstärkt: während die Ausrüstungsinvestitionen stark zunahmen (+7,6%), haben sich die Bauinvestitionen weiter verringert (-3,7%).

Nach einer Periode kräftiger Zuwächse hat sich die Wachstumsdynamik der Exporte von Waren und Dienstleistungen (+0,5%) etwas verlangsamt. Diese Verlangsamung der Expansion war jedoch nur bei den Warenausfuhren festzustellen (-0,5% inkl. Wertsachen, 0,9% ohne Wertsachen). Die Exporte von Dienstleistungen hingegen beschleunigten ihr Wachstum und legten mit 3,1% gegenüber dem Vorquartal stark zu. Die Importe von Waren und Dienstleistungen verzeichneten einen Zuwachs um 0,9%, nach einem Rückgang im vorangegangenen Quartal. Ebenfalls um 0,9% wuchsen sowohl die Waren- als auch die Diensteistungsimporte.

Produktionsseitig konnte die Wertschöpfung im durch die Industrie dominierten Sektor, im Bereich Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrichtendienste sowie im durch Finanzmarktdienste dominierten Sektor je um 1,2% gesteigert werden. Hingegen hat die Wertschöpfung im Baugewerbe um 1,5% abgenommen. Ein Rückgang wurde auch für die Wertschöpfung des durch öffentliche Dienstleistungen geprägten Bereichs (-0,2%) sowie in der Landwirtschaft (-0,9%) registriert.

Der Deflator des Bruttoinlandproduktes stieg im 2. Quartal 2007 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 1,0%. Der Konsumdeflator legte um 0,8% zu und die Preise für Ausrüstungsgüter stiegen um moderate 0,6%. Die Baupreise legten demgegenüber erneut deutlich zu (+4,5%). Im Aussenhandel stiegen die Preise exportierter Güter und Dienstleistungen um 2,8% und diejenigen der Importe nahmen gar um 6,2% zu.

* Ohne gegenteilige Anmerkung werden die hier aufgeführten Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal  (ohne Hochrechnung auf Jahresbasis) aus saison- und preisbereinigten Reihen berechnet. «Real» steht dabei als Abkürzung für die Formulierung «zu Preisen des Vorjahres, verkettete Werte, Referenzjahr 2000».

** Am 31. August 2007 hat das Bundesamt für Statistik (BfS) neue Jahresreihen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bis 2006 veröffentlicht. Diese Publikation beinhaltet unter anderem eine Revision der unterstellten Bankdienstleistungen (FISIM «Financial Intermediation Services Indirectly Measured»). Die FISIM wurden dabei aufgrund einer anderen Datenbasis ermittelt und zusätzlich auf die volkswirtschaftlichen Sektoren und Branchen aufgeteilt. Eine technische Notiz im Anhang fasst die Hauptaspekte der diesjährigen Revision und die Auswirkungen auf die BIP-Quartalszahlen zusammen. Zwei Publikationen des BFS liefern mehr Informationen über die Revision der FISIM (Finanzdienstleistungen, eine neue Methode zur Messung der indirekt gemessenen Finanzdienstleistungen) und der anderen wichtigen Aspekte der VGR-Revision 2007 (Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, wichtigste Änderungen).

Adresse für Rückfragen:

Aymo Brunetti, SECO, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik, Tel. +41 (31) 322 21 40
Bruno Parnisari, SECO, Leiter des Ressorts Konjunktur, Direktion für Wirtschaftspolitik,
Tel. +41 (31) 323 16 81

Herausgeber:

Staatssekretariat für Wirtschaft
Internet: http://www.seco.admin.ch


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