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Negativer eingestellte Konsumenten

Bern, 08.08.2012 - Die vom Staatssekretariat für Wirtschaft in Auftrag gegebene Umfrage zur Konsumentenstimmung hat sich zwischen April und Juli leicht eingetrübt. Der berechnete Index* erreichte im Juli 2012 einen Wert von -17 Punkten (nach -8 im April). Pessimistischere Erwartungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung sowie höhere erwartete Arbeitslosenzahlen liegen diesem Rückgang der Stimmung zugrunde.

Zwei der vier Subindizes, die in die Berechnung des Konsumentenstimmungsindex** einfliessen, haben sich zwischen April und Juli 2012 signifikant verschlechtert. Dies trifft auf die Einschätzung zur Entwicklung der Wirtschaftslage in den kommenden 12 Monaten zu (-20 Punkte im Juli, nach -2  im April) sowie für die Einschätzungen zur Entwicklung der Arbeitsosigkeit (+62 Punkte im Juli nach +49 im April). Demgegenüber verharrte im Juli die Beurteilung zur Entwicklung der persönlichen finanziellen Lage in den kommenden 12 Monate im Bereich der erhobenen Aprilwerte (-3 Punkte im Juli, nach +0 im April). Das gleiche gilt für die Beurteilung der Konsumenten bezüglich ihrer zukünftigen Sparmöglichkeiten (+15 Punkte im Juli nach +20 im April).

Die restlichen Subindizes der Umfrage, welche nicht in die Berechnung des Gesamtindex einfliessen, haben sich gegenüber April zum Teil signifikant verschlechtert. Negativer beurteilt wurde insbesondere die allgemeine Wirtschaftslage der letzten zwölf Monate (-24 Punkte im Juli gegenüber -18 im April). Schlechter beurteilten die Konsumenten  auch die Sicherheit der Arbeitsplätze (-72 Punkte im Juli nach -64 im April). Hingegen veränderte sich die Einstellung bezüglich des Zeitpunkts für grössere Anschaffungen (-2 Punkte gegenüber +1 im April), die Beurteilung der aktuellen Sparmöglichkeiten der Haushalte (+40 Punkte nach +41 im April) und die Beurteilung der vergangenen persönlichen finanziellen Lage (-12 Punkte im Juli nach -9 im April) kaum.

Die vergangene Preisentwicklung der letzten 12 Monatewurde tiefer als im April eingeschätzt (+22 Punkte im Juli nach +32 im April). Die Haushalte gehen von einer ähnlichen Preisentwicklung in den kommenden 12 Monaten aus wie im April (+32 Punkte im Juli nach +34 im April). Die Teuerungserwartungen der Haushalte und die Beurteilung der vergangenen Preisentwicklung liegen seit Anfang 2009im historisch Vergleich auf sehr tiefem Niveau.

Der alte Konsumentenstimmungsindex, wie er vor Oktober 2009 berechnet wurde, hat sich zwischen Juli und April ebenfalls leicht verschlechtert (-13 Punkte im Juli gegenüber -9 im April).


Anpassung des Erhebungsdesigns
Die Befragung der Konsumentenstimmung wird seit April 2012 mit einer Anpassung des Erhebungsdesigns durchgeführt. Ziel der Anpassung war es, eine noch bessere Repräsentativität der Schweizer Bevölkerung in der Stichprobe zu gewährleisten. Vier Anpassungen sollen zu einer verbesserten Abbildung der Grundgesamtheit beitragen:

  • Während bisher nur die Deutsch- und Westschweiz abgedeckt wurden, wird neu auch das Tessin in die Befragung einbezogen.
  • Die Anzahl Interviews wurde von 1‘100 auf ca. 1‘200 erhöht.
  • Neu erfolgt die Stichprobenziehung im Stichprobenrahmen für Personen- und Haushaltserhebung (SRPH)*** des Bundesamts für Statistik (BFS).
  • Personen, von denen keine Festnetz-Telefonnummer bekannt ist, haben die Möglichkeit, online oder über eine Gratisnummer die Fragen zu beantworten.

Des Weiteren fand ein Wechsel des Instituts statt, welches die Befragungen durchführt**** und die Befragungswelle wurde von 2 Wochen auf 3 Wochen verlängert.

Trotz Änderungen im Erhebungsdesign und der Revision des Stichprobenumfangs ist die Interpretation des Konsumentenstimmungsindexes nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Zu Kontrollzwecken wurden für die Umfragen von April und Juli 2012 doppelte Erhebungen nach alter und neuer Erhebungsmethode durchgeführt.

Keine signifikante Unterschiede wurden während dieser Testphase festgesellt. Die weitere Durchführung der Umfrage mit dem neuen Erhebungsdesigns schränkt demzufolge die Kontinuität und die zeitliche Vergleichbarkeit der Ergebnisse nicht ein.

* In den Monaten Januar, April, Juli, Oktober werden im Auftrag des SECO ca. 1‘200 Haushalte nach ihrer subjektiven Einschätzung der Wirtschaftslage, ihrer persönlichen finanziellen Lage, der Preisentwicklung, der Sicherheit der Arbeitsplätze usw. befragt.

**Seit der Publikation der Umfrageergebnisse vom Oktober 2009 werden zwei zusätzliche Fragen veröffentlicht. Es sind dies zum einen die Frage nach den Erwartungen bezüglich der Entwicklung der Arbeitslosigkeit und zum anderen die Frage nach der Wahrscheinlichkeit sparen zu können. Mit Hilfe dieser neuen Fragen wird der neue offizielle, EU-kompatible Index der Konsumentenstimmung berechnet. Die drei neuen Quartalsreihen beginnen ab April 2007 (siehe technische Notiz „Erweiterung der Umfrage“ vom 4.11.2009 unter: http://www.seco.admin.ch/themen/00374/00453/index.html?lang=de).

***Für weiter Informationen: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/00/08.html

****Neu führt das Marktforschungsinstitut DemoScope (http://www.demoscope.ch/) im Auftrag des SECO die Befragungen durch.

Adresse für Rückfragen:

Bruno Parnisari, SECO, Tel. +41 31 323 16 81
Christoph Sax, SECO, Tel. +41 31 322 21 26

Herausgeber:

Staatssekretariat für Wirtschaft
Internet: http://www.seco.admin.ch


http://www.seco.admin.ch/aktuell/00277/01164/01980/index.html?lang=de