Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

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Stress

Stress entsteht wenn die qualitativen und quantitativen Anforderungen, die an eine Person gestellt werden, höher sind als die Fähigkeiten, diese zu bewältigen bzw. zu kontrollieren. Stress ist ein Zustand, der durch hohe Aktivierungs- und Belastungsniveaus gekennzeichnet ist und mit dem Gefühl verbunden ist, man könne die Situation nicht bewältigen. Eine vorübergehende hohe Anforderung bedeutet selten eine grosse Gefahr für die Gesundheit aber andauernder Stress kann lebensgefährlich werden. Betriebe, die Leistung und Gesundheit verbinden, fahren längerfristig am besten.

Weitere Infomationen zum Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und Gesundheit finden Sie in der Wegleitung der Verordnung 3 (ArGV 3), Anhang zu Art. 2
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Anhang zu Art. 2 ArGV 3: Grundsatz
Letzte Änderung: 25.04.2013 | Grösse: 74 kb | Typ: PDF


Stress-Studien

Das SECO wollte es genauer wissen: Ist Stress eher eine Modeerscheinung, über die alle sprechen - und womöglich noch auf ihren eigenen Stress stolz sind - oder ist er, wie zu vermuten ist, ein ernsthaftes Problem unserer heutigen Arbeitswelt? Zur Klärung dieser Frage wurde die Verbreitung von Stress bei Schweizer Erwerbstätigen im Abstand von 10 Jahren zweimal erhoben.

Im Jahr 2000 (Ramaciotti & Perriard, f: 2000, d:2003) gaben 26.6 % der befragten Erwerbstätigen an, häufig oder sehr häufig Stress am Arbeitsplatz zu erleben. Die jährlich entstehenden Kosten von Stress an schweizerischen Arbeitsplätzen wurden auf mindestens 4 Milliarden Franken geschätzt.

Die Studie von 2010 (Grebner et al. 2011) stellt fest, dass der Anteil der Personen, die «häufig» und «sehr häufig» Stress empfinden, auf 34.4% gestiegen ist. Im Vergleich zum Jahr 2000 sind damit rund 30 % mehr Erwerbstätige chronisch d.h. länger andauernd gestresst. Das Erleben von Stress hängt vor allem mit Zeitdruck, unklaren Anweisungen, sozialer Diskriminierung und dem Erledigen von Arbeitsaufgaben in der Freizeit zusammen. Lange Arbeitstage und emotionale Anforderungen sind weitere wichtige Belastungsfaktoren. Ein gutes Führungsverhalten des direkten Vorgesetzten wirkt sich dagegen günstig auf die Arbeitszufriedenheit und das Stressempfinden aus.

Beide Studien sind als Kurzfassung und als Gesamtbericht verfügbar.

Was tun?

Die SECO-Studien zeigen Handlungsbedarf auf.

Zunächst ist wichtig, sich ein Bild von der Belastungssituation im Betrieb zu machen (Stresserhebung). Die Studie von 2010 zeigt häufig vorkommende Belastungsfaktoren auf. Sie gibt so nützliche Anhaltspunkte für die Überprüfung im eigenen Betrieb.

Der Aufbau von Ressourcen ist ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt. In der Studie 2010 hat sich ein günstiges Führungsverhalten als wichtiger Entlastungsfaktor gezeigt, welcher im allgemeinen geprägt ist von einem respektvollen und unterstützenden Umgang mit den Mitarbeitenden und Kompetenz beim Planen und Organisieren der Arbeit sowie beim Lösen von Konflikten. Zudem werden Mitarbeitende ermutigt, an wichtigen Entscheidungen mitzuwirken. Weitere wichtige Ressourcen sind die zeitliche Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, eine zu bester Leistung motivierende Organisation sowie Handlungs- und Zeitspielräume.

Wollen Sie mehr über den Abbau von Stress wissen, so ist die Antwort: die Website stressnostress

Das SECO hat zusammen mit Stress-Fachleuten aus dem Universitäts- und Präventionsbereich zunächst das Interesse von Arbeitgebern und Mitarbeitenden an einer Internetplattform mit Informationen und Hilfsmitteln zum Thema Stress erkundet und aufgrund des positiven Echos die Website www.stressnostress.ch realisiert.
Die Website www.stressnostress.ch richtet sich an Mitarbeitende, Führungsverantwortliche und Personalfachleute. Mit Hilfe des Programms können Sie
  • krank machenden Stress von gesunden Herausforderungen unterscheiden
  • Stresssignale rechtzeitig erkennen
  • eine persönliche Standortbestimmung vornehmen durch das Ausfüllen der Checkliste, auf  die Sie gleich online ein individuelle Rückmeldung erhalten
  • Stressursachen identifizieren
  • Massnahmen zur Prävention und zum Abbau von Stress planen
  • Berater- und Beraterinnen in Ihrer Region finden
Eine wissenschaftliche Begleitung sichert den Einbezug neuer Erkenntnisse aus der Stressforschung und wertet die anonym eingesendeten Checklisten aus.

Ergebnisse zu den ausgefüllten Checklisten der Internet-Plattform «www.stressnostress.ch»

Jede 3. Person, die den Online-Fragebogen ausgefüllt hat, gibt an, stark bis sehr stark von Stress betroffen zu sein. Ungefähr die Hälfte aller Antwortenden äussert, teilweise von krankmachendem Stress betroffen zu sein.
 
Stress-Signale:
Die häufigsten Stress-Signale sind bei den psychosomatischen und emotionalen Auswirkungen von Stress zu finden.
  • Bei den psychosomatischen Folgen von Stress werden am meisten eine allgemeine Müdigkeit und Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen genannt.
  • Die bedeutsamsten emotionalen Folgen sind eine gereizte Stimmung sowie Schwierigkeiten, nach der Arbeit abschalten zu können.
Eine allgemeine Müdigkeit sowie die bei den emotionalen Folgen berichteten Irritationsgefühle können mit eingeschränkter Erholung einhergehen, welche sich längerfristig in schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen manifestieren können.
 
Was sind die Ursachen von Stress?
Zu den am häufigsten genannten Ursachen von Stress in der Arbeit gehören
  • Unterbrechungen der Tätigkeit
  • ungelöste Spannungen und Konflikte
  • eine erdrückende Arbeitsmenge
  • mangelndes echtes Feedback (fehlende Anerkennung und mangelnde konstruktive Kritik)
Die Resultate bestätigen damit allgemeine Forschungsbefunde zu Belastungen und Stress in der Arbeit.
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