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Internationale Investitionen sind für die Schweiz, wie auch für die meisten anderen Volkswirtschaften, ein zentraler Faktor für Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Die Schweiz hat nicht nur eine Tradition als Ausfuhrland für Industriegüter und Dienstleistungen. Seit langem exportieren hier ansässige Unternehmen auch bedeutende Kapitalien, insbesondere in Form von sog. Direktinvestitionen. Gleichzeitig bietet sich die Schweiz mit Erfolg als Standort für Kapitalanlagen aus dem Ausland an.
OECD
Als plurilaterale Investitionsregeln sind für die Schweiz aber auch die im Rahmen der OECD vereinbarten Regelungen bezüglich der Liberalisierung von Investitionen wichtig. Gegenüber den anderen OECD-Staaten verpflichtet sich die Schweiz zur Nicht-Diskriminierung von ausländischen Investitionen in allen Sektoren seiner Volkswirtschaft. Umgekehrt kommen Schweizer Investoren in den anderen OECD-Mitgliedstaaten in den Genuss der Nicht-Diskriminierungsverpflichtung. Die OECD-Kodizes zur Liberalisierung des Kapitalverkehrs und der laufenden unsichtbaren Transaktionen lassen gewisse Ausnahmen zu, welche aber ausgewiesen werden müssen. Der Versuch, ein umfassendes multilaterales Investitionsabkommen (Multilateral Agreement on Investment, MAI) abzuschliessen, das die Liberalisierung und den Schutz von internationalen Investitionen sowie rechtlich verbindliche Streitschlichtungsmechanismen enthalten hätte, scheiterte 1998 nach mehrjährigen Verhandlungen.
Sektorspezifische plurilaterale Investitionsregeln
Sektorspezifische plurilaterale Investitionsregeln gelten für die Schweiz im Energiebereich im Rahmen des Energiechartavertrages. Er gewährt Investitionsschutz vor nichtkommerziellen Risiken für getätigte Investitionen und enthält einen Investor-Staat Streitschlichtungsmechanismus. Nicht zustande gekommen ist ein ursprünglich vorgesehener Zusatzvertrag über die Liberalisierung von Investitionen im Bereich Energie. Der Energiechartavertrag ist der erste multilaterale Investitionsvertrag mit Streitschlichtungsmechanismen überhaupt. Vertragsparteien sind nebst der Schweiz sämtliche EU- Staaten, alle übrigen Länder des Balkans, die Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten GUS (mit Ausnahme Russlands) sowie Japan.
Investitionsschutzabkommen ISA
Mangels eines globalen Investionsschutzregimes verhandelt die Schweiz auf bilateralem Weg völkerrechtliche Investitionsschutzregeln und zwar in der Form von bilateralen Investitionsschutzabkommen. Weltweit gibt es über 2'500 solcher Abkommen, was die Rechtslage zum Teil unübersichtlich macht und das Interesse an einer multilateralen Lösung erklärt. Weitere Informationen über ISA anderer Staaten finden sich auf der Webseite der UNCTAD. Im Rahmen der EFTA verhandelt die Schweiz auch Freihandelsabkommen, welche teilweise über Investitionsregeln verfügen.
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