3. Schweizer Forum «Wirtschaft und Menschenrechte»
Beteiligen Sie sich am Dialog und an den Überlegungen zu Herausforderungen und guten Praktiken in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte durch Unternehmen!
2. November 2026 · Kursaal, Kornhausstrasse 3, 3013 Bern
Organisiert vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
Unternehmerische Nachhaltigkeit hat sich als Innovationsmotor und als echter Wettbewerbsvorteil etabliert. Unternehmen, die diesen Weg einschlagen, stärken ihre Resilienz, erschliessen neue Marktchancen und festigen ihre Position in einem zunehmend wettbewerbsintensiven globalen Umfeld.
Das Schweizer Forum «Wirtschaft und Menschenrechte» ist der privilegierte Ort für Austausch und Dialog zwischen Bund, Privatsektor, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Aufbauend auf dem Erfolg der vergangenen Ausgaben beleuchtet das Forum 2026 aktuelle Themen: künstliche Intelligenz und neue Technologien, den Finanzsektor, den gerechten Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft («Just transition») und die Rolle der Verwaltungsräte.
Das Jahr 2026 hat zudem eine besondere Bedeutung: Es markiert den 50. Jahrestag der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen zu verantwortungsvollem unternehmerischem Verhalten sowie den 15. Jahrestag der UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte – zwei unverzichtbare globale Referenzen für jedes Unternehmen, das sich zur Nachhaltigkeit bekennt.
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung findet auf Deutsch, Französisch und Englisch mit Simultanübersetzung statt. Die Workshops werden in der in ihrer Beschreibung angegebenen Sprache durchgeführt, ohne Übersetzung.
Helene Budliger Artieda | Staatssekretärin und Direktorin | Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
9:45 Keynote
Antje Kanngiesser | CEO | Alpiq
10:05 Plenum 1: Künstliche Intelligenz und verantwortungsvolle Unternehmensführung
Künstliche Intelligenz eröffnet Chancen und schafft zugleich neue, sich rasch wandelnde Menschenrechtsrisiken. Die Plenarsitzung zeigt, wie sich die UNO-Leitprinzipien und die OECD-Leitsätze konkret auf KI-Systeme, -Produkte und -Dienstleistungen anwenden lassen und wie Unternehmen die Sorgfaltsprüfung entlang des gesamten Lebenszyklus verankern können. Ebenso zur Sprache kommen die Aufsichtsverantwortung der Verwaltungsräte und die Rolle der Investorinnen und Investoren als Hebel für verantwortungsvolle Praktiken.
Mit Stimmen aus der UNO, aus global tätigen und aus Schweizer Technologieunternehmen sowie aus der Zivilgesellschaft.
Moderation: Prof. Dr. Isabelle Wildhaber | Professorin für Privat- und Wirtschaftsrecht unter besonderer Berücksichtigung des Arbeitsrechts | Universität St. Gallen
Rednerinnen und Redner:
Eamonn Maguire | Director of Engineering, AI & ML | Proton
TBC | UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte | B-Tech Project
Die UNO-Leitprinzipien und die OECD-Leitsätze verlangen von Unternehmen, Beschwerdemechanismen einzurichten oder sich daran zu beteiligen, um negative Auswirkungen frühzeitig zu erkennen und zu beheben. In der Praxis sind diese Mechanismen jedoch oft nur darauf ausgelegt, eine formale Anforderung zu erfüllen. Der Workshop untersucht, was einen Mechanismus wirklich nutzbar macht: Vertrauensbedingungen, Zugänglichkeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weit unten in der Wertschöpfungskette, Sicherheit für Hinweisgebende sowie die Verknüpfung zwischen unternehmensinternen Mechanismen und dem Nationalen Kontaktpunkt (NKP).
Mit Beiträgen von: Alexandra Zimmermann und Remo Messerli, Universität Zürich | Dorothée Baumann-Pauly, Geneva Centre for Business and Human Rights | Schweizerischer Nationaler Kontaktpunkt (NKP) | Sandra Middel, Axpo | Sarah Costanzo, Deutscher Nationaler Kontaktpunkt; Moderation: Antonio Hautle, UN Global Compact Network Schweiz & Liechtenstein
Zielgruppe: Unternehmen, die bereits ein Beschwerdeverfahren eingerichtet haben, solche, die dies planen, und solche, die sich fragen, ob es sinnvoll ist
Der Workshop untersucht, was sich durch eine geschlechtersensible und intersektionale Herangehensweise konkret ändert und wo sie in der Praxis noch zu kurz kommt. Eine «neutrale» Sorgfaltsprüfung birgt die Gefahr, dass spezifische Beeinträchtigungen unsichtbar bleiben: sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Ausschluss von Konsultationen, unverhältnismässige Umweltauswirkungen.
Mit Beiträgen von: Podiumsteilnehmende aus Unternehmen, Zivilgesellschaft, internationalen Organisationen und Wissenschaft – wird noch bestätigt; Moderation: Agnieszka Kroskowska, Helvetas
Zielgruppe: Verantwortliche für Nachhaltigkeit, CSR und ESG, Personalwesen sowie Diversity & Inclusion; Mitglieder der Geschäftsleitung oder des Verwaltungsrats; NGO und Gewerkschaften, die sich mit Genderfragen befassen; Forschende; Akteure aus Finanzbranche und Beratung.
Anhand eines konkreten Szenarios identifizieren die Teilnehmenden die Risiken, die im Tagesgeschäft eines KMU auftreten können, die verfügbaren Handlungsspielräume sowie die Rolle der verschiedenen Unternehmensfunktionen. Der Workshop befasst sich zudem mit den wirtschaftlichen Argumenten, die hilfreich sind, um das Thema intern zu vermitteln, und schliesst mit konkreten ersten Schritten, Instrumenten und Ressourcen ab.
Mit Beiträgen von: UN Global Compact Network Schweiz & Liechtenstein | focusright | KMU (TBC)
Zielgruppe: Mittelgrosse bis grosse KMU (200 bis 1000 Mitarbeitende), die in internationale Wertschöpfungsketten eingebunden sind. Zielfunktionen: Geschäftsleitung, Finanzen, Einkauf, Nachhaltigkeit, Qualität, Personalwesen, Rechtsabteilung und Compliance.
Der Workshop präsentiert konkrete Beispiele für die Einbeziehung der Menschenrechte in Klimastrategien – Schutz der Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rahmen der Dekarbonisierung, Garantien für Gemeinschaften, die vom Abbau der für eine klimaneutrale Wirtschaft notwendigen Mineralien betroffen sind – und eröffnet den Austausch über neue Ansätze und aufkommende Herausforderungen.
Mit Beiträgen von: Julia Batho, Institute for Human Rights and Business (IHRB) | Yara Kayyali El-Alem, Mercuria | Christian Petit, Ethos Services SA Moderation: Laura Curtze und Johanna Tensi, LRQA
Zielgruppe: Unternehmen mit einem Klimaplan oder mit Zielen zur Energiewende; Interessengruppen, die sich mit den Herausforderungen einer gerechten Energiewende befassen.
12:45 Mittagessen und Networking
14:00 Parallele Workshops 2
Der Workshop beleuchtet die zentralen Menschenrechtsrisiken für Menschen im und rund um den Sport und fragt, wie sich diese Risiken durch Sorgfaltsprüfung und verantwortungsvolle Governance früher erkennen und verhindern lassen. Er untersucht zudem, wie die Vorreiterrolle der Schweiz – insbesondere die Gründung des Centre for Sport and Human Rights – in konkrete und messbare Massnahmen im gesamten Sportökosystem umgesetzt werden kann.
Mit Beiträgen von: Centre for Sport and Human Rights I Podiumsdiskussion mit Partnerunternehmen aus dem Sportbereich, Sportorganisationen und Vertreter/innen der Zivilgesellschaft – noch zu bestätigen.
Zielgruppe: Schweizer Unternehmen und Geschäftspartner aus dem Sportbereich (Sponsoren, Ausrüster, Uhrenindustrie, Versicherungen, Finanzwesen, Logistik); Sportorganisationen und Veranstalter; internationale Organisationen; Zivilgesellschaft und Gewerkschaften; kantonale und kommunale Behörden.
Der Workshop versteht sich in erster Linie als Ort des Austauschs: Nach kurzen Beiträgen arbeiten die Teilnehmenden in getrennten Gruppen – Finanzakteure auf der einen Seite, Unternehmen und andere Interessengruppen auf der anderen –, bevor sie ihre Perspektiven miteinander vergleichen. Wo gehen die Meinungen auseinander? Wo gibt es noch ungenutztes Potenzial?
Mit Beiträgen von: Christian Leitz,UBS | Katja Brunner, Swiss Sustainable Finance (SSF) | weitere Referentinnen und Referenten (Finanzinstitut) werden noch bestätigt. Moderation: Laura Curtze und Alexandra Sauer, LRQA
Zielgruppe: Finanzdienstleister; Unternehmenskunden aller Branchen; interessierte Stakeholder.
Der Workshop schafft ein Bewusstsein für Entscheidungskriterien – inwieweit rechtfertigt das Risiko einen Verbleib, gibt es nicht verhandelbare «rote Linien», wer entscheidet und auf welcher Grundlage – und zeigt auf, wie eine verstärkte Sorgfaltsprüfung fundiertere Entscheidungen unterstützen kann.
Moderation: Ron Popper Mit Beiträgen von: Expertenrunde – wird noch bestätigt
Zielgruppe: Unternehmen, KMU und Start-ups, die in Konfliktgebieten tätig sind; NGOs und Partnerorganisationen.
Der Workshop stellt einen Zusammenhang zwischen Arbeitsmigration, Ausbeutung und Menschenhandel her und liefert konkrete Anhaltspunkte für Massnahmen am Anfang der Lieferkette: Warnsignale, die bei Lieferanten und Subunternehmen erkennbar sind, selbst wenn die Transparenz durch mehrere Stufen der Untervergabe eingeschränkt ist; Risikofaktoren, die bei Audits oder Standortbesichtigungen zu erkennen sind; Sorgfaltsprüfung bei Personalvermittlungsagenturen und Arbeitsvermittlern; tatsächlich zugängliche Meldekanäle für Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die mit Sprachbarrieren, prekärem Status oder der Angst vor Vergeltungsmassnahmen konfrontiert sind.
Mit Beiträgen von: SECO | IOM | Auret van Heerden | Unia | einem Unternehmen aus einem Risikobereich – Referentinnen und Referenten werden noch bestätigt
Zielgruppe: Unternehmen jeder Grösse, mit Schwerpunkt auf Risikobereichen wie der Logistik; KMU; NGO und Gewerkschaften; internationale Organisationen und Behörden.
15:15 Kaffeepause und Networking
15:35 Keynote: UNO und OECD im Dialog
Pichamon Yeophantong | UNO-Arbeitsgruppe für Wirtschaft und Menschenrechte
TBC | OECD-Zentrum für verantwortungsvolle Unternehmensführung
15:55 Plenum 2: OECD-Leitsätze und UNO-Leitprinzipien: welche Perspektiven für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung?
Zwei Jubiläen, eine Frage: Was erwarten diese Rahmenwerke heute konkret von Unternehmen? Die Abschlusssitzung zieht Bilanz – was die Revision der OECD-Leitsätze von 2023 und fünfzehn Jahre UNO-Leitprinzipien verändert haben, wo in globalen Wertschöpfungsketten Lücken in der Rechenschaftspflicht bleiben und worin sich die Herausforderungen für KMU und Grossunternehmen unterscheiden. Zur Sprache kommen zudem die Rolle des Nationalen Aktionsplans (NAP) und des Nationalen Kontaktpunkts (NKP), die Wirkung der europäischen Regulierung sowie das Gleichgewicht zwischen freiwilligen und verbindlichen Massnahmen.
Mit Stimmen aus Wissenschaft, Unternehmen und Gewerkschaften.
Moderation: Eva Schöfer | Senior Manager Human Rights | KPMG
Rednerinnen und Redner:
Prof. Dr. iur. Christine Kaufmann | Lehrstuhl für Staats-, Völker- und Europarecht | Universität Zürich
Adrian Wüthrich | Präsident | Travail.Suisse
Jacqueline Montandon-la-Longe Moser | Geschäftsführerin | Presto Café Services AG
TBC | Mitglied eines Verwaltungsrats
16:45 Schlussrede
Alexandre Fasel | Staatssekretär | Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA