Zum Hauptinhalt springen

Projekt: Volkswirtschaftliche Kosten durch Chemikalien-Exposition am Arbeitsplatz ermitteln

Die Exposition gegenüber gefährlichen Chemikalien am Arbeitsplatz kann erhebliche gesundheitliche Folgen für Beschäftigte haben und diese verursachen beträchtliche volkswirtschaftliche Kosten. Das SECO hat eine Studie in Auftrag gegeben, diese Kosten für die Schweiz erstmals umfassend zu erfassen.

Hintergrund

Chemikalien sind unverzichtbar für Innovationen und Fortschritt in Wirtschaft und Alltag. Gleichzeitig müssen potenzielle Risiken für Gesundheit und Umwelt sorgfältig abgewogen werden – ein Trade-off zwischen Nutzen und möglichen Nachteilen, der eine umsichtige Risikobewertung erfordert. Arbeitsbedingte Unfälle und Krankheiten verursachen nicht nur menschliches Leid, sondern führen auch zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen für die Gesellschaft in Form von Gesundheitskosten und Produktionsverlusten. Während für andere europäische Länder bereits Kostenschätzungen vorliegen, war das Ausmass der durch Chemikalienexposition am Arbeitsplatz entstehenden Kosten in der Schweiz bisher weitgehend unbekannt.

Laufende Forschungsarbeiten

Das SECO hat die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) beauftragt, die volkswirtschaftlichen Kosten arbeitsbedingter Gesundheitsprobleme in der Schweiz zu untersuchen. Die Studie umfasst verschiedene Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz – darunter physische Belastungen (Lärm, Vibrationen), psychosoziale Faktoren (Stress, Arbeitsorganisation) sowie die Exposition gegenüber gefährlichen Chemikalien.

Die fehlenden Schweizer Daten zur Chemikalien-Exposition machen eine eigenständige methodische Entwicklung notwendig. In einer Machbarkeitsstudie wird zunächst evaluiert, welche Bewertungsansätze mit den vorhandenen Daten für den Schweizer Kontext geeignet und umsetzbar sind.

Als Ergänzung zu den UVG-Meldungen hat das SECO gemeinsam mit Tox Info Suisse eine Analyse der Vergiftungsmeldungen durchgeführt. Diese gibt einen zusätzlichen Einblick in arbeitsbedingte Chemikalienunfälle. Die Ergebnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt hier publiziert.

Ziele der Studie

Die Ergebnisse sollen eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen in der Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsprobleme schaffen. Die Ergebnisse richten sich an folgende Zielgruppen:

  • Bund und Kantone
  • Akteure der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes
  • Politik und Öffentlichkeit

Effektive Präventionsmassnahmen reduzieren kurzfristig Gesundheitskosten und Produktionsausfälle, während sie langfristig zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit und Produktivität der Erwerbsbevölkerung beitragen und somit einen bedeutenden volkswirtschaftlichen Mehrwert schaffen. Ein Bericht ist für ca. 2028 vorgesehen.

Kontakt

Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Direktion für Arbeit
Arbeitsbedingungen
Holzikofenweg 36
CH - 3003 Bern