Welthandelsorganisation (WTO)
Die WTO setzt sich für einen offenen, fairen und regelbasierten Welthandel ein. Sie bietet ein Forum für Verhandlungen, überwacht die Einhaltung von Handelsregeln und löst Streitigkeiten zwischen Mitgliedern. Besondere Rücksicht gilt Entwicklungsländern.

Ziele und Aufgaben
Die WTO (in Englisch) verfolgt das Ziel, den Welthandel offener, transparenter und gerechter zu gestalten. Sie sorgt dafür, dass ihre Mitglieder gemeinsame Regeln einhalten und ihre Handelspolitik regelmässig offenlegen. Ein zentrales Anliegen ist die fortlaufende Liberalisierung des Handels – etwa durch den Abbau von Zöllen und anderen Hindernissen sowie die Vereinfachung von Zollverfahren. Dies soll die Wettbewerbsfähigkeit stärken und wirtschaftliches Wachstum fördern. Die besonderen Interessen von Entwicklungsländern werden dabei besonders berücksichtigt.
Die Aufgaben der WTO lassen sich in drei Bereiche gliedern:
1. Verhandlungsforum
Die WTO bietet ihren Mitgliedern eine Plattform für Verhandlungen über den Abbau von Handelshemmnissen. Alle zwei Jahre findet eine ordentliche Ministerkonferenz statt.
2. Überwachung von Regeln und Politiken
Die WTO prüft, ob ihre Mitglieder die vereinbarten Handelsregeln einhalten. Dies geschieht durch die Arbeit in Ausschüssen, regelmässige Berichte und handelspolitische Überprüfungen.
3. Streitschlichtung
Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung oder Einhaltung von WTO-Abkommen, bietet die WTO ein geregeltes Verfahren zur Lösung solcher Streitigkeiten (in Englisch).
Prinzipien der WTO
Die bestehende Welthandelsordnung der WTO stützt sich dabei auf folgende Prinzipien:
Handelsliberalisierung
Die WTO fördert den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Ziel ist ein möglichst freier Zugang zu internationalen Märkten – unter Berücksichtigung nationaler Interessen und Entwicklungsbedürfnissen.
Meistbegünstigung und Inländerbehandlung
Alle WTO-Mitglieder sollen gleich behandelt werden. Handelsvorteile, die einem Land gewährt werden, müssen auch anderen Mitgliedern offenstehen. Zudem dürfen ausländische Produkte nicht schlechter behandelt werden als inländische.
Transparenz und Rechtssicherheit
Die WTO verlangt, dass Handelsregeln klar, öffentlich und vorhersehbar sind. Das schafft Vertrauen und ermöglicht Unternehmen, langfristig zu planen.
Ausnahmen und Schutzklauseln
In bestimmten Fällen – etwa zum Schutz der öffentlichen Gesundheit oder der Umwelt – sind Ausnahmen von den WTO-Regeln unter gewissen Voraussetzungen erlaubt.
Struktur der WTO
Die WTO hat 166 Mitglieder, die rund 98 % des weltweiten Handels abdecken. 22 weitere Länder verhandeln über einen Beitritt. Entscheidungen werden in der Regel im Konsens von allen Mitgliedern getroffen. Das höchste Entscheidungsorgan ist die Ministerkonferenz, die alle zwei Jahre tagt. Darunter steht der Generalrat, der sich aus Botschafterinnen und Botschaftern in Genf oder Delegierten aus den Hauptstädten zusammensetzt. Der Generalrat tagt auch als Gremium für die Überprüfung der Handelspolitik und als Streitbeilegungsgremium.
Dem Generalrat untergeordnet sind drei Fachräte: Rat für Warenhandel, Rat für Dienstleistungen und Rat für handelsbezogene Aspekte der Rechte an geistigem Eigentum (TRIPS). Zahlreiche Ausschüsse und Arbeitsgruppen befassen sich mit speziellen Themen wie Umwelt, Entwicklung, Beitrittsverhandlungen oder regionalen Handelsabkommen.
Sekretariat
Das Sekretariat der WTO hat seinen Sitz in Genf und beschäftigt rund 600 Mitarbeitende. Es wird aktuell von Generaldirektorin Dr. Ngozi Okonjo-Iweala geleitet. Entscheidungen trifft das Sekretariat nicht selbst – diese liegen bei den Mitgliedstaaten.
Die Hauptaufgaben des Sekretariats sind:
- Technische Unterstützung für die Ministerkonferenzen, Räte und Ausschüsse der WTO
- Beratung und Hilfe für Entwicklungsländer, etwa beim Aufbau von Handelskapazitäten
- Analyse des Welthandels und Kommunikation der WTO-Aktivitäten gegenüber Öffentlichkeit und Medien
- Rechtliche Unterstützung im Streitbeilegungsverfahren
- Begleitung von Beitrittsverhandlungen mit interessierten Ländern
Die Schweiz und die WTO
Die Schweizer Wirtschaft ist stark mit der Weltwirtschaft verbunden. Als mittelgrosse Volkswirtschaft kann die Schweiz ihre Interessen im internationalen Handel nicht durch wirtschaftliche Macht durchsetzen – wie es grosse Länder oder Handelsblöcke tun. Deshalb ist sie auf klare und verlässliche Regeln im Welthandel angewiesen.
Im Einklang mit der Aussenwirtschaftsstrategie des Bundesrates setzt sich die Schweiz aktiv für multilaterale Regeln ein – besonders im Rahmen der WTO. Dabei geht es um die Öffnung von Märkten und ein stabiles, regelbasiertes Handelssystem, das Unternehmen und Investoren Sicherheit bietet.
Zusammen mit anderen WTO-Mitgliedern arbeitet die Schweiz an Lösungen für aktuelle Handelsprobleme. Sie setzt sich auch für Reformen ein, damit die Verhandlungs- und Entscheidfunktionen der WTO besser funktionieren.
Inhaltsverzeichnis
Medienmitteilungen
Die WTO-Ministerkonferenz in Kamerun endet ohne Durchbrüche
30.03.2026
Relevante Themen

Multilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Die Schweiz setzt sich aktiv für ein offenes, faires und regelbasiertes Handelssystem ein und stärkt transparente Handelsregeln sowie die internationale Zusammenarbeit in der WTO, der OECD und neuen Partnerschaften.

Ständige Mission der Schweiz bei der WTO und EFTA
Die Mission vertritt die Interessen der Schweiz in den in Genf ansässigen internationalen Wirtschaftsorganisationen. Sie ergänzt die Arbeit der Ständigen Mission bei der UNO.
Kontakt
Direktion für Aussenwirtschaft
Welthandel / Ressort WTO
Holzikofenweg 36
3003 Bern