Pflichten der Arbeitgeber

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Schutz der Gesundheit seiner Mitarbeitenden und die Präventionsmassnahmen gegen COVID-19 am Arbeitsplatz sicherzustellen; und zwar gemäss Artikel 6 Arbeitsgesetz (SR 822.11), Artikel 10 der Covid-19-Verordnung besondere Lage (SR 818.101.26) und Artikel 27a der Covid-19-Verordnung 3 (SR 818.101.24).

Das heisst, die Arbeitgeber müssen gewährleisten, dass die Mitarbeitenden die Regeln und Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG betreffend Verhalten und Hygiene einhalten können. Konkret bedeutet dies: Es gilt grundsätzlich eine Maskenpflicht; wenn immer möglich, im Homeoffice arbeiten; Kontakte möglichst minimieren; regelmässig Lüften (alle 1−2 Stunden, 5−10 Minuten); Abstand zwischen den Mitarbeitenden ermöglichen; Desinfektion und Reinigung von Oberflächen und Händen.

Die Massnahmen erfolgen nach dem STOP-Prinzip:

S Substitution,
T technische Massnahmen,
O organisatorische Massnahmen,
P persönliche Schutzausrüstung.

Das BAG und das SECO stellen diesbezüglich diverse Hilfsmittel und Informationen wie Merkblätter, Checklisten etc. zur Verfügung. 

Allgemeine Hygiene- und Verhaltensregeln

Um die Gesundheit aller Mitarbeitenden zu schützen, braucht es in Pandemie-Zeiten zusätzliche Schutzmassnahmen. Die wichtigsten Verhaltens- und Hygienemassnahmen stellt das BAG laufend aktualisiert zur Verfügung.

Hygiene- und Verhaltensregeln BAG – So schützen wir uns.

Die Verhaltens- und Hygieneregeln und Empfehlungen des BAG müssen am Arbeitsplatz eingehalten werden. Dies betrifft alle Orte, wo gearbeitet wird, sowie auch z. B. Pausen- und Ruheräume, Umkleidekabinen oder Kantinen. Ist die Einhaltung der Verhaltens- und Hygieneregeln dort nicht möglich, müssen geeignete Schutzmassnahmen umgesetzt werden.

Um eine Übertragung zu reduzieren, ist es wichtig, Massnahmen zu kombinieren. Obwohl jede Massnahme einzeln keinen perfekten Schutz bietet, können verschiedene Massnahmen zusammen das Risiko einer Ansteckung deutlich reduzieren.

Homeoffice

Die Arbeitgeber werden aufgefordert, die Empfehlungen des BAG für Homeoffice zu beachten.Um auch während der Arbeit im Homeoffice gesund zu bleiben, finden Betroffene wertvolle Informationen zu Themen wie Arbeitsplatzgestaltung, Ergonomie etc. unter Tipps Homeoffice und in der Broschüre «Arbeiten zu Hause – Homeoffice» 

Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Jede Person muss in Innenräumen am Arbeitsplatz eine Gesichtsmaske (z. B. EN 14863) tragen. Die Maskenpflicht gilt, sobald zwei Personen bei der Arbeit miteinander in Kontakt sind, wie z. B. in Grossraumbüros, Mehrpersonenbüros, Sitzungsräumen und anderen gemeinsam genutzten Räumlichkeiten (geteilte Arbeitsplätze, Korridore, Lifte, Toiletten, Pausenräume etc.) sowie bei Besprechungen in Einzelbüros.

Neu gilt zum Schutz von Arbeitnehmenden in Innenräumen überall dort eine Maskenpflicht, wo sich mehr als nur eine Person in einem Raum aufhält. Ein grosser Abstand zwischen Arbeitsplätzen im gleichen Raum genügt nicht mehr.

Der Arbeitgeber muss die Gesichtsmasken am Arbeitsplatz kostenlos zur Verfügung stellen und dafür sorgen, dass die Maskenpflicht umgesetzt wird.

Lüftung

Das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2 (Coronavirus) in Innenräumen lässt sich durch geeignete Lüftungsmassnahmen reduzieren.

In Arbeitsräumen mit ständigen Arbeitsplätzen muss eine natürliche oder mechanische Lüftung einen ausreichenden Luftaustausch gewährleisten, um die Anforderungen an den Gesundheitsschutz (Luftqualität und Raumklima) nach ArGV 3 zu erfüllen. Diese Anforderungen werden in Art. 16 (Raumklima) (PDF, 477 kB, 13.08.2020), Art. 17 (Lüftung) (PDF, 435 kB, 02.07.2020) Art. 18 (Luftverunreinigung) (PDF, 560 kB, 02.07.2020) ArGV 3 näher beschrieben.

Folgende Massnahmen sind dazu notwendig:

  • Öffnen Sie die Fenster immer vollständig und sorgen Sie für Durchzug beim Lüften.
  • Lüften Sie alle Räume regelmässig und häufig. Je mehr Personen sich in einem Raum befinden und je kleiner der Raum ist, desto häufiger soll er gelüftet werden.
  • Lüften Sie Räume, in denen sich mehrere Personen längere Zeit aufhalten (z. B. Arbeitsräume, Aufenthaltsräume) alle 1 bis 2 Stunden für 5 bis 10 Minuten.
  • In Gebäuden mit mechanischer Lüftung sind die Verordnungen (Art. 16 ff ArGV 3 (PDF, 477 kB, 13.08.2020)) und normativen Regeln (SIA) für die Gestaltung der Lüftung, der Aussenluftvolumenströme und der Instandhaltung einzuhalten. 

Erkrankung eines Mitarbeitenden

Wenn Symptome nach der Beschreibung des BAG auftreten, (z. B. akute Atemwegserkrankung, Fieber, plötzlichem Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns) sind die Arbeitnehmenden aufzufordern, zu Hause zu bleiben und ihre Ärztin oder ihren Arzt zu kontaktieren.

Kranke Personen werden mit einer Hygienemaske nach Hause geschickt und aufgefordert die Empfehlungen des BAG einzuhalten.

Dienstreisen

Die Pflicht, die Mitarbeitenden zu schützen, gilt auch auf Dienstreisen. Der Arbeitgeber muss entsprechende Massnahmen treffen, um die Gesundheit seiner Mitarbeitenden sicherzustellen.Antworten auf Fragen rund um Dienstreisen finden Sie beim BAG

Schutzkonzepte

Für alle Betriebe, die nicht öffentlich zugänglich sind, gelten die Hygiene- und Verhaltensregeln des BAG, sowie die allgemeinen Bestimmungen des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz. Es braucht in diesen Betrieben keine besonderen Schutzkonzepte. Nur öffentlich zugängliche Betriebe (z. B. Schulen, Restaurants) müssen ein Schutzkonzept vorweisen und umsetzen. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine formale Unterscheidung, denn grundsätzlich ist jeder Arbeitgeber gemäss Artikel 6 ArG dazu verpflichtet, zum Schutze der Gesundheit der Mitarbeitenden alle notwendigen Massnahmen zu treffen, unabhängig davon, ob er ein Schutzkonzept erarbeiten muss oder nicht. Diese Massnahmen müssen zwingend auch die spezifischen Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie berücksichtigen. Das Merkblatt für Arbeitgeber «Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz – Neues Coronavirus (COVID-19)» (PDF, 530 kB, 02.06.2021) erläutert die einzelnen Punkte, die bei der Festlegung und Umsetzung dieser Massnahmen zu beachten sind.

Für das Erstellen und die Umsetzung der Schutzkonzepte, bzw. der Schutzmassnahmen im Sinne von Art. 6 ArG, sind die Betriebe, Einrichtungen, Schulen oder Veranstalter verantwortlich. Die Aufsicht über die Umsetzung der Schutzkonzepte, bzw. der Schutzmassnahmen, sowie Stichproben-Kontrollen obliegen den Kantonen.

Letzte Änderung 08.04.2021

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