Anwendungsinstrumente für Unternehmen

Ein wesentlicher Faktor für die Umsetzung der CSR ist das Engagement und die Vorbildrolle des Managements und der Eigentümer der Unternehmen. CSR soll in alle Unternehmensbereiche und -strategien einfliessen und ein Bestandteil der Unternehmenskultur werden.

Die Wahrnehmung der CSR führt auch zu Vorteilen, z.B. bei der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen oder bei der Nutzung von Dienstleistungen der Schweizerischen Exportrisikoversicherung.

OECD-Leitsätze für multinationale Unternehme in der Praxis

Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen sind der umfassendste multilaterale Verhaltenskodex für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Sie richten sich an alle international tätigen Unternehmen - vom Kleinbetrieb bis zum Grosskonzern. Mit einem Leitfaden unterstützen das SECO und das Global Compact Netzwerk Schweiz die Unternehmen bei der Umsetzung. Der Leitfaden enthält entsprechende Hinweise und zeigt deren Anwendung anhand von Beispielen aus der Praxis auf. Weiter ermöglicht ein Selbsttest, die individuellen Stärken und Risiken des Unternehmens betreffend der verantwortungsvollen Unternehmensführung zu prüfen.

CSR und menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung für Schweizer KMU  

Verantwortungsvolle Unternehmensführung ist für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) eine Möglichkeit, umweltfreundlicher und sozialer zu werden und auf diese Weise ihre Produktion zu optimieren (siehe CSR bei KMU). Die Broschüre (PDF, 15 MB, 11.06.2019) über die menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung von KMU des SECO und EDA gibt einen praktischen Überblick über die Chancen und Herausforderungen der verantwortungsvollen Unternehmensführung. Sie enthält internationale und nationale Leitlinien zu diesem Thema. Sie schlägt auch konkrete Ansätze zur Integration von Menschenrechtsfragen in die Unternehmensführung vor. Die Broschüre gibt einen Überblick über die notwendigen Schritte zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltsprüfung. Sie bietet spezifische Informationen für die Risikobewertung von Menschenrechten.

Umwelt-Hotspots in der Lieferkette von Schweizer Unternehmen

Von Unternehmen wird erwartet, sich mit ihren Lieferketten zu beschäftigen und Transparenz über die Auswirkungen in den vorgelagerten Wertschöpfungsstufen zu schaffen. Um Unternehmen hierbei zu unterstützen, hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft die Studie "Umweltatlas Lieferketten Schweiz" durchgeführt, die die Umwelt-Hotspots in der Lieferkette von acht relevanten Schweizer Branchen und Massnahmen zur Vermeidung bzw. Milderung negativer Auswirkungen auf die Umwelt aufzeigt.

Öffentliches Beschaffungswesen

Bei öffentlichen Beschaffungen durch den Bund haben die Anbieter die Bestimmungen zum Schutz der Arbeitnehmenden und zu den Arbeitsbedingungen einzuhalten sowie die Gleichbehandlung von Männern und Frauen hinsichtlich der Löhne zu garantieren. Wird die Leistung im Ausland erbracht, so müssen die Anbietenden zumindest die Einhaltung der 8 Kernübereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation gewährleisten. Weiter können Nachhaltigkeitsaspekte (z.B. Umweltthemen) im Rahmen der Zuschlagskriterien verlangt werden. Zudem wird bei gleichwertigen Angeboten schweizerischer Anbietender berücksichtigt, inwieweit sie Ausbildungsplätze anbieten (Bundesgesetz und Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen; SR 172.056.1 bzw. 172.056.11).

Die Plattform Kompass Nachhaltigkeit informiert Unternehmen und öffentliche Beschaffende über die nachhaltige Beschaffung. Sie enthält eine Datenbank mit Sozial- und Umweltstandards und Informationen zum Aufbau eines nachhaltigen Beschaffungsmanagements. Auch die ITC Standards Map informiert über Kodizes, Standards und Labels zur Nachhaltigkeit.

Die Interessensgemeinschaft ökologische Beschaffung Schweiz (IGÖB) bietet Fachinformationen z.B. zu spezifischen Produktegruppen (Textilien, Reinigungsmittel).

Schweizerische Exportrisikoversicherung (SERV)

Die SERV misst bei der Beurteilung von Versicherungsanträgen den Leitlinien der OECD zur nachhaltigen Kreditvergabe an Niedrigeinkommensländer, den Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsaspekten sowie der Antikorruption eine hohe Bedeutung zu. Dabei stützt sie sich auf die Leitlinien der SERV zur Prüfung von Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsfragen und berücksichtigt dabei unter anderem auch die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen einschliesslich der allenfalls vorliegenden Berichte des Schweizer Nationalen Kontaktpunkts.

Letzte Änderung 15.08.2019

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