Instrumente der verantwortungsvollen Unternehmensführung

Die Schweiz erwartet von international tätigen Unternehmen, dass sie neben der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben im In- und Ausland auch im Rahmen einer verantwortungsvollen Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility, CSR) besondere Sorgfaltspflichten wahrnehmen. Dies gilt insbesondere in Ländern, in welchen sich der Rechtsstaat noch nicht genügend entwickelt hat und in Konfliktgebieten.

Entsprechend unterstützt und beteiligt sich der Bund aktiv bei der Entwicklung und Umsetzung verschiedener internationaler Instrumente und Standards zur Förderung der verantwortungsvollen Unternehmensführung. Dazu gehören in erster Linie die um-fassenden, international anerkannten Grundsätze und Leitlinien: die 2011 aktualisierten OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen wie auch die zehn Grundsätze des „UN Global Compact" der Vereinten Nationen. Daneben unterstützt die Schweiz auch die thematisch fokussierten Instrumente der ILO (Dreigliedrige Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik) und der Vereinten Nationen (Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte). Die Schweiz beteiligte sich auch an der Ausarbeitung der ISO-Norm 26000 zur sozialen Verantwortung. Diese Instrumente dienen den Unternehmen aller Branchen, die einen Verhaltenskodex erarbeiten und umsetzen, als Referenzrahmen. Die Schweiz hat zudem die Ausarbeitung weiterer internationaler Instrumente und Initiativen unterstützt, die gezielter auf gewisse Themenfelder eingehen (z.B. Minoritätenschutz, Förderung der Kernarbeitsübereinkommen in Kooperationsprojekten der ILO, Korruption) und begleitet aktiv deren Umsetzung.

Spezifische Instrumente im Bereich der Rohstoff-Extraktion

Angesichts der charakteristischen Herausforderungen des Rohstoffabbaus wurden seit der Jahrtausendwende freiwillige Initiativen und Instrumente lanciert, welche Unternehmen beim nachhaltigen Abbau der Rohstoffe unterstützen. Im Rahmen ihrer Entwicklungszusammenarbeit (SECO und DEZA) und der Massnahmen zur Förderung der menschlichen Sicherheit (EDA/AMS) unterstützt die Schweiz verschiedene dieser Initiativen. In einigen hat sich die Schweiz in den vergangenen Jahren besonders stark engagiert, darunter die:

  • OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict-Affected and High-Risk Areas: Die Schweiz unterstütz finanziell die Umsetzung und beteiligt sich in der Governance-Gruppe, welche die Umsetzung begleitet.
  • Better Gold Initiative: Diese hat sich zum Ziel gesetzt, in Partnerschaft mit dem Privatsektor international und in der Schweiz eine Wertschöpfungskette für fair und nachhaltig abgebautes und gehandeltes Gold zu etablieren. Dadurch soll mehr "ethical Gold" auf den Markt gebracht werden.
  • Voluntary Principles on Security and Human Rights (VPSHR): diese Multistakeholder-Initiative (Zivilgesellschaft, Rohstoffindustrie, Mitgliedstaaten) hat zum Ziel, Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte im Rohstoffsektor zu verhindern. Die Schweiz wurde im September 2011 Vollmitglied. Seit 2012 ist ein Rohstoffunternehmen mit Sitz in der Schweiz Mitglied der Initiative.
  • Extractive Industries Transparency Initiative (EITI): Seit 2009 ist die Schweiz mit anderen Geberstaaten bestrebt, diese Initiative und dadurch das internationale Engagement der Schweiz im Rohstoffbereich zu stärken. Die Schweiz ist Mitglied des Boards der EITI und finanziert auf multilateraler Ebene die Implementierung der Initiative in gewissen Ländern mit der Weltbank, oder auch durch bilaterale Unterstützung eines einzelnen Staates (Peru).

Ausserdem hat die Schweiz in den vergangenen Jahren die Ausarbeitung und Umsetzung zahlreicher freiwilliger privater Standards zur Förderung nachhaltiger Produktions- und Verarbeitungsprozesse von natürlichen Rohstoffen im Rahmen von Multistakeholder-Prozessen aktiv mitgetragen, wie beispielsweise für Kaffee (4C), Baumwolle (Better Cotton Initiative - BCI), Soja (Roundtable on Responsible Soy - RTRS), Biotreibstoffe (Roundtable on Sustainable Biofuels - RSB) oder Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil - RSPO). Im Bereich Cleaner Production ist die Schweiz Pionierin und unterstützt dieses Konzept in einer Vielzahl von Entwicklungsländern.

Die Schweiz engagiert sich schliesslich im Rahmen des Nationalen Kontaktpunktes (NKP) für die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen für die Lösung konkreter Probleme, die bei Auslandaktivitäten von Schweizer Unternehmen auftauchen können.

Letzte Änderung 04.05.2017

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