Wirtschaftliche Auswirkungen des neuen Coronavirus und Massnahmen zur Abfederung

Bern, 09.07.2020 - Die Zielgebiete der Neuen Regionalpolitik (NRP) – die ländlichen Räume, die Berggebiete und die Grenzregionen – kämpfen schon in normalen Zeiten mit schwierigen Voraussetzungen wie dem Strukturwandel oder dem Mangel an Fachkräften. Die Corona-Pandemie und die zum Schutz der Bevölkerung entschiedenen Vorkehrungen haben diese Gebiete zusätzlich besonders getroffen. So haben die Grenzschliessungen für den Personenverkehr, der Lockdown und die Verhaltensregeln zum Beispiel grosse Auswirkungen auf den Tourismus, der gerade abseits der Zentren und im Alpenraum einen wichtigen Wirtschaftszweig darstellt. Auch lokales Gewerbe und weitere exportorientierte Branchen wie die Uhrenindustrie im Jurabogen verzeichnen grosse Umsatzeinbrüche.

Ein im Auftrag des SECO durchgeführtes und laufend aktualisiertes «Regionenmonitoring» gibt einen Einblick, wie stark und mit welchen Auswirkungen die unterschiedlichen Regionen von der Corona-Krise betroffen sind:

Regionalökonomische Auswirkungen von COVID-19

Massnahmen des Bundes

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern, haben Bund und Kantone verschieden Massnahmen getroffen. Diese kommen auch den Akteuren der ländlichen Räume, der Berggebiete und der Grenzregionen zugute. Eine Übersicht über die Massnahmen des Bundes in den Bereichen Kurzarbeit, Erwerbsausfallentschädigung und Überbrückungskredite bietet folgender Link:

Übersicht über allgemeine Massnahmen des Bundes

Was kann die NRP leisten, um der Krise zu begegnen?

Mit der NRP verfügt der Bund über ein wirkungsvolles Instrument zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in den Regionen abseits der grossen Zentren. Die NRP fördert Innovation und Unternehmertum im Berggebiet, ländlichen Räumen und Grenzregionen. Dafür stehen Instrumente zur Verfügung, mit denen der Bund und die Kantone auf verschiedenen Ebenen agieren können.

Ziel der NRP ist, konkrete Projekte zu fördern und damit einen Beitrag zur Wertschöpfung in den peripheren Räumen zu leisten. Im Rahmen der Umsetzungsprogramme 2020 – 2023 stehen dafür Bundes- und Kantonsmittel zur Verfügung. Die Förderung von innovativen Projekten ist wichtig, um den Aufschwung der Wirtschaft zu unterstützen. Für die aktuelle Programmperiode legt das Fokusthema «Digitalisierung» einen Schwerpunkt auf die Unterstützung der digitalen Transformation. Neue Geschäftsformen und Absatzkanäle helfen den Unternehmen besser für die Zukunft gewappnet zu sein.

Neben der Projektförderung liegt ein weiterer Fokus darauf, Wissen aufzubauen und an die regionalen Akteure zu vermitteln.

Spezifische NRP-Massnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise

Um die Wirtschaft in den NRP-Zielgebieten schnell und effizient unterstützen zu können stehen kurz- und mittelfristig zwei zusätzliche Massnahmen zur Verfügung:

Liquiditätshilfe

Im Rahmen der NRP sind zurzeit rund 530 Mio. Franken in Infrastrukturprojekte investiert, ein Grossteil davon im Tourismusbereich. Um die betroffenen Unternehmen in der Krise zu unterstützen, erlaubt der Bund den Kantonen die Stundung der Amortisierungszahlungen flexibler zu handhaben. 2020 fällige Amortisationszahlungen können später zurückbezahlt werden. Dies verschafft insbesondere dem Bergbahnsektor zusätzliche Liquidität, da hier die Amortisationen oft nach der Wintersaison fällig sind.

Unterstützung von regionalen Entwicklungsträgern

Die regionale Verankerung der NRP ermöglicht es, gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse in dieser Krise einzugehen. Die kantonalen Fachstellen und Regionalmanagements sind nahe an den betroffenen Unternehmen und wissen, was diese brauchen. So erfolgt die Unterstützung schnell, unkompliziert und zielgerichtet. Die regionalen NRP-Partner und die verschiedenen RIS bieten betroffenen KMU zum Beispiel spezielle Krisen-Coachings an. Die Schwerpunkte liegen auf dem Liquiditätsmanagement und der digitalen Transformation. Die aufgeführten Links geben Auskunft über verschiedene Coaching-Angebote:

Innovationsförderung RIS Mittelland

Innovationsförderung der Romandie

Innovationsförderung RIS Zentralschweiz

Link zu einem Artikel auf der Homepage von regiosuisse: «Mit Innovations-Coaches die Krise meistern! »

Spezifische Massnahmen im Bereich Tourismus

Für den schwer getroffenen Schweizer Tourismus haben insbesondere die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) und Schweiz Tourismus (ST) nebst den SECO-Instrumenten Innotour und NRP Massnahmen ergriffen:

Massnahmen für den Tourismus

Weitere Informationen zum Thema Regionalentwicklung finden Sie hier: www.regiosuisse.ch.

Fachkontakt
Letzte Änderung 28.07.2020

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