Welthandel

Im Einsatz für offene Auslandsmärkte

Offene Auslandsmärkte sind für die Schweizer Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Die Aussenwirtschaftspolitik der Schweiz stützt sich denn auch – nebst den bilateralen Verträgen mit der EU – auf weitere Eckpfeiler ab: Zu den Kernaufgaben der Direktion für Aussenwirtschaft im Bereich Welthandel gehört es, die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen mitzugestalten und zusammen mit den zuständigen Fachdiensten die schweizerischen Wirtschaftsinteressen in den wichtigen multilateralen Organisationen zu vertreten – insbesondere in der WTO, in der EFTA, in der OECD und in der G20.

Welthandelsorganisation WTO

Die hohe Aussenhandelsquote der Schweiz zeigt, wie stark unsere Wirtschaft mit dem Ausland verflochten ist. Da sind verlässliche internationale Spielregeln für den grenzüberschreitenden Wirtschaftsverkehr besonders wichtig. Eine aktive Mitgliedschaft in der WTO – als eine der wichtigsten Plattformen – ist deshalb zentraler Bestandteil unserer Aussenwirtschaftspolitik. Wir nehmen an den Verhandlungen in den WTO-Welthandelsrunden sowie in den Organen der WTO (Ministerkonferenz, Räte, Ausschüsse, Arbeitsgruppen usw.) teil. Mit dem Einsatz für den Abbau von Handelsschranken, inklusive Verbesserung des Zugangs zu den öffentlichen Beschaffungsmärkten, tragen wir dazu bei, die Absatzmöglichkeiten der schweizerischen Exportwirtschaft zu erhöhen und längerfristig auch den Binnensektor zu stärken. Ganz im Interesse der Schweiz sind auch die WTO-Regeln der Streitbeilegung, welche unilaterale Urteile und einseitige Retorsionsmassnahmen verhindern und insgesamt die Stabilität, Rechtssicherheit und Rechtsgleichheit unter den Mitgliedern fördern, sowie das Monitoring der handelspolitischen Massnahmen, um möglichen protektionistischen Tendenzen früh entgegen zu wirken. Im Rahmen der WTO arbeiten wir auf die kohärente Ausgestaltung des Verhältnisses zwischen Handel und weiteren Politikfeldern wie Schutz von Umwelt und Gesundheit, Wahrung grundlegender Arbeitsnormen und Konsumentenschutz hin.

Freihandelsabkommen/Europäische Freihandelsassoziation EFTA

Auch wenn die EFTA heute neben der Schweiz nur noch aus drei weiteren Staaten besteht (Liechtenstein, Island, Norwegen), beweist sie seit Jahrzehnten, dass sie unter ihren Mitgliedern und mit weiteren Partnerstaaten eine funktionierende und sich dynamisch entwickelnde Freihandelszone zu errichten vermag. Ausserdem ermöglicht die EFTA-Mitgliedschaft der Schweiz einen nützlichen Beobachterstatus in den Gremien des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Von besonderer Bedeutung ist die EFTA für die Schweiz als Verhandlungsplattform für Freihandelsabkommen mit Partnern ausserhalb der EU. Der Abschluss von Freihandelsabkommen – meist im Rahmen der EFTA, aber auch bilateral – zielt im Wesentlichen darauf ab, den Schweizer Unternehmen rechtlich abgesicherte, vorhersehbare, möglichst hindernis- und diskriminierungsfreie Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu garantieren. Dazu gehört insbesondere ein im Vergleich mit den wichtigsten ausländischen Konkurrenten mindestens gleichwertiger Zugang zu internationalen Märkten. Die Schweiz verfügt zur Zeit neben der EFTA-Konvention und dem Freihandelsabkommen mit der EU über ein Netz von 28 Freihandelsabkommen mit 38 Partnern ausserhalb der Europäischen Union. Mit zahlreichen weiteren Partnern werden Verhandlungen geführt und vorbereitet. Während traditionelle Abkommen vornehmlich auf den Warenverkehr, d.h. in erster Linie den Zollabbau, sowie auf den Schutz der Rechte an geistigem Eigentum und Wettbewerbsregeln beschränkt sind, enthalten neuere Abkommen auch substanzielle Bestimmungen über das öffentliche Beschaffungswesen, Dienstleistungen, I nvestitionen und Nachhaltigkeit. Diese Verhandlungen erfordern das Zusammenwirken der verschiedenen aussenwirtschaftlichen Fachdienste des SECO sowie mit weiteren Bundesstellen. Zusammen setzen wir uns dafür ein, dass die Interessen der Schweizer Wirtschaft bestmöglich vertreten werden.

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD

Die OECD umfasst heute 34 Mitgliedstaaten. Sie bietet den Regierungsvertretern dieser Länder eine permanente Plattform der multilateralen Wirtschaftszusammenarbeit, wobei mit Ausnahme der Verteidigung und der Kulturpolitik alle Bereiche der Wirtschaft, des Sozialen und der Umwelt abgedeckt sind. In der OECD werden rechtsverbindliche Entscheide, politisch verbindliche Empfehlungen oder länderspezifische Evaluierungen und Analysen erarbeitet – zum Beispiel über Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit, Bildung, Handel, Entwicklungszusammenarbeit, KMU, Nachhaltigkeit und Green Growth, Biotechnologie, Gesundheitswesen, Wettbewerb, Investitionen, Korruption, Forschung und Innovation. Wir verfolgen die Arbeit der OECD und koordinieren die zuständigen Bundesstellen und Fachdienste für die Vertretung der Schweiz bei den vielfältigen Arbeiten der OECD.

«Group of 20» (G20)

Mit der Schaffung der «Group of 20» (G20) anlässlich des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs in Washington 2008 wurde die Basis für eine neue weltweite wirtschaftliche Gouvernanz geschaffen. Nach den ersten dringlichen Entscheidungen während der Wirtschafts- und Finanzkrise hat die G20 inzwischen zu einer strukturierteren Arbeitsweise gefunden. Die Schweiz sah sich somit mit einer neuen Ausgangslage konfrontiert, war von der Wichtigkeit einer Annäherung an die G20 aber stets überzeugt. So hat sie sich neu organisiert, um ihre wirtschaftlichen und finanziellen Interessen aktiv zu verteidigen und zur Lösung internationaler Probleme beizutragen. In diesem Sinne hat sie eine Strategie verabschiedet, die eine proaktive Positionierung der Schweiz zu den zentralen Punkten der G20-Agenda und eine stärkere Stellung unseres Landes innerhalb der von der G20 beauftragten internationalen Organisationen vorsieht. Das SECO hat zusammen mit dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) und Vertretern anderer Departemente den Vorsitz in der interdepartementalen Arbeitsgruppe zur Umsetzung dieser Strategie.

Letzte Änderung 29.02.2016

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