Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Lebensbedingungen verbessern, Märkte erschliessen, Einkommen schaffen, Perspektiven eröffnen

Unser Leistungsbereich konzipiert die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit ausgewählten fortgeschrittenen Entwicklungsländern wie Indonesien und Peru, Transitionsländern in Osteuropa und in Zentralasien sowie den neuen Mitgliedstaaten der EU (Erweiterungsbeitrag) und setzt diese um. Hauptziel ist dabei die Förderung eines wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltigen Wachstums, das neue Arbeitsplätze schafft, eine höhere Produktivität begünstigt und zur Verminderung von Armut und Disparitäten beiträgt. Dies geschieht über die Integration dieser Länder in die Weltwirtschaft und über die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Binnenwirtschaften. Im Fokus stehen Unterstützungsmassnahmen für Länder, die sich einem ernsthaften und leistungsorientierten Reformprozess verpflichtet haben. Dabei werden eine gute Regierungsführung und die Gleichstellung von Mann und Frau als Transversalthemen berücksichtigt. Wir arbeiten eng mit der Weltbankgruppe, den regionalen Entwicklungsbanken und den Handelsorganisationen der Vereinten Nationen zusammen und vertreten die Interessen der Schweiz in diesen Institutionen.

Wir sind fachspezifisch organisiert und arbeiten mit den nachfolgend dargestellten fünf Themenschwerpunkten, in denen das SECO grösstenteils auch national zuständig ist.

Wirtschafts- und Finanzpolitik stärken

Stabile volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und funktionierende Institutionen sind unerlässlich für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Unsere Unterstützung zielt auf eine stabile Geldpolitik, einen ausgeglichenen Finanzhaushalt und einen starken Finanzsektor. Wir helfen unseren Partnerländern bei der Gestaltung wachstumsfreundlicher Wirtschaftsreformen, die zu mehr Budgetstabilität beitragen, interne Ressourcen mobilisieren, öffentliche Dienstleistungen effizienter gestalten und die Rechenschaft der Regierungen verbessern. Im Finanzsektor unterstützen wir die Finanzmarktregulierung und -aufsicht, fördern ein gesundes geldpolitisches Umfeld und die Entwicklung lokaler Kapitalmärkte.

Städtische Infrastruktur und Versorgung aufbauen

Wir leisten Unterstützung für die verlässliche und bezahlbare Versorgung mit Energie und Wasser, die Verbesserung von Transport und Verkehr und die Entsorgung von Abwasser und Abfall, die für eine nachhaltige Entwicklung wesentlich sind. Öffentliche Grundeinrichtungen sollen erstellt und die betrieblichen sowie finanziellen Kapazitäten von Versorgungsbetrieben professionalisiert werden. Hinzu kommt die Förderung der Rahmenbedingungen für eine solide Finanzierung der Betriebskosten. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der integrierten urbanen Entwicklung, damit mittelgrosse städtische Zentren an Standortattraktivität gewinnen und somit ihre zentrale Rolle beim Wirtschaftswachstum besser erfüllen können. Dadurch wird auch der soziale Frieden gefördert und der Migrationsdruck vermindert.

Privatsektor und Unternehmertum unterstützen

Ein dynamischer, von einem starken Unternehmertum getragener Privatsektor schafft Arbeitsplätze, verhilft zu höherem Steueraufkommen und spielt durch den Austausch von Gütern und Dienstleistungen eine Schlüsselrolle bei der wirtschaftlichen Integration. Wir helfen mit, für KMU das Geschäftsumfeld zu verbessern und ihnen den Zugang zu externer Finanzierung zu ermöglichen. Wir tragen zur Verbesserung der Effizienz lokaler Finanzmärkte und der Bildung eines nachhaltigen Unternehmertums bei. Schliesslich fördern wir eine Reihe von Massnahmen, die darauf abzielen, sowohl in- als auch ausländische Investitionen auszulösen und damit zum Transfer von Kapital, Know-how und Technologie in Entwicklungs- und Transitionsländern beizutragen.

Nachhaltigen Handel fördern

Eine regelorientierte, nichtdiskriminierende Liberalisierung des Handels schafft für alle Marktteilnehmer neue Chancen. Es gilt, bestehende Standortvorteile für die wirtschaftliche Entwicklung wahrzunehmen. Wir unterstützen Massnahmen, welche die Rahmenbedingungen für einen sozialen und umweltverträglichen Handel setzen und verbessern sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Produzenten und KMU in den Partnerländern stärken. Wir erleichtern auch die Einfuhr von nachhaltig produzierten Waren und Dienstleistungen in europäische Märkte, insbesondere indem wir die Anwendung von Qualitätsstandards sowie Umwelt- und Sozialkriterien in den Entwicklungs- und Transitionsländern fördern. Schliesslich sind wir für das Zollpräferenzen-System für Importe aus Entwicklungsländern zuständig.

Klimafreundliches Wachstum ermöglichen

Die Erfolge der letzten Jahrzehnte im Kampf gegen die Armut werden durch die Folgen des Klimawandels gefährdet. Wir helfen mit, die Ursachen der Klimaerwärmung – oft bedingt durch ineffiziente Wirtschaftsabläufe – zu bekämpfen und den Partnerländern ein klimafreundliches Wachstum zu ermöglichen. Wir konzentrieren uns auf die Bereiche Energieeffizienz und erneuerbare Energien, nachhaltige Bewirtschaftung der Naturressourcen sowie Stärkung von Markt- und Finanzierungsmechanismen im Klimaschutz. Der Fokus liegt bei günstigen und stabilen Rahmenbedingungen, wie angemessene Energietarife und -standards, Investitionssicherheit, Marktzugang und Schutz des geistigen Eigentums.

Multilaterale Zusammenarbeit entwickeln

Wir sind verantwortlich für die Beziehungen der Schweiz zur Weltbankgruppe, zur Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie zu den regionalen Entwicklungsbanken Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Zudem definieren wir mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) die Haltung und Strategie der Schweiz in den Entscheidungsgremien dieser Institutionen und nehmen die Rechte und Pflichten als Miteigentümer wahr. Diese Institutionen stellen finanzielle Mittel und technische Unterstützung, um zu einer nachhaltigen Entwicklung und zur Verringerung der Armut in den Entwicklungs- und Transitionsländern beizutragen. Sie sind strategische Partner bei der Umsetzung der bilateralen Unterstützungsmassnahmen des SECO. Ein weiterer zentraler Partner ist die OECD, insbesondere der Entwicklungshilfeausschuss der OECD (DAC).

Programm- und Projektqualität begünstigen

Wir entwickeln Qualitätsstandards und Instrumente für die Steuerung, die Evaluation, das Risikomanagement und die Finanzkontrolle und setzen entsprechende Massnahmen um. Ziel ist es, die Wirksamkeit unserer Massnahmen zu garantieren und die Risiken zu minimieren. Mit Hilfe des Wissensmanagements, der Ausbildung, der Berücksichtigung v on international anerkannten Grundsätzen und bewährten Methoden fördern wir einen andauernden Lernprozess auf verschiedenen Ebenen (Wirksamkeit, Harmonisierung der Hilfe, Korruptionsbekämpfung, Armutsreduktion, Politikkohärenz, Migration, Genderdimension). Die Informationstätigkeit sowie die Organisation von Anlässen sind ebenfalls wichtige Instrumente der Rechenschaftsablegung.

Letzte Änderung 29.02.2016

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