Das Bruttoinlandprodukt im 2. Quartal 2014 gemäss ESVG 2010

Bern, 30.09.2014 - Die BIP-Quartalsdaten werden hiermit erstmals im Rahmen des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 2010 publiziert. Neue Jahres- und Quartalsdaten ab 1995* wurden vom Bundesamt für Statistik und vom SECO berechnet. Entsprechend ergeben sich für die jüngste Entwicklung neue BIP-Quartalsschätzungen. Für das 2. Quartal 2014 wurde am 02.09. unter dem bisherigen Regime des ESVG 95 eine Stagnation des BIP im Vorquartalsvergleich (0,0%) ausgewiesen, sowie im Vorjahresvergleich ein Wachstum von 0,6%**. Nach der Umstellung auf das ESVG 2010 resultiert für das 2. Quartal 2014 neu ein BIP-Wachstum von 0,2% gegenüber dem Vorquartal respektive 1,4% im Vorjahresquartalsvergleich. Somit fällt das 2. Quartal gemäss neuer Schätzung etwas stärker aus als bisher angenommen. Massgeblich hierfür sind leicht höhere positive Wachstumsimpulse der Handelsbilanz mit Waren und Diensten nach der Umstellung. Die Abschwächungstendenz der Inlandnachfrage bleibt bestehen.

Im 2. Quartal 2014 sind die Ausgaben der privaten Haushalte und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) gegenüber dem Vorquartal um 0,3% gestiegen. Positive Wachstumsbeiträge lieferten insbesondere die Rubriken Wohnen und Freizeit, wohingegen die Rubriken Nahrung und Kleider negativ zum Wachstum beitrugen. Die Konsumausgaben des Staates und der Sozialversicherungen waren im 2. Quartal 2014 leicht rückläufig (-0.2%).

Die Ausrüstungsinvestitionen, welche neu auch Investitionen in Forschung & Entwicklung sowie Militärinvestitionen beinhalten, verzeichneten im 2. Quartal 2014 einen Rückgang (-0,4%). Zudem nahmen auch die Bauinvestitionen stark ab (-1,1%).

Die Warenexporte (ohne nicht monetäres Gold, Wertsachen und Transithandel) haben im 2. Quartal 2014 um 0,9% zugenommen. Positive Impulse lieferte insbesondere die Rubrik Präzisionsinstrumente/Uhren/Bijouterie. Leicht positiv entwickelten sich die Exporte von Fahrzeugen. Die Exporte von chemischen/pharmazeutischen Produkten sowie von Maschinen/Elektronik/Metalle gingen hingegen zurück.

Die Warenimporte (ohne nicht monetäres Gold und Wertsachen) sind im 2. Quartal 2014 um 2,0% angestiegen. Massgeblich trugen hierzu die höheren Importe von chemischen/pharmazeutischen Produkten bei. Leicht positiv entwickelten sich die Importe von Maschinen/Elektronik/Metalle, während die Importe von Präzisionsinstrumenten/Uhren/Bijouterie sowie von Fahrzeugen stagnierten.

Die Dienstleistungsexporte haben sich im 2. Quartal 2014 um 1,1% zurückgebildet. Die Dienstleistungsimporte waren ebenfalls rückläufig (-2,8%).

Auf der Produktionsseite hat sich die Wertschöpfung in den meisten Branchen im 2. Quartal kaum verändert. Die Industrie, Energie- und Wasserversorgung lieferten insgesamt einen positiven Beitrag zum BIP-Wachstum. Demgegenüber entwickelte sich die Wertschöpfung im Baugewerbe, im Handel, im Finanzsektor und in einigen staatsnahen Wirtschaftsbereichen stagnierend bis leicht rückläufig.

Der Deflator des Bruttoinlandprodukts entwickelt sich seit mehreren Quartalen flach. Für das 2. Quartal 2014 wurde ein minimer Preisrückgang von 0,1% verzeichnet (im Vergleich zum Vorjahresquartal). Der Deflator des privaten Konsums blieb unverändert (0,0%). Erstmals seit Ende 2009 waren die Preise für Ausrüstungsgüter nicht mehr rückläufig (+0,1%). Die Baupreise haben im 2. Quartal 2014 zugenommen (+1,1%). Die Preise der exportierten Waren sowie Dienstleistungen gingen weiter zurück (Waren: -1,3%, Dienstleistungen: -0,6%). Die Preise der Warenimporte nahmen ebenfalls ab (-1,4%), während sich die Preise für Dienstleistungsimporte kaum veränderten (+0,1%)***.

Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) auf ESVG 2010
Die BIP-Quartalsdaten werden hiermit erstmals im Rahmen des Europäischen Systems Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (ESVG) 2010 publiziert. In einer separaten technischen Notiz werden die wichtigsten Änderungen und deren Auswirkungen diskutiert:
http://www.seco.admin.ch/themen/00374/00456/00458/index.html?lang=de

*Eine Rückrechnung der neuen Zahlen bis 1980, weniger detailliert als die Rückrechnung der Jahresdaten bis 1995, wurde vom SECO im Rahmen der BIP-QS teilweise vorgenommen, um möglichst lange Quartalszeitreihen zur Verfügung zu stellen.

**Ohne gegenteilige Anmerkung werden die hier aufgeführten Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal  (ohne Hochrechnung auf Jahresbasis) als preisbereinigte, verkettete, saison- und kalenderbereinigte Werte nach X-13ARIMA-SEATS berechnet. „Real“ steht dabei als Abkürzung für die Formulierung „zu Preisen des Vorjahres, verkettete Werte, Referenzjahr 2010“. In der offiziellen Terminologie wird auch von „Volumenentwicklung“ gesprochen. Die Kommentare zur Entwicklung der Preisindizes stützen sich auf die Vorjahresquartalsveränderungen der Ursprungswerte.

*** Die Kommentare über die Entwicklung der Export- und Importpreise beziehen sich auf die Entwicklung des Aggregats "Warenexporte ohne nicht monetäres Gold, Wertsachen und Transithandel“, sowie „Warenimporte ohne nicht monetäres Gold und Wertsachen“.


Adresse für Rückfragen

Bruno Parnisari, SECO, Leiter des Ressorts Konjunktur, Direktion für Wirtschaftspolitik, Tel. +41 58 463 16 81
Ronald Indergand, SECO, wiss. Mitarbeiter, Ressort Konjunktur, Direktion für Wirtschaftspolitik, Tel. +41 58 463 20 35



Herausgeber

Staatssekretariat für Wirtschaft
http://www.seco.admin.ch

Letzte Änderung 20.03.2019

Zum Seitenanfang

Kontakt

Medienanfragen

Bitte schicken Sie Ihre schriftlichen Medienanfragen an: medien@seco.admin.ch

 

Leiterin Kommunikation und Mediensprecherin

Antje Baertschi
Tel. +41 58 463 52 75
Fax +41 58 462 56 00
E-Mail

Stv. Leiter Kommunikation und Mediensprecher

Fabian Maienfisch
Tel. +41 58 462 40 20
Fax +41 58 462 56 00
E-Mail

Mediensprecherin

Livia Willi
Tel. +41 58 469 69 28
Fax +41 58 462 56 00
E-Mail

 

 

Kontaktinformationen drucken

News abonnieren

https://www.seco.admin.ch/content/seco/de/home/seco/nsb-news.msg-id-54645.html