Bruttoinlandprodukt im 2. Quartal 2021: Binnenwirtschaft erholt sich von zweitem Corona-Einbruch

Bern, 02.09.2021 - Das BIP der Schweiz wuchs um 1,8 %, nach −0,4 % im 1. Quartal.* Im Dienstleistungssektor stieg die Wertschöpfung nach der Lockerung der Corona-Massnahmen markant. Der Konsum erholte sich kräftig. Die Industrie wuchs ebenfalls, wenn auch weniger stark als in den Vorquartalen. Insgesamt lag das BIP im 2. Quartal nur noch 0,5 % unter dem Vorkrisenniveau des 4. Quartals 2019.

Im Verlauf des 2. Quartals wurden zahlreiche einschränkende gesundheitspolitische Massnahmen aufgehoben oder gelockert. Die grössten Wertschöpfungszuwächse materialisierten sich entsprechend bei jenen Diensten, die davon am stärksten betroffen waren. Das Gastgewerbe (+48,9 %) erholte sich spürbar von den Rückschlägen des Winterhalbjahrs. Gastronomische Betriebe durften schrittweise wieder öffnen, der Inlandtourismus zog wieder an. Der Vorkrisenstand der Wertschöpfung wurde im 2. Quartal trotzdem noch um rund die Hälfte unterschritten. Der Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (+52,9 %)** registrierte im Zuge der Lockerungen ebenfalls ein starkes Wachstum. Auch hier befindet sich die Wertschöpfung aber noch weit unter dem Niveau von vor der Krise.

Der Handel (+4,8 %) konnte nach der Wiederöffnung der stationären Geschäfte erheblich wachsen. Neben der Non-Food-Sparte des Detailhandels trug der Grosshandel dazu bei. Im Einklang mit der zunehmenden Mobilität der Bevölkerung entwickelte sich auch der Bereich Transport und Kommunikation (+1,9 %) positiv. Schliesslich wuchsen die unternehmensnahen Dienstleistungen (+1,1 %) wieder. Als einzige Dienstleistungsbranche registrierten die Finanzdienste (−0,7 %) einen spürbaren Rückgang der Wertschöpfung. Das breit abgestützte Wachstum des Dienstleistungssektors ging mit steigenden Dienstleistungsexporten (+3,2 %) einher.

Mit der Lockerung der Corona-Massnahmen stieg der private Konsum (+4,1 %) nach den markanten Rückgängen des Winterhalbjahrs stark. Die Haushalte erhöhten ihre Konsumausgaben in fast allen Sparten. Noch stärker wuchs der Staatskonsum (+5,5 %), bedingt durch ausserordentliche Ausgaben zur Bewältigung der Pandemie. Schliesslich wurden die Investitionen in Ausrüstungen (+1,6 %) nach einem negativen Vorquartal wieder ausgeweitet. In der Summe stieg die Binnennachfrage kräftig, was mit einem leichten Anstieg der Importe*** (+0,5 %) einherging. Als einzige inländische Nachfragekomponente stagnierten die Bauinvestitionen (+0,1 %) praktisch, dies im Einklang mit der verhaltenen Entwicklung des Baugewerbes (−0,3 %).

Im verarbeitenden Gewerbe (+0,9 %) normalisierte sich die Dynamik nach der starken Aufholbewegung der Vorquartale. Die Wertschöpfung war bereits im 1. Quartal über das Vorkrisenniveau geklettert; im 2. Quartal lag sie 4,7 % darüber. Zuletzt bremsten das nachlassende Wachstum der globalen Industrie und des Welthandels Teile der Schweizer Industrie. Die

Exporte von konjunkturreagiblen Industriegütern wie Maschinen und Präzisionsinstrumenten gingen zurück. Dagegen konnte die chemisch-pharmazeutische Industrie erneut kräftig expandieren. Entsprechend stiegen die Warenexporte**** (+0,3 %) trotz des rückläufigen Transithandels leicht.

Hinweise
Weitere Informationen zum BIP im 2. Quartal 2021 finden sich in den Konjunkturtendenzen Herbst 2021 unter www.seco.admin.ch/bip.
Mit den Berechnungen zum 2. Quartal wurden wie üblich die revidierten Jahresdaten des Bundesamts für Statistik in die vierteljährliche Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung integriert. Im Rahmen der Jahresrevision 2021 wurden die Basisdaten und die Methoden vertieft überprüft und wo nötig überarbeitet. Damit wird sichergestellt, dass keine verzerrenden Effekte aufgrund der Corona-Pandemie entstehen.*****  Hierbei wurden bei einzelnen Zeitreihen stärkere Revisionen als üblich notwendig.

* Reale Veränderungsrate gegenüber dem Vorquartal. Sportevent-bereinigt beläuft sich das BIP-Wachstum auf +1,6 % im 2. Quartal respektive −0,4 % im 1. Quartal.
** Sportevent-bereinigt: +20,7 %.
*** Dienstleistungen sowie Waren ohne Wertsachen.
***** Ohne Wertsachen.
****** Vgl. https://ec.europa.eu/eurostat/data/metadata/covid-19-support-for-statisticians.


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Letzte Änderung 18.12.2020

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