Das SECO warnt vor Betrugsversuchen mit 0901-Nummern

Bern, 04.10.2016 - Seit einiger Zeit erhält das SECO Beschwerden über Telefonanrufe mit betrügerischen Absichten. Die Opfer werden unter verschiedenen Vorwänden dazu verleitet, eine kostenpflichtige Mehrwertdienstnummer (0901-Nummer) anzurufen.

Die Betrüger rufen die Opfer beispielsweise an und geben sich als Mitarbeiter der Post aus. Sie erklären, ein an das Opfer adressiertes Paket sei falsch ausgeliefert worden. Für weitere Informationen zum betreffenden Paket sowie für die Regelung der korrekten Zustellung, müsse nun eine 0901-Nummer kontaktiert werden. In Wahrheit existiert aber kein Paket.

In anderen Fällen erhalten ältere Personen einen Anruf eines „Services für Rentnerinnen und Rentner“. Den Angerufenen wird erklärt, dass sie sich bei medizinischen, rechtlichen oder gesellschaftlichen Fragen und Problemen gratis an eine spezialisierte Beratungsstelle wenden könnten. Dieser Service läuft allerdings über eine kostenpflichtige 0901-Nummer.

Andere Anrufer versprechen eine gratis Sprechstunde bei einer Hellseherin oder informieren darüber, dass der Angerufene eine Reise gewonnen hätte. Auch in diesen Fällen wird die betroffene Person aufgefordert, sich an eine kostenpflichtige 0901-Nummer zu wenden.

Bei den anzurufenden Nummern handelt es sich jeweils um Mehrwertdienstnummern, welche den Anrufer mehrere Franken in der Minute kosten. Bei einem Anruf auf eine solche Nummer werden die Opfer so lange wie möglich hingehalten, was dazu führt, dass sie anschliessend entsprechend hohe Telefonrechnungen erhalten.

Die Nummern, gegen welche das SECO die meisten Beschwerden erhalten hat, sind die folgenden: 0901 901 033, 0901 000 008, 0901 552 553, 0901 737 737, 0901 901 082 und 0901 901 100.

Allgemein empfiehlt das SECO Personen, welche im Zusammenhang mit einer Mehrwertdienstnummer getäuscht worden sind, folgendes:

  • Melden Sie Ihren Fall dem SECO mit dem Beschwerdeformular. Das SECO kann rechtliche Schritte einleiten, wenn Kollektivinteressen verletzt oder bedroht werden. Die eingereichten Beschwerden dienen dem SECO dazu, solche Verletzungen nachzuweisen.
  • Wenn Sie aufgrund einer solchen Irreführung eine 0901-Nummer angerufen haben, fechten Sie bei Ihrem Fernmeldedienstanbieter vor Ablauf der Zahlungsfrist den Teil der Rechnung an, der aufgrund der Täuschung entstanden ist. Erläutern Sie dem Betreiber der betreffenden 0901-Nummer in einem Einschreiben, weshalb Sie nicht bereit sind, den angefochtenen Teil der Telefonrechnung zu begleichen. Der verantwortliche Betreiber kann auf dem virtuellen Schalter www.eofcom.ch ausfindig gemacht werden.
  • Wenn Sie sich mit Ihrem Fernmeldedienstanbieter und dem Betreiber der 0901-Nummer nicht einigen können, können Sie sich an die Schlichtungsstelle Telekommunikation Ombudscom wenden.
  • Weitere Informationen zum Thema Mehrwertdienstnummern finden Sie auf der Internetseite des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) im Flyer „0900, 0901, 0906 – Nummern, die mehr kosten“.


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Last modification 20.03.2019

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