Exportkontroll- und Sanktionstag
Alle zwei Jahre organisiert SECO den Exportkontroll- und Sanktionstag. Der Anlass konzentriert sich einerseits auf nationale und internationale Entwicklungen im Bereich der Exportkontrollen und Sanktionen, beleuchtet aber andererseits auch damit zusammenhängende sicherheits-, aussen- und wirtschaftspolitische Aspekte.

Exportkontroll- und Sanktionstag 2025
Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO richtete am 4. November 2025 den 7. Exportkontroll- und Sanktionstag (EKST) im Stadion Wankdorf in Bern aus. Die Tagung findet alle zwei Jahre statt und dient als gesamtschweizerische Austauschplattform zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Rund 350 Teilnehmende trafen sich in Bern, um das Schwerpunktthema «Wirtschaft und Sicherheit: Ein gesamtschweizerischer Balanceakt» zu diskutieren.
Bundesrat Guy Parmelin zeigte in seiner Ansprache auf, wie eng Wirtschaft und Sicherheit heute miteinander verflochten sind. Er betonte, dass die Schweiz als offene und exportorientierte Volkswirtschaft auf stabile internationale Rahmenbedingungen angewiesen ist – und dass wirtschaftliche Sicherheit zu einem entscheidenden Pfeiler der Schweizer Stabilität und Prosperität geworden ist. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die regelbasierte internationale Ordnung kein Selbstläufer sei, sondern gepflegt, verteidigt und weiterentwickelt werden müsse.
Dr. Daniel Möckli, Leiter Think Tank des Center for Security Studies der ETH Zürich bot in seinem Inputreferat zum Thema Economic Security einen strategischen Überblick darüber, wie Staaten weltweit versuchen, ihre wirtschaftlichen Interessen geopolitisch abzusichern. Seine Analyse machte deutlich, dass wirtschaftliche Sicherheit weit über Wettbewerbsfähigkeit hinausgeht und Fragen der technologischen Souveränität sowie nationale Sicherheitsinteressen zunehmend ins Zentrum rücken. Er hob hervor, dass auch die Schweiz diesen Entwicklungen unmittelbar ausgesetzt ist und eine kohärente Aussenwirtschaftspolitik sowie erhöhte Resilienz notwendig sind.
Im Anschluss folgten Beiträge aus Verwaltung, Industrie und Forschung, die konkret aufzeigten, wie sich geopolitische Veränderungen im betrieblichen Alltag niederschlagen. Die Diskussionen rund um Schlüsseltechnologien und «Knowledge Security» verdeutlichten, dass Technologiepolitik längst auch Sicherheitspolitik ist. Der Balanceakt zwischen internationaler Zusammenarbeit, Innovationsförderung und Schutz sensibler Technologien stellt dabei Staat, Wirtschaft und Wissenschaft vor anspruchsvolle Entscheidungen.
Beiträge aus der Bundesverwaltung beleuchteten die aktuellen Entwicklungen im Bereich Sanktionen und Exportkontrollen. Ein Praxisbeispiel eines KMU im Medizinaltechnikbereich zeigte die Bedeutung klarer interner Prozesse bei der Umsetzung schweizerischer und ausländischer Vorgaben. Darüber hinaus wurden das in parlamentarischer Beratung befindliche Investitionsprüfungsgesetz sowie die Revision des Kriegsmaterialgesetzes diskutiert. Beide Dossiers illustrieren die Herausforderung, wirtschaftliche Offenheit und sicherheitspolitische Verantwortung in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.
Ein Höhepunkt der Tagung bildete die Paneldiskussion zum Thema «Economic Security» mit Markus Bucher (Pilatus Flugzeugwerke AG), Franziska Roth (Ständerätin, SO), Nicole Barandun (Nationalrätin, ZH) und Ronald Indergand (SECO). Die Diskussion zeigte, dass wirtschaftliche Sicherheit in der Schweiz nur im Dialog zwischen Staat, Industrie und Politik entstehen kann. Der offene und konstruktive Austausch verdeutlichte, dass es keine einfachen Antworten gibt, aber gemeinsame Lösungsansätze möglich sind.
Das SECO freut sich darauf, die Teilnehmenden im Jahr 2027 zur 8. Exportkontrolltagung erneut begrüssen zu dürfen.
Exportkontrolltagung 2023
Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO richtete die 6. Exportkontrolltagung am 7. November 2023 mit Unterstützung des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern (HIV) zum sechsten Mal aus. Die Exportkontrolltagung findet alle zwei Jahre statt.
Der von Bundesrat Guy Parmelin eröffnete Anlass stand im Zeichen von «Exportkontrollen und Sanktionen im Kontext sich verschärfender geopolitscher Spannungen». Rund 350 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung trafen sich im Stadion Wankdorf in Bern. Nebst eigenen Expertinnen und Experten, konnte das SECO erneut Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Politik und anderen Bundesstellen für die Referate bzw. die Paneldiskussion gewinnen. Dies unterstreicht die Rolle der Exportkontrolltagung als Austauschplattform für die von Exportkontrollen und Sanktionen betroffenen Schweizer Akteurinnen und Akteure.
In seiner Begrüssungsansprache hob Bundesrat Parmelin die Wichtigkeit dieses Austausches hervor. Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Behörden könnten den, angesichts des geopolitischen Umfelds, zunehmenden Herausforderungen nur als Team begegnen.
Die regelbasierte internationale Ordnung und die wirtschaftliche Verflechtung mit dem Ausland seien wichtige Pfeiler von Sicherheit und Wohlstand in unserem Land. Diese Ordnung bringe Verantwortung mit sich, die das Team Schweiz unter anderem mit Exportkontrollen und Sanktionen wahrnehme.
Botschafterin Pälvi Pulli, Chefin Sicherheitspolitik im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS, skizzierte danach das geopolitische Umfeld und die sicherheitspolitischen Herausforderungen der Schweiz und setzte damit den Rahmen für die anschliessenden Fachreferate zu Sanktionen und Exportkontrollen.
Der Block am Vormittag zum Thema Sanktionen, stand ganz im Zeichen der Sanktionen gegen Russland und deren Umsetzung. Dies aus der Perspektive des SECOs sowohl als auch von Sulzer, als global tätiges Schweizer Industrieunternehmen. Dabei konnten die Grundzüge der Schweizer Sanktionspolitik in Erinnerung gerufen und auf die Kritik, bezüglich der Umsetzung der Sanktionen gegen Russland durch die Schweiz, eingegangen werden. Weiter wurde aufgezeigt, welchen Herausforderungen sich die Unternehmen gegenübersehen und wie sie darauf reagieren.
Am Nachmittag erläuterten Experten des SECOs die aktuelle geopolitischen Lage und deren Auswirkungen auf die bewährte internationale Sicherheitsarchitektur. Damit verbunden schilderten sie auch die nötige Harmonisierung von Exportkontrollen und die Ausfuhr von Schweizer Kriegsmaterial im wichtigen europäischen Absatzmarkt.
Economiesuisse beleuchtete die geopolitischen Krisen in Europa und Asien sowie die Rivalität zwischen China und USA. Dabei wurden die Auswirkungen der wandelnden Weltordnung auf die Schweiz und die Unternehmen aufgezeigt.
Abgerundet wurde die 6. Exportkontrolltagung mit einer Paneldiskussion. Suzanne Thoma, Executive Chairwoman von Sulzer, Nationalrätin Melanie Mettler (BE/GLP), Nationalrat Fabian Molina (ZH/SP) und Botschafter Ivo Germann, Direktor der Direktion für Aussenwirtschaft des SECO, diskutierten über die Haltung der Schweiz in der aktuellen Geopolitischen Lage, Chancen und Risiken für die Schweizer Wirtschaft und geeignete Rahmenbedingungen respektive Strategien für Erhalt und Weiterentwicklung von Wohlstand und Sicherheit.
Simon Plüss, Leiter des neu geschaffenen Leistungsbereichs Exportkontrollen und Sanktionen im SECO, verdankte in seinem Schlusswort das Interesse an und den Einsatz aller Beteiligten für Exportkontrollen und Sanktionen sowie die Exportkontrolltagung. Er lud die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein, diesen Austausch auch in Zukunft inner- und ausserhalb dieses Anlasses als Team Schweiz zu pflegen.
Inhaltsverzeichnis
Relevante Themen

Exportkontrollen, Investitionsprüfung und Sanktionen
Offene Märkte fördern Wachstum und Innovation. Weil wirtschaftliche Chancen und sicherheitspolitische Risiken zunehmend ineinandergreifen, sorgen Exportkontrollen, Investitionsprüfungen und Sanktionen für die Balance zwischen Offenheit und Schutz.

Industriegüter
Die Güterkontrollgesetzgebung regelt den Export von Dual-Use Gütern, besonderen militärischen Gütern und den Umgang mit gewissen Chemikalien.

Rüstungsgüter
Das Kriegsmaterialgesetz kontrolliert die Herstellung und den Transfer von Kriegsmaterial inklusive Technologie.
Kontakt
Direktion für Aussenwirtschaft
Exportkontrollen und Sanktionen
Holzikofenweg 36
CH - 3003 Bern



