Rohstoffe
Die Schweiz zählt zu den zentralen Standorten der globalen Rohstoffbranche. Unternehmen decken eine grosse Spannbreite von Rohstoffen und Geschäftstätigkeiten ab und stärken Arbeitsplätze sowie die wirtschaftliche Leistung des Landes.

Rohstoffe – Ein Pfeiler der Schweizer Wirtschaft
Rohstoffe bilden die Grundlage für den Wohlstand unserer Gesellschaften. Sie ermöglichen es uns, uns zu ernähren, fortzubewegen, zu heizen und Güter herzustellen. Obwohl die Schweiz selbst keine kommerziell nutzbaren Rohstoffe besitzt, ist sie ein wichtiger Akteur in diesem Sektor. Die in der Schweiz ansässigen Handelsunternehmen, von denen einige bereits seit mehreren Jahrhunderten bestehen, wickeln den Handel mit Agrarrohstoffen sowie Brennstoffen und Mineralien ab. Schätzungen zufolge wird mehr als die Hälfte des weltweiten Palmöls, Kaffees, Eisens und Kupfers von Unternehmen in der Schweiz gehandelt. Zudem werden bedeutende Mengen an Gold durch unser Land transportiert, wo dieses Metall raffiniert, von Uhrmachern verarbeitet und von Banken gelagert wird.
Die bedeutende Stellung der Schweiz im Rohstoffhandel gründet auf einer langen Tradition in diesem Sektor sowie auf günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Unternehmen sämtlicher Branchen attraktive Perspektiven bieten. Kennzeichnend sind dabei stabile politische, ökonomische und rechtliche Institutionen, eine international wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung sowie eine vorausschauende innovationsfreundliche Regulierung. Hinzu kommen weitere Standortvorteile wie die Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte, eine exzellente Lebensqualität, ein leistungsfähiges und stabiles Finanzsystem sowie eine hohe Konzentration führender Unternehmen im Bereich Fracht, Handelsfinanzierung, Inspektion und Warenprüfung. Nicht zuletzt hat die wachsende Bedeutung der Rohstoffe seit Beginn des Jahrhunderts dazu geführt, dass rohstoffbezogene Unternehmen, ob im Handel oder in der Gewinnung, zu Schwergewichten der Schweizer Wirtschaft avanciert sind.
Rahmenbedingungen im globalen Wettbewerb stärken
Aufgrund der innen- und aussenpolitischen Bedeutung der Branche koordinieren das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) sowie das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) die Rohstoffpolitik der Schweiz innerhalb der interdepartementalen Plattform Rohstoffe. Diese zielt darauf ab, (1) die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft, (2) die Integrität und Nachhaltigkeit sowie (3) den analytischen Rahmen, den Dialog und die Koordination zwischen den verschiedenen Interessengruppen zu stärken. Der Wirtschaftsstandort Schweiz steht auch im Rohstoffsektor in einem starken internationalen Wettbewerb, insbesondere mit Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten (insbesondere Dubai), China (insbesondere Hongkong), den USA, Grossbritannien, Indien und den Niederlanden. Aufstrebende Standorte haben sich im Vergleich zur Schweiz dabei insbesondere in den Bereichen Besteuerung und regulatorisch bedingter Kosten als besonders attraktiv positioniert. Vor diesem Hintergrund ist die Schweiz gefordert, ihre günstigen Rahmenbedingungen nicht nur zu bewahren, sondern gezielt weiter zu stärken.
Schweizer Standards für eine verantwortungsvolle Rohstoffbranche
Mit der grossen Bedeutung der Branche geht auch eine wachsende Verantwortung für die Schweiz einher, im Bezug auf die Menschenrechts- und Umweltsituation in den rohstoffexportierenden Ländern, die Korruptionsbekämpfung sowie die Forderung nach fairen, transparenten und nachvollziehen Lieferketten. Diese Herausforderungen bergen zugleich potenzielle Reputationsrisiken für die Schweiz, insbesondere wenn das Verhalten von in der Schweiz domizilierten Unternehmen im Widerspruch zu den vom Bundesrat vertretenen und unterstützten Positionen in den Bereichen Entwicklungspolitik, Friedensförderung, Menschenrechte sowie Sozial- und Umweltstandards steht.
Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat entsprechende Massnahmen ergriffen: Er erwartet von Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, unabhängig davon, wo sie tätig sind, dass sie nachhaltig handeln und die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln einhalten. Ergänzend zu wesentlichen Dokumenten, welche diese Leitsätze untermauern, wie dem Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP), hat der Bund zudem einen Leitfaden zur menschenrechtlichen Sorgfaltsprüfung spezifisch für Rohstoffhandelsunternehmen veröffentlicht.
Weiterführende Informationen
Inhaltsverzeichnis
Medienmitteilungen
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Rohstoffhandel: Die Zahl der Unternehmen wächst weiter, bei der Beschäftigung zeigt sich ein differenzierteres Bild
25.08.2023
Rohstoffsektor: Rahmenbedingungen, Integrität und Nachhaltigkeit auf Kurs
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Relevante Themen

Unternehmensnachhaltigkeit CSR
Die Unternehmensnachhaltigkeit umfasst die Auswirkungen unternehmerischen Handelns auf Gesellschaft und Umwelt. Sie gilt als Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

OECD-Leitsätze für verantwortungsvolle Unternehmensführung
Die OECD-Leitsätze empfehlen Unternehmen weltweit verantwortungsvolles Handeln. Sie enthalten unter anderem Hinweise zur risikobasierten Sorgfaltsprüfung in Bezug auf Menschen- und Arbeitsrechte, Umwelt und Korruptionsbekämpfung.

Nationaler Kontaktpunkt für verantwortungsvolle Unternehmensführung
Der Nationale Kontaktpunkt macht die OECD-Leitsätze für verantwortungsvolle Unternehmensführung bei mitinteressierten Akteuren bekannt. Er beantwortet Fragen zu den Leitsätzen und fungiert als aussergerichtliche Schlichtungsstelle.
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