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Branchenspezifische CSR

In einigen Branchen stellen sich besondere CSR‑Herausforderungen, weshalb sektorspezifische Instrumente Unternehmen gezielt bei einer verantwortungsvollen Unternehmensführung unterstützen. Zudem sind Unternehmen mit Aktivitäten in Gebieten, in welchen der Staat seine Verantwortung der Regulierung kaum wahrnimmt, vor grosse Herausforderungen gestellt. Der Bund fördert branchenspezifische Instrumente.

Industrielle Näherei

Rohstoffe

Rohstoffe – und die Lieferketten, die sie mit den Weltmärkten verbinden – sind für lokale Volkswirtschaften von entscheidender Bedeutung und notwendig für die grüne Transformation sowie für strategische Industrien. Der Bund unterstützt insbesondere folgende Instrumente und Initiativen im Bereich der Menschenrechte, Umwelt sowie der Korruptionsbekämpfung:

  • Der Leitfaden für die Umsetzung der UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte durch den Rohstoffhandelssektor (nur in Englisch verfügbar) hilft bei  der Sorgfaltsprüfung (vgl. Artikel «Leitfaden will Menschenrechte im Rohstoffhandel gewährleisten»).
  • OECD-Leitfäden für einen verantwortungsvollen Mineralsektor: Ein Leitfaden für in Konflikt- und Hochrisikogebieten aktiven Unternehmenhilft diesen, die Sorgfaltsprüfung für die Lieferkette wahrzunehmen und damit zu verhindern, Konflikte indirekt zu unterstützen oder zu Menschenrechtsverletzungen beizutragen. Der Leitfaden geht spezifisch auf die Herausforderungen beim Abbau und Handel von Zinn, Tantal und Wolfram sowie Gold ein. Ein weiterer Leitfaden  unterstützt Unternehmen der Minen-, Öl- und Gasindustrie bei der Berücksichtigung der Interessen der Anspruchsgruppen (z.B. die einheimische Bevölkerung, Arbeitnehmer, kleingewerbliche Mineure).
  • Extractive Industries Transparency Initiative (nur in Englisch verfügbar): Die Initiative verbessert die Transparenz von Zahlungen an Regierungen von Förderländern durch Rohstoffunternehmen, die mit Mineralien, Gas und Öl arbeiten.
  • Artisanal Smal-Scale Gold Mining (nur in Englisch verfügbar): Das Projekt der Swiss Better Gold Association, das auf einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen dem SECO und der Swiss Better Gold Association fusst, hat zum Ziel, den handwerklichen Goldabbau nachhaltiger zu gestalten.

Landwirtschaftssektor

Zur Sicherung der weltweiten Ernährung braucht es verantwortungsvolle Investitionen in die Land- und Ernährungswirtschaft. Folgende Instrumente helfen Unternehmen bei der Sorgfaltsprüfung für ihre Wertschöpfungskette, um allfälligen negativen Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt vorzubeugen:

  • OECD/FAO-Leitfaden für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten (nur in Englisch verfügbar): Der Leitfaden unterstützt in der Landwirtschaft und mit diesbezüglichen Produkten tätige Unternehmen dabei, ihre Sorgfaltsprüfung wahrzunehmen. Die OECD/FAO hat auch ein spezifisches Handbuch gegen Entwaldung veröffentlicht.
  • Schweizer Plattform für Nachhaltigen Kakao: Diese  Multistakeholder-Initiative engagiert sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Kakaoanbauenden sowie den Schutz natürlicher Ressourcen in den kakaoproduzierenden Ländern.
  • Schweizer Plattform für nachhaltigen Kaffee: Diese Multi-Stakeholder-Initiative setzt sich für mehr Nachhaltigkeit in der Kaffeewertschöpfungskette ein.
  • Soja Netzwerk Schweiz: Diese Brancheninitiative setzt sich für einen verantwortungsbewussten Anbau und eine nachhaltige Beschaffung von Futtersoja ein.
  • Palmöl Netzwerk Schweiz: In diesem Netzwerk bündeln wichtige Akteure der Lebensmittelbranche ihre Kräfte. Sie setzen sich für den Anbau, die Verarbeitung, Vermarktung und Verwendung von nachhaltigem Palmöl und Palmkernöl ein.

Finanzsektor

Aufgrund der vielfältigen Investitionstätigkeit und komplexen Geschäftsmodelle bestehen im Finanzsektor besondere Risiken für mögliche negative Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt.

Sicherheitssektor

In bewaffneten Konflikten und in Gebieten, in denen die Rechtsstaatlichkeit gefährdet ist, beauftragen Staaten und Unternehmen oft private Militär- und Sicherheitsunternehmen mit Aufgaben zur Wahrung der Sicherheit.

Textil- und Schuhsektor

Der Textil- und Schuhsektor ist weltweit einer der grössten Konsumgütersektoren. Unternehmen können bei ihrer eigenen Tätigkeit oder Wertschöpfungskette allenfalls Risiken betreffend negativer Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt haben.

  • Die OECD-Leitfäden (nur in Englisch verfügbar) helfen bei der Sorgfaltsprüfung zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten in der Bekleidungs- und Schuhwarenindustrie. Der Leitfaden soll Unternehmen dabei unterstützen, mögliche Risiken zu identifizieren und zu vermindern sowie darüber zu berichten. Mit einem Selbsttest (nur in Englisch verfügbar) kann ein Unternehmen oder eine Nachhaltigkeitsinitiative prüfen, ob die Empfehlungen des Leitfadens umgesetzt werden.
  • Sustainable Textiles Switzerland: Will als Multi-Stakeholder-Initiativeeinen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen im Schweizer Textil- und Bekleidungssektor entlang der gesamten Wertschöpfungskette leisten.

Tourismussektor

Der Bund unterstützt im Rahmen der Tourismuspolitik und mit Innotour-Projekten verschiedene Initiativen zur Förderung des nachhaltigen Tourismus.

  • Swisstainable: Das Programm ist in drei Stufen unterteilt, um den unterschiedlichen Anforderungen und Engagements (z.B. EarthCheck) der Betriebe Rechnung zu tragen. Teilnehmende Organisationen erhalten das Swisstainable-Signet.
  • Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit (KONA): Das KONA fördert als nationale Anlauf- und Vermittlungsstelle die nachhaltige Entwicklung des Schweizer Tourismus.

Relevante Themen

Hintergrund Börsencharts im Vordergrund Ölpumpen

Rohstoffe

Die Schweiz zählt zu den zentralen Standorten der globalen Rohstoffbranche. Unternehmen decken eine grosse Spannbreite von Rohstoffen und Geschäftstätigkeiten ab und stärken Arbeitsplätze sowie die wirtschaftliche Leistung des Landes.

Die 6 Schritte: 1. Verankern von RBC; 2. Bestimmen & bewerten negativer Effekte; 3. Beseitigen, vermeiden oder mindern; 4. Nachfolgen; 5. Kommunikation; 6. Leisten von oder Kooperation bei Wiedergutmachung.

OECD-Leitfäden zur Sorgfaltsprüfung

Die OECD‑Leitfäden helfen Unternehmen bei der Durchführung einer risikobasierten Sorgfaltsprüfung, um mögliche negative Auswirkungen in ihren Tätigkeiten, Lieferketten und Geschäftsbeziehungen zu bewerten und anzugehen.

Wegweiser in 3 Richtungen: Guidance, Assitance und Support

CSR Anwendungsinstrumente für Unternehmen

CSR hilft Unternehmen, die Risiken in Bezug auf die Nachhaltigkeit in ihrer Wertschöpfungskette zu erkennen. Das SECO unterstützt Instrumente, die Unternehmen – insbesondere KMU – bei der Umsetzung von verantwortungsvollem Handeln helfen.

Kontakt

Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Direktion für Aussenwirtschaft
Aussenwirtschaftliche Fachdienste / Internationale Investitionen und Unternehmensnachhaltigkeit
Holzikofenweg 36
CH - 3003 Bern