Bruttoinlandprodukt im 3. Quartal: Wachstum abrupt unterbrochen

Bern, 29.11.2018 - Das BIP der Schweiz ging im 3. Quartal 2018 um 0,2% zurück. Dazu trugen sowohl der Industrie- als auch der Dienstleistungssektor bei. Auf der Verwendungsseite lieferten das Inland und der Aussenhandel negative Impulse.

Das BIP der Schweiz ging im 3. Quartal 2018 um 0,2% zurück, nach +0,7 % im Vorquartal.*  Die seit anderthalb Jahren anhaltende starke Wachstumsphase der Schweizer Wirtschaft wurde jäh unterbrochen. Die Schweiz folgt damit zeitgleich der deutlichen Konjunkturabschwächung im europäischen Ausland und insbesondere in Deutschland.

Zum negativen Quartalsergebnis trugen sowohl der Industrie- als auch der Dienstleistungssektor bei. Im verarbeitenden Gewerbe sank die Wertschöpfung leicht (−0,6 %). Vor dem Hintergrund des sehr dynamischen Wachstums der letzten Quartale kommt dies einer Normalisierung auf hohem Niveau gleich. Auch im Energiesektor ging die Wertschöpfung nach zwei ausgesprochen positiven Vorquartalen zurück (−2,2 %): Der trockene Sommer führte zu Produktionsausfällen bei Wasserkraftwerken. Im Einklang mit den Produktionsrückgängen in diesen Sektoren sanken die Exporte von Industriegütern und Energie stark. Das Total der Warenexporte**  (−4,2%) war ebenfalls deutlich rückläufig. Immerhin deuten die Oktober-Zahlen zum Aussenhandel bereits auf eine starke Erholung hin.

Im Dienstleistungssektor fiel das Quartalsergebnis kaum besser aus. Im Handel (−1,0 %) ging die Wertschöpfung nach einem bereits negativen Vorquartal erheblich zurück, getrieben sowohl durch den Detail- als auch durch den Grosshandel. Die Finanzbranche registrierte ebenfalls ein leichtes Minus: Bei der Wertschöpfung (−1,1 %) wie auch bei den Exporten von Finanzdienstleistungen wurde die einige Quartale andauernde Erholung unterbrochen.  Hingegen setzte sich im Sektor der unternehmensnahen Dienstleistungen (+0,7 %) sowie im Gesundheitssektor (+0,5 %) die positive Entwicklung der Vorquartale fort. Die schwache Entwicklung der Dienstleistungen spiegelt zum einen die insgesamt verhaltene Auslandnachfrage nach Schweizer Diensten. Zum anderen schlug im 3. Quartal auch die schwache Binnenkonjunktur im Zuge des gedrückten Konsumklimas in der Schweiz zu Buche.

Die privaten Haushalte erhöhten ihre Konsumausgaben (+0,1 %) im 3. Quartal kaum; die Bereitschaft zu grösseren Anschaffungen blieb vor dem Hintergrund einer schwachen Reallohnentwicklung gering. Die Konsumausgaben des Staates (−0,1 %) wurden leicht zurückgefahren. Die Bauinvestitionen (+0,02 %) stagnierten praktisch. Die Ausrüstungsinvestitionen (−2,0 %) waren über fast alle Rubriken stark rückläufig: Lediglich in Maschinen wurde leicht mehr investiert als ein Quartal zuvor. Entsprechend der rückläufigen Binnennachfrage gaben auch die Importe**  von Waren und Dienstleistungen (−1,6 %) deutlich nach.

* Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal der preisbereinigten, verketteten, saison- und kalenderbe-reinigten volkswirtschaftlichen Aggregate nach ESVG 2010.
** Ohne nicht-monetäres Gold und Wertsachen.


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Letzte Änderung 05.09.2018

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