Konsumentenstimmung erholt sich deutlich, bleibt aber unter dem Durchschnitt

Bern, 04.08.2020 - Die Konsumentenstimmung in der Schweiz hat sich vom Einbruch im April weitgehend erholt. Die Erwartungen für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung haben sich verbessert. Für den Arbeitsmarkt bleiben sie jedoch sehr negativ. Dementsprechend glauben die Befragten, dass aktuell kein guter Zeitpunkt für grössere Anschaffungen sei.

Der Index der Konsumentenstimmung lag im Juli bei −12 Punkten. Damit hat sich die Stimmung der Konsumentinnen und Konsumenten weitgehend vom historischen Tiefpunkt im April (−39 Punkte) erholt. Sie liegt aber weiterhin auf einem unterdurchschnittlichen Niveau (langfristiger Mittelwert: −5 Punkte).

Die Erwartungen für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung haben sich substanziell verbessert, ausgehend vom historisch tiefen Niveau von April. Der entsprechende Teilindex ist auf −17 Punkte geklettert: Im Zuge der Lockerung der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus hat eine gewisse wirtschaftliche Erholung eingesetzt.

Hingegen bleiben die Erwartungen hinsichtlich der Arbeitsmarktentwicklung sehr negativ. Der Index zur erwarteten Arbeitslosigkeit hat sich zwar verbessert, befindet sich aber weiterhin ziemlich nahe der historischen Niveaus, die in der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht wurden. Zudem wird die Sicherheit der Arbeitsplätze deutlich schlechter beurteilt als noch im April.

Während die vergangene finanzielle Lage der Haushalte (−10 Punkte) ähnlich beurteilt wird wie im Vorquartal, haben sich die Erwartungen für die finanzielle Lage deutlich aufgehellt: Der entsprechende Teilindex (−4 Punkte) liegt nur noch leicht unter dem langjährigen Mittelwert. Dazu beigetragen haben dürften auch die rückläufigen Konsumentenpreise. Passend dazu hat der Teilindex zur erwarteten Preisentwicklung ebenfalls nachgegeben.

Die Neigung zu grösseren Anschaffungen hat ihr Tief von April hinter sich gelassen, bleibt aber klar unterdurchschnittlich: Der entsprechende Teilindex liegt bei −17 Punkten. Wichtige Gründe dafür dürften die schwierigen Arbeitsmarktaussichten und die grosse Unsicherheit sein. Diese überwiegen die verbesserten Erwartungen für das eigene Haushaltsbudget.


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Letzte Änderung 14.09.2020

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