Zuwanderung: Effekte der Standortförderung gering und überwiegend im ländlichen Raum

Bern, 19.12.2013 - Der Bericht "Standortförderung und Zuwanderung" im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) analysiert die Wirkungszusammenhänge zwischen den Standortförderungsmassnahmen des Bundes und der Zuwanderung. Die Studie von Ecoplan untersucht insbesondere die Standortpromotion, Steuererleichterungen im Rahmen der Regionalpolitik und die Förderung der Beherbergungswirtschaft. In dem die Standortförderung zum Erhalt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt, wird auch eine leicht erhöhte Zuwanderung von rund vier Prozent ausgelöst. Rund drei Viertel des Zuwanderungseffektes entfallen auf ländliche oder strukturschwache Gebiete abseits der Ballungszentren. Weiter kommt die Studie zum Schluss, dass geförderte Unternehmen ihr Personal nicht wesentlich stärker im Ausland rekrutieren als übrige Unternehmen.

Die Standortförderung des Bundes hat zum Ziel, den Standort Schweiz zu entwickeln, das bestehende Unternehmertum zu pflegen und die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten zu fördern sowie den Standort zu bewerben. Sie ist ein Bestandteil der Standortpolitik unter vielen und zielt unter anderem auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Regionen. Im Rahmen der Studie wurden die für die Zuwanderung potentiell relevanten Standortförderungsmassnahmen des Bundes untersucht. Darunter fallen die Standortpromotion mehrheitlich in Form der Unterstützung von „Switzerland Global Enterprise“ (früher OSEC), Steuererleichterungen im Rahmen der Regionalpolitik und die Förderung der Beherbergungswirtschaft durch die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit (SGH).

Über die drei Instrumente - einschliesslich der Anstrengungen der Kantone, Regionen und Gemeinden - wurden in den letzten fünf Jahren durchschnittlich rund 600 Unternehmen pro Jahr gefördert, welche rund 3'600 Arbeitsplätze pro Jahr schufen. Der Zuwanderungseffekt lässt sich auf jährlich rund 2'000 Beschäftigte beziffern, mit Familiennachzug auf rund 3'200 Personen. Gemessen an der Nettozuwanderung in die Schweiz macht dies rund 4% aus.

Von besonderer Bedeutung ist die räumliche Verteilung der Zuwanderung. Vom Zuwanderungseffekt entfallen rund drei Viertel auf ländliche oder strukturschwache Gebiete abseits der Ballungszentren. Dies ergibt sich aus der gezielten räumlichen Lenkung der Regionalpolitik und der Förderung der Beherbergungswirtschaft, die auf diese Gebiete beschränkt sind. Nur die Standortpromotion wirkt gesamtschweizerisch, wobei auch hier ein substanzieller Teil der beeinflussten Arbeitsplätze ausserhalb der grossen Ballungszentren liegt.

Weiter deuten eine Umfrage bei 900 Rekrutierungsverantwortlichen und die Auswertung verschiedener Studien darauf hin, dass geförderte Unternehmen sich nicht wesentlich stärker auf eine Rekrutierung im Ausland abstützen als übrige Unternehmen. Im Ausland rekrutiert wird vor allem für Stellen mit höherem Anforderungsprofil. Die Nationalität spielt deshalb bei der Rekrutierung eine untergeordnete Rolle. Neu angesiedelte Unternehmen, darunter auch multinationale Unternehmen, streben oft eine rasche lokale Verankerung an. Bereits ansässige Arbeitnehmende sichern den Unternehmen Zugang zu Know-how über die lokalen Verhältnisse. Aus Sicht der Unternehmen ist die Zuwanderung wichtig, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die mit der Zuwanderung hochqualifizierter Personen verbundene Internationalisierung wird von den Unternehmen als Standortvorteil wahrgenommen. Insofern trägt die Zuwanderung auch zum Erhalt und zur Förderung der Innovationskraft und der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz bei.

Im „Bericht über die Personenfreizügigkeit und die Zuwanderung“ vom Juli 2012 machte der Bundesrat eine Forschungslücke hinsichtlich der Auswirkungen der Standortförderungsmassnahmen des Bundes auf die Zuwanderung aus. Der vorliegende Bericht "Standortförderung und Zuwanderung" von Ecoplan im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) analysiert Wirkungszusammenhänge und nimmt basierend auf statistischen Analogieschlüssen quantitative Abschätzungen vor.


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Letzte Änderung 20.03.2019

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