Stabile Finanzierungssituation der KMU

Bern, 29.06.2017 - Die Finanzierungssituation der KMU in der Schweiz ist stabil. Auch in naher Zukunft ist nicht mit einer Verschlechterung zu rechnen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage im November 2016 bei 1‘922 Unternehmen. Der Kreditmarkt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) funktioniert. Die Einführung von Negativzinsen sowie die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank im Januar 2015 haben für eine Minderheit von Schweizer KMU zu einer Verschlechterung ihrer Finanzierungssituation geführt.

Die Finanzierungssituation von Schweizer KMU hat sich in den vergangenen acht Jahren nur wenig verändert. Nach wie vor finanzieren sich fast zwei Drittel der Unternehmen ausschliesslich über Eigenkapital. 38 Prozent der KMU nutzen auch Fremdkapital. Dabei sind Hypotheken, Kontokorrentkredite, Darlehen und Leasing die wichtigsten Fremdkapitalformen. 32 Prozent der KMU nutzen Bankfinanzierungen. Trotz eines sich abzeichnenden Bedeutungsverlustes der Finanzintermediäre bleiben Bankfinanzierungen die zentrale Finanzierungsform. Andere Fremdfinanzierungsquellen sind marginal. Von den eingereichten Kreditanträgen wurden lediglich sechs Prozent abgelehnt.

Bankfinanzierungen
Der Anteil Unternehmen mit Bankfinanzierung ist bei den Mikrounternehmen deutlich geringer ist als bei KMU mit mehr als 10 Beschäftigten. Zudem steigt der der Anteil KMU mit Bankfinanzierung mit zunehmendem Unternehmensalter. Dieser Trend ist insbesondere bei Mikrounternehmen ausgeprägt. Zwischen exportorientierten KMU und jenen ohne Exportaktivitäten bestehen keine signifikanten Unterschiede bei der Inanspruchnahme von Bankfinanzierungen. Der Markt für KMU-Unternehmenskredite von Banken in der Schweiz hatte per Ende 2016 ein Volumen von CHF 295 Milliarden. Zwei Drittel dieses Volumens geht auf Mikrounternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten zurück.

Der Zugang zu externer Finanzierung wird derzeit im Vergleich zu anderen betriebswirtschaftlichen Herausforderungen von exportorientierten und nicht-exportorientierten KMU als wenig kritisch erachtet wird. Die beiden Aspekte „Wettbewerb“ und „Kundschaft generieren“ stellen die grössten Herausforderungen dar. Dies lässt sich unter anderem auch auf die tiefe Kreditablehnungsrate zurückführen. Der Kreditzugang funktioniert hierzulande gut.

Schweizer KMU scheinen grundsätzlich zufrieden zu sein mit ihren Bankbeziehungen. Nur zwei Prozent der Unternehmen haben im vergangenen Jahr ihre Hausbank gewechselt. Die Unternehmen holen nur wenige Offerten ein und verlassen sich bei einer Kreditfinanzierung offensichtlich stark auf das eingespielte Verhältnis mit ihrer Hausbank.

Keine Verschlechterung der Finanzierungssituation
Die ausserordentliche Situation in den vergangenen Jahren mit der Einführung von Negativzinsen und der Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat bei einem Grossteil der Schweizer KMU nicht zu einer signifikanten Verschlechterung der Finanzierungssituation oder zu einem verminderten Investitionsverhalten geführt. Nur rund fünf Prozent der befragten Unternehmen bezahlen effektiv Negativzinsen.

Die Resultate der Befragung zeigen insgesamt, dass sich die Finanzierungssituation von Schweizer KMU im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2012 nicht verschlechtert hat. Der Zugang zu Fremdkapital in Form von Bankkrediten und Kreditrahmen ist gegeben. Die gemachten Beobachtungen lassen darauf schliessen, dass auch in naher Zukunft nicht mit einer sich verschlechternden Finanzierungssituation zu rechnen ist.

Laufende Beobachtung
Um die Finanzierungssituation von Schweizer KMU periodisch zu erheben, hat das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO seit 2009 vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise drei Umfragen in Auftrag gegeben. Diese Befragungen dienten als Basis für die anschliessende Erarbeitung von Studien, in denen verschiedene Fragestellungen im Zusammenhang mit der Finanzierungssituation und allfälligen Schwierigkeiten beim Zugang zu Bankkrediten von Schweizer KMU beantwortet wurden. Im November 2016 haben 1‘922 Schweizer KMU online an einer weiteren Befragung teilgenommen. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Entwicklung seit den vorherigen Umfragen und insbesondere die Auswirkungen der Schuldenkrise und des starken Frankens. Aufgrund der Stichprobenauswahl und des Gewichtungsverfahrens sind die Resultate repräsentativ für die Schweizer KMU-Landschaft. Die Studie wurde vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern erstellt.

Die Entwicklung der Kreditversorgung für KMU wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO gemeinsam mit Vertretern von economiesuisse, des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv), Swissbanking, Swissmem, der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und des Staatsekretariats für Finanzfragen (SIF) im Rahmen der Arbeitsgruppe „Kreditmarkt KMU“ aufmerksam verfolgt.


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Letzte Änderung 20.03.2019

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