Ausfuhr von Kriegsmaterial im Jahr 2017

Bern, 27.02.2018 - Schweizer Unternehmen haben 2017 gestützt auf Bewilligungen des SECO für 446,8 Millionen Franken Kriegsmaterial in 64 Länder exportiert. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme um 8 Prozent und einem Anteil von 0,15* Prozent an der gesamten Warenausfuhr der Schweizer Wirtschaft.

Im Gegensatz zur gesamten Warenausfuhr**  aus der Schweiz, die 2017 gegenüber dem Vorjahr um rund 1 Prozent tiefer ausgefallen ist, verzeichneten die Kriegsmaterialausfuhren zum Vorjahr eine leichte Zunahme, und zwar um 34,9 Millionen Franken auf 446,8 Millionen Franken. Dies entspricht einer Veränderung gegenüber 2016 um rund 8 Prozent. Damals wurde Kriegsmaterial für 411,9 Millionen exportiert.

Grösster Abnehmer ist Deutschland
Grössere Geschäfte in der Berichtsperiode waren die Ausfuhr von Fliegerabwehrsystemen nach Thailand (87,6 Millionen), die Lieferung von diversen Munitionsarten und Munitionskomponenten nach Deutschland (78,3 Millionen) und von Feuerleitgeräten zu Fliegerabwehrsystemen nach Brasilien (32,9 Millionen).

Rund 53 Prozent (2016: 58 Prozent) des ausgeführten Kriegsmaterials waren für die 25 Länder des Anhangs 2 der Kriegsmaterialverordnung (KMV) bestimmt, die allen vier internationalen Exportkontrollregimen für die Kontrolle strategisch sensibler Güter angehören (Gruppe der Nuklearlieferländer, Australiengruppe, Raketentechnologiekontrollregime, Wassenaar Vereinbarung)***.

Aufgeteilt nach Kontinenten machten die Exporte nach Europa 49,8 Prozent (2016: 51,9 Prozent) aller Ausfuhren aus, nach Amerika 14,3 Prozent (11,2 Prozent), nach Asien 28,5 Prozent (24,4 Prozent), nach Afrika 7,3 Prozent (12,4 Prozent) und nach Australien 0,1 Prozent (0,1 Prozent).

Die fünf Hauptabnehmerländer waren Deutschland mit Lieferungen im Wert von 117,7 Millionen Franken, gefolgt von Thailand mit 87,6 Millionen Franken, Brasilien mit 32,9 Millionen Franken, Südafrika mit 32,7 Millionen Franken und den USA mit 27,6 Millionen Franken.

Betrachtet man die Kategorien von Kriegsmaterial gemäss Anhang 1 der KMV, dann entfielen im Jahr 2017 39,4 Prozent auf Feuerleiteinrichtungen (Kat. KM 5) und 30,5 Prozent auf Munition und Munitionsbestandteile für Waffen jeglichen Kalibers (Kat. KM3). 8,0 Prozent entfielen auf Waffen jeglichen Kalibers (Kat. KM 2), 6,1 Prozent auf Bestandteile für Kampfflugzeuge (Kat. KM 10) und 5,3 Prozent auf militärische Explosivstoffe und Brennstoffe (Kat. KM8).

Die restlichen 10,7 Prozent verteilten sich auf 5 weitere Kategorien.

Weniger Bewilligungen bei den besonderen militärischen Gütern
Das SECO veröffentlicht ebenfalls eine Statistik zu den besonderen militärischen Gütern des Anhangs 3 der Güterkontrollverordnung (bspw. unbewaffnete militärische Trainingsflugzeuge, Aufklärungsdrohnen, Nachtsichtgeräte). Der Gesamtwert der nach den Kriterien der Güterkontrollgesetzgebung erteilten Einzelbewilligungen belief sich 2017 auf 71 Millionen Franken (2016: 693 Mio.), wovon 0 Millionen Franken (173 Mio.) bereits früher bewilligte Geschäfte betreffen. Damit wurden im vergangenen Jahr neue Geschäfte in der Höhe von 71 Millionen Franken (520 Mio.) bewilligt. Bewilligungen sind gemäss Güterkontrollverordnung zwei Jahre gültig und müssen nach einer einmaligen Verlängerung von zwei Jahren neu erteilt werden. Im Zolltarif besteht keine Aufschlüsselung für besondere militärische Güter; daher können keine Daten über die tatsächlich ausgeführten Güter erhoben werden.

* Aufgrund der Berücksichtigung des Handels mit Gold, Silber in Barren und Münzen in der Aussenhandelsstatistik lässt sich dieser Wert nicht mit den Werten vor 2015 vergleichen.
** Gesamter Aussenhandel, d.h. inkl. Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten.
*** Argentinien, Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, USA.


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Letzte Änderung 05.09.2018

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