«Weissbuch Regionalpolitik»: Denkanstösse für die Gestaltung der zukünftigen Regionalpolitik

Bern, 30.07.2020 - Das «Weissbuch Regionalpolitik» des SECO liegt vor. Darin haben Autorinnen und Autoren aus Praxis, Politik, Wissenschaft, Medien, Verwaltung und Verbänden in 26 Beiträgen ihr Bild der zukünftigen Regionalpolitik gezeichnet. Das Weissbuch soll die Debatte um die Regionalpolitik der Zukunft in Gang bringen und Anregungen für deren Weiterentwicklung liefern.

Regionen fördern, Schweiz stärken: Mit der Neuen Regionalpolitik (NRP) haben Bund und Kantone seit 2008 in über 2‘000 Projekte investiert und damit den ländlichen Raum, die Berggebiete und die Grenzregionen der Schweiz regionalwirtschaftlich vorangebracht. Die Herausforderungen verändern sich – in den letzten Jahren etwa durch die Digitalisierung und den starken Schweizer Franken oder jüngst mit der COVID-19-Pandemie. Was bedeutet das für die zukünftige Regionalpolitik? In welchen Regionen soll sie ihre Wirkung entfalten? Wie unterstützt sie künftig engagierte Akteurinnen und Akteure bei der aktiven Gestaltung des ländlichen Raums, der Berggebiete und der Grenzregionen als dynamische und attraktive Wirtschafts-, Arbeits-, aber auch Lebens-, Wohn-, Erholungs- und Naturräume? Wer entscheidet über Inhalte und Strategien der Regionalentwicklung und wem gegenüber trägt die Regionalpolitik Verantwortung? Um die Diskussion über die Regionalpolitik der Zukunft zu lancieren, hat das SECO diese Fragen Expertinnen und Experten vorgelegt: In 26 kurzen Beiträgen skizzieren Persönlichkeiten aus Praxis, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, von Verbänden und Medien ihr Bild der zukünftigen Regionalpolitik.

Postuliert werden etwa der Aufbau von Reallaboren als Experimentierräume, in denen innovative Ideen getestet werden können, aber auch eine verstärkte Orientierung an den Kriterien der Nachhaltigkeit oder die Stärkung regionaler Entwicklungsträger als zentrale Koordinatoren und «Kümmerer». Die Vorschläge, in welchen Gebieten die Regionalpolitik künftig wirken soll, reichen von der Forderung, sich auf die strukturschwächsten Regionen zu konzentrieren bis hin zum Plädoyer, den Förderperimeter auf die Grossagglomerationen und damit die gesamte Schweiz auszuweiten. Auch hinsichtlich der Entwicklungspotenziale, die die künftige Regionalpolitik fördern soll, präsentieren die Beiträge ein breites Spektrum. Die Autorinnen und Autoren empfehlen vermehrt auf soziale Innovationen zu setzen, die Möglichkeiten neuer Technologien und der Digitalisierung gezielt zu nutzen oder neue Modelle für das Zusammenspiel von Stadt und Land zu wagen.

Die Beiträge im «Weissbuch Regionalpolitik» regen den Diskurs zur Ausrichtung der Regionalentwicklung an und bieten auch Inspiration für all jene, die sich aktiv für die Zukunft ihrer Region und der Schweiz engagieren wollen. Die Verantwortlichen der Regionalpolitik – namentlich das SECO, die Kantone und die Regionen – finden im Weissbuch Impulse und Anregungen für die Gestaltung des NRP-Mehrjahresprogramms 2024-2031. Die Vorbereitungsarbeiten für diese dritte achtjährige NRP-Programmperiode haben bereits begonnen und werden in den kommenden Monaten unter Einbezug betroffener und interessierten Kreise vorangetrieben.

Gerne möchten wir auch Ihnen eine Möglichkeit geben mitzudiskutieren und Ihre Ideen einzubringen. Am einfachsten geht das auf LinkedIn. Posten Sie Ihre Meinungen und Vorschläge direkt in unserer Gruppe « Public Regional Management». Eine engagierte Community von Regionalentwicklerinnen und Regionalentwickler freut sich auf Ihre Inputs!

Die Publikation ist online und in kleiner Auflage auch physisch erhältlich. Die Artikel sind in der jeweiligen Sprache der Autorinnen und Autoren verfasst.

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Letzte Änderung 30.07.2020

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