Das Bruttoinlandprodukt im 2. Quartal 2014

Bern, 02.09.2014 - Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz hat sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal nicht verändert (0.0%)*. Die Handelsbilanz mit Waren und Dienste trug leicht negativ zum BIP-Wachstum bei, hingegen lieferte der private Konsum leicht positive Impulse; einen Null-Beitrag lieferten die Investitionen (Bau- und Ausrüstungen). Auf der Produktionsseite (Entwicklung der Wertschöpfung nach Branchen) lieferten die Industrie, der Grosshandel und die Finanzdienstleistungen (insgesamt circa 40% des BIP) keine Wachstums-Impulse. Staatsnahe Bereiche verzeichneten ebenfalls keine Wertschöpfungszunahme. Im Vergleich zum 2. Quartal 2013 resultierte ein BIP-Wachstum von 0,6 %.

Im 2. Quartal 2014 sind die Ausgaben der privaten Haushalte und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) gegenüber dem Vorquartal um 0,2% angestiegen. Positive Wachstumsbeiträge lieferten insbesondere die Rubriken Wohnen und Freizeit. Die Gesundheitsausgaben trugen negativ zum Wachstum bei. Die Konsumausgaben des Staates und der Sozialversicherungen entwickelten sich zum zweiten Mal in Folge negativ (-0,3%).

Die Bruttoanlageinvestitionen verblieben auf dem gleichen Niveau wie im Vorquartal (0,0%). Während die Ausrüstungsinvestitionen getrieben durch Investitionen in EDV und Investitionen in Fahrzeuge um 0,7% zulegen konnten, nahmen die Bauinvestitionen ab (-0,7%).

Die Warenexporte (ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten) nahmen im 2.Quartal 2014 um 0.7% zu. Zum Wachstum trugen insbesondere Exporte von Bijouterie positiv bei. Leicht positive Impulse lieferten auch die Exporte von chemischen und pharmazeutischen Produkten. Im Gegensatz dazu bildeten sich die Exporte der MEM-Industrie zurück.

Die Warenimporte (ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten) stiegen im 2.Quartal um 0.7% an. Insbesondere nahmen die Importe von Chemie/Pharma zu. Importe von Maschinen/Elektronik sowie Metalle haben sich ebenfalls positiv entwickelt. Eine Abnahme verzeichnete die Rubrik Präzisionsinstrumente/Uhren/Bijouterie.

Die Dienstleistungsexporte (Fremdenverkehr inbegriffen) sind im 2.Quartal 2014 gegenüber dem Vorquartal um 0.6% angestiegen. Die Dienstleistungsimporte (Fremdenverkehr inbegriffen) haben sich ebenfalls positiv entwickelt (+2.4%). 

Auf der Produktionsseite hat sich die Wertschöpfung in vielen Branchen  zwischen dem 1. und dem 2. Quartal fast nicht verändert. Die Industrie, Energie- und Wasserversorgung lieferten insgesamt einen leichten positiven Beitrag zum BIP-Wachstum, demgegenüber entwickelt sich die Wertschöpfung im Finanzsektor und in einigen staatsnahen Wirtschaftsbereichen stagnierend bis leicht rückläufig.

Für drei Quartale in Folge hat sich der Deflator des Bruttoinlandprodukts nicht verändert (0,0% Vorjahresquartalsveränderung im 2. Quartal 2014, wie schon in den letzten zwei Quartale). Der Deflator des privaten Konsums bildete sich zurück (-0,2%) und setzte damit eine negative Entwicklung fort (seit beinahe zwölf Quartalen). Auch die Preise für Ausrüstungsgüter nahmen weiter ab (-0,3%), die Baupreise wuchsen nur leicht (+0,2%). Eine Abnahme der Preise ist bei den importierten und exportierten Güter und Dienstleistungen ebenfalls zu verzeichnen (-0,7% für die Exporte, -0,5% für die Importe)**.

Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR)
Die BIP Quartalsergebnisse, die in dieser Pressemitteilung kommentiert werden, wurden für das letzte Mal im Rahmen des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) von 1995 berechnet. Die BIP-Jahres- sowie Quartalswerte werden einer konzeptionellen und methodischen Revision unterzogen und auf ESVG 2010 umgestellt. Am 30.09.2014 werden die revidierten BIP-Jahres und Quartalsergebnisse (gemäss ESVG 2010) veröffentlicht (historische und neue Zahlen bis zum 2. Quartal 2014). Diese Umstellung der VGR findet in der Schweiz und in Europa gegenwärtig statt.

Zusätzlich zu der Publikation der neuen Zahlen werden die wichtigsten Änderungen der Revision sowie die Auswirkungen auf das Bruttoinlandprodukt (BIP) vom BFS (Bundesamt für Statistik) und vom SECO am 30. September 2014 um 9.30 Uhr an einem Point de Presse in Bern (SECO-Hauptgebäude, Holzikofenweg 36) vorgestellt.

Weitere Informationen zum Thema Revision der VGR: BFS Aktuell, VGR-Revision 2014: Wichtigste Änderungen und Auswirkungen (nur auf Deutsch und Französisch erhältlich), http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/publikationen.html?publicationID=5516

* Ohne gegenteilige Anmerkung werden die hier aufgeführten Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal  (ohne Hochrechnung auf Jahresbasis) aus saison- und preisbereinigten Reihen berechnet. „Real“ steht dabei als Abkürzung für die Formulierung „zu Preisen des Vorjahres, verkettete Werte, Referenzjahr 2005“. In der offiziellen Terminologie wird auch von „Volumenentwicklung“ gesprochen. Die Kommentare zur Entwicklung der Preisindizes stützen sich auf die Vorjahresquartalsveränderungen der nicht-saisonbereinigten Daten.

** Die Kommentare über die Entwicklung der Export- und Importpreise beziehen sich auf die Entwicklung des Aggregats "Waren und Dienste, ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten" (Summe des Aussenhandels gemäss "Total 1").


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Letzte Änderung 20.03.2019

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