Schwangere und Stillende

Schwangere Frauen und stillende Mütter sind bei der Arbeit bestimmten Risiken besonders ausgesetzt. Ziel ist es, sie zu schützen, ebenso das ungeborene und später das gestillte Kind. Schwangere Frauen und stillende Mütter haben besondere Bedürfnisse. Das ungeborene Kind der arbeitenden Mutter bedarf besonderer Schutzmassnahmen. Eine schwangere Frau muss sich schonen, um die Gesundheit ihres Kindes zu schützen. Nach der Geburt des Kindes braucht sie zudem Zeit, um sich auszuruhen, ihr neues Leben zu organisieren und um ihr Kind zu stillen. Zudem existieren Arbeitsbedingungen, die für die schwangere Frau besonders schädlich sind, sie darf z.B. auf keinen Fall Stoffen ausgesetzt werden, die Missbildungen des Foetus auslösen könnten.

Das Arbeitsgesetz sieht deshalb weitergehende Schutzmassnahmen vor:

  • in Bezug auf die Arbeits- und Ruhezeiten (z.B. max. Arbeitszeit von 9 Std. pro Tag, keine Beschäftigung zwischen 20:00 und 06:00 Uhr 8 Wochen vor der Geburt etc.)
  • in Bezug auf Massnahmen bei Tätigkeiten im Stehen (z.B. bei hauptsächlich stehender Tätigkeit 12 Std. tägliche Ruhezeit und 10 Min. zusätzliche Pausen alle 2 Std. ab dem 4. Schwangerschaftsmonat sowie maximal 4 Std. stehende Tätigkeit pro Tag ab 6. Schwangerschaftsmonat)
  • in Bezug auf die Einhaltung der Bestimmungen bei beschwerlichen und gefährlichen Arbeiten, die auf dem Vorsorgeprinzip beruhen: eine Risikobeurteilung muss noch vor einer Beschäftigung erstellt werden.

Bestehen Risiken für die Gesundheit von Mutter und Kind, müssen die Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass eine Weiterbeschäftigung ohne Gefahr möglich ist.

Ein Betrieb mit gefährlichen oder beschwerlichen Arbeiten für Mutter und Kind muss vor der Beschäftigung von Frauen im betroffenen Betriebsteil eine Risikobeurteilung gemäss der Verordnung des WBF über gefährliche und beschwerliche Arbeiten bei Schwangerschaft und Mutterschaft (Mutterschutzverordnung, SR 822.111.52) durch einen Fachspezialisten (Arbeitsmediziner, Arbeitshygieniker) gemäss der Verordnung über die Eignung der Spezialistinnen und Spezialisten der Arbeitssicherheit (Eignungsverordnung SR 822.116) vornehmen lassen.

Weiteres darüber und über den Ablauf der Mutterschutzabklärung erfahren Sie im Merkblatt «Mutterschutz - Informationen für den Arbeitgeber». Darin werden die Informationswege der betroffenen Kreise aufgezeigt.

Die Risikobeurteilung hält fest, welche Gefahren für Mutter und Kind bestehen, welche Arbeiten auszuschliessen sind und wie vorhandene Risiken vermieden werden können. Der Arbeitgeber teilt der Frau das Ergebnis der Risikobeurteilung und die daraus hervorgehenden Anweisungen mit. Es kann sich dabei um den Ausschluss vom Umgang mit Gefahrstoffen handeln. Falls keine technischen oder persönlichen Schutzmassnahmen getroffen werden können, muss eine Versetzung zu einer gleichwertigen Tätigkeit ohne Gefährdung angeordnet werden. Ist dies nicht möglich, hat der Arbeitgeber eine Lohnfortzahlung in 80 % des Lohnes zu entrichten. 


Arbeitszeitgestaltung und Stillzeit

Die Gestaltung der Arbeitszeit schwangerer Frauen oder stillender Mütter muss ihre besondere Situtation berücksichtigen.

Folgende Tabelle gibt Ihnen einige Informationen zur Arbeitszeitgestaltung und bezüglich den bezahlten Stillzeiten. 


Einführung von bezahlten Stillzeiten 

30.04.2014

Einführung von bezahlten Stillzeiten

Der Bundesrat hat am 30. April 2014 die Revision der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1) verabschiedet und gleichzeitig beschlossen, das Übereinkommen Nr. 183 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über den Mutterschutz zu ratifizieren. Die revidierte Verordnung sieht neu das Prinzip der entlöhnten Stillzeiten vor. Die Revision tritt per 1. Juni 2014 in Kraft.

Wegleitungsartikel 60 ArGV 1 


Publikationen

Mutterschaft – Schutz der Arbeitnehmerinnen

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Schwangere Frauen und Mütter sind durch das Gesetz besonders geschützt. Die Broschüre erläutert die gesetzlichen Vorschriften, insbesondere Gesundheitsschutz, Lohnfortzahlung und Kündigungsschutz.

Mutterschutz im Betrieb - Leitfaden für Arbeitgeber

Mutterschutz im Betrieb - Leitfaden für Arbeitgeber

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, in seinem Betrieb Schwangere und Stillende sowie deren Kind vor Gefährdungen am Arbeitsplatz zu schützen. Eine Schwangere gilt grundsätzlich als arbeitsfähig, ausser wenn sie krank ist oder durch die Arbeit eine Gefährdung für das ungeborene Kind oder die Schwangere selbst besteht. Diese Broschüre zeigt auf, wie Arbeitgeber den Mutterschutz im Betrieb gesetzeskonform umsetzen können.

Leitfaden für gynäkologisch tätige Ärztinnen und Ärzte

Leitfaden für gynäkologisch tätige Ärztinnen und Ärzte

Es ist Aufgabe der gynäkologisch betreuenden Ärztinnen und Ärzte
zu beurteilen, wie der Gesundheitszustand der Schwangeren ist und
ob die Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz wirksam sind. Die Ärztin
oder der Arzt ist befugt, Anpassungen an die Arbeitsbedingungen
zu verlangen oder ein Beschäftigungsverbot auszusprechen.

Arbeit und Gesundheit - Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit

Flyer Schwangerschaft_de

Der Schutz der Arbeitnehmerin während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit ist vorbeugender Gesundheitsschutz!

Arbeit und Gesundheit - Als Schwangere in Tierhandlungen arbeiten - Prävention

Schwangere_Tierhandlungen_de

Neben den üblichen Risiken einer Schwangerschaft sind schwangere Frauen in Tierhandlungen dem direkten Kontakt mit den Tieren ausgesetzt. Tierkrankheiten, die auf den Menschen übertragen werden können, können die Schwangerschaft erschweren und im ernsten Fall zum Absterben des Fetus führen.

Checkliste OCIRT «Mutterschutz am Arbeitsplatz»

Checkliste-OCIRT-Mutterschutz_de

Die Arbeitsbedingungen müssen so sein, dass die Gesundheit der schwangeren oder stillenden Frau und des Kindes nicht gefährdet wird.


Formulare

Letzte Änderung 08.10.2018

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