Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel enthalten Wirkstoffe, die Pflanzen vor Schadorganismen schützen, Pflanzenerzeugnisse konservieren und unerwünschte Pflanzen oder Pflanzenteile vernichten. Pflanzenschutzmittel helfen Ertragsverluste in landwirtschaftlichen Kulturen zu minimieren, sie können jedoch auch schädliche Nebenwirkungen auf Mensch (z.B. Konsumentinnen und Konsumenten oder berufliche Anwenderinnen und Anwender), Tier (z.B. Vögel, Kleinsäuger, Nützlinge, Bodenorganismen) und Umwelt (z.B. Wasser, Boden) haben. Damit diese Nebenwirkungen möglichst gering bleiben, sind im Gesetz klare und strenge Vorschriften enthalten.

Zulassungsverfahren

Pflanzenschutzmittel dürfen in der Schweiz nur in Verkehr gebracht werden, sofern sie vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zugelassen wurden. Die rechtliche Basis bilden das Chemikaliengesetz (ChemG) sowie die Pflanzenschutzmittel-Verordnung (PSMV). Jedes Zulassungsgesuch wird in der Regel von vier Beurteilungsstellen beurteilt: das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), die landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Agroscope und das Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

Nachdem die verschiedenen Beurteilungsstellen ihre Gutachten beim BLW eingereicht haben, prüft dieses die Argumentation für oder gegen eine Zulassung. Basierend auf dem Entscheid des BLW erstellt dieses eine Verfügung, in der Auflagen aufgeführt sind, die bei der Anwendung des Pflanzenschutzmittels zu beachten sind.

Übersicht Bewilligungsverfahren gemäss PSMV

Bewilligungsverfahren für Pflanzenschutzmittel (PSM)

Beurteilung des Dossiers durch das SECO

Das Ressort Chemikalien und Arbeit des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) beurteilt die Sicherheit der beruflichen Anwenderinnen und Anwender von Pflanzenschutzmitteln. Persönliche Schutzmassnahmen, die bei der Verwendung des Pflanzenschutzmittels eingehalten werden müssen, werden anhand von zwei Faktoren abgeleitet: (1) den gesundheitsgefährdenden Eigenschaften der Chemikalien und (2) der systemischen Exposition der Anwenderinnen und Anwender gegenüber dem Pflanzenschutzmittel. Mit Hilfe von anerkannten Rechenmodellen wird die Exposition für die Anwenderinnen und Anwender von Pflanzenschutzmitteln, sowie für jene Personen abgeschätzt, die Nachfolgearbeiten in den behandelten Flächen durchführen. Das SECO erstellt daraufhin ein Gutachten und formuliert darin die nötigen Schutzmassnahmen, um den Gesundheitsschutz der beruflichen Anwenderinnen und Anwender bei der vorschriftsgemässen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu gewährleisten.

Publikationen

Studie: Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Gesundheit der Landwirte

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Das Institut für Arbeit und Gesundheit (IST) der Universität Lausanne hat im Auftrag des SECO, eine ausführliche Literaturstudie durchgeführt, in der die aktuell vorhandenen epidemiologischen Daten über die gesundheitlichen Auswirkungen der beruflichen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zusammengefasst wurden.

Berufliche Exposition gegenüber Pflanzenschutzmitteln und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit: Ein Problem für die Schweiz?

Exposition professionnelle aux pesticides et leurs effets sur la santé : Une problématique pour la Suisse ?

Fehlende Daten zur Gesundheit der Landwirte - Das Institut für Arbeit und Gesundheit der Universität Lausanne (Institut universitaire romand de Santé au Travail, IST) hat in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am 8. Juni 2017 in Lausanne einen Workshop organisiert.

Poster Anwenderschutz - Sicheres Arbeiten mit Pflanzenschutzmitteln

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Informieren Sie sich über die Gefahren der Produkte und die
vorgeschriebenen Schutzmassnahmen zum Anmischen und
Ausbringen der Spritzbrühe sowie für Nachfolgearbeiten.

Sicheres Arbeiten mit Pflanzenschutzmitteln

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Die unsachgemässe Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ist mit Gesundheitsgefahren verbunden. Die vorliegende Broschüre erläutert, wie sich Anwender und Anwenderinnen bei der regelmässigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln richtig schützen, um gesundheitsschädigende Auswirkungen zu vermeiden.

Gefährdung von Arbeitenden durch Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln während Nachfolgearbeiten in der Landwirtschaft

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Im Rahmen einer kurzen Befragung für das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) wurden mit den Betriebsleitern von je 5 Wein- und Gemüsebaubetrieben Interviews durchgeführt. Es sollte abgeklärt werden, ob und in welchem Umfang die Arbeiter bei Tätigkeiten in mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Kulturen Schutzmassnahmen ergreifen.

Letzte Änderung 04.07.2018

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