Angebote der Nachholbildung: Möglichkeiten und Grenzen für die Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung (ALV) ist von den Konsequenzen fehlender Berufsabschlüsse betroffen. Personen ohne nachobligatorische Ausbildung unterliegen einem erhöhten Risiko arbeitslos zu werden. Die durchgeführte Bestandsaufnahme analysiert die Möglichkeiten und Grenzen der Angebote der Nachholbildung im Rahmen der ALV und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen.

Mit der Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBG) von 2002 haben sich vier Wege der Nachholbildung etabliert, auf welchen Erwachsene ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) erwerben können. Zwei Wege sind ohne Lehrvertrag möglich (die direkte Zulassung zur Abschlussprüfung und die Validierung von Bildungsleistungen), die anderen beiden Wege erfordern einen Lehrvertrag (die verkürzte und die reguläre berufliche Grundbildung).

Die Grundausbildung und die Förderung der beruflichen Weiterbildung von arbeitslosen Personen gehört gemäss Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG) nicht zu den Kernaufgaben der ALV. Die ALV ist aber von den Konsequenzen fehlender Berufsabschlüsse stark betroffen, da rund ein Drittel der angemeldeten Stellensuchenden über keinen Berufsabschluss verfügen. Aufgrund der steigenden Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt besteht im Hinblick auf die Vermittelbarkeit ein grosser Nachteil für Stellensuchenden ohne nachobligatorische Ausbildung.

Vor diesem Hintergrund hat das SECO untersucht, wie dieses Potential genutzt werden kann und mit welchen Massnahmen die ALV die berufliche Qualifikation von niedrigqualifizierten Stellensuchenden im Rahmen der arbeitsmarktlichen Massnahmen unterstützen kann, um deren arbeitsmarktliche Wiedereingliederung zu fördern.

Der von KEK-CDC Consultants erstellte Bericht analysiert, welche Möglichkeiten und Grenzen für die Angebote der Nachholbildung im Rahmen der ALV bestehen. Dabei zeigt die Bestandsaufnahme auf, wie sich die aktuelle Vollzugspraxis der kantonalen Arbeitsämter hinsichtlich der Nachholbildung gestaltet. Ein zentraler Aspekt stellt dabei die Zusammenarbeit zwischen der Berufsbildung und den kantonalen Arbeitsämtern dar. Abschliessend formuliert der Bericht konkrete Handlungsempfehlungen zuhanden der ALV, welche auf eine Förderung der Nachholbildung im Rahmen der ALV abzielen, gleichzeitig aber die Grenzen in Bezug auf die Finanzierung und die in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) verfügbaren Fachkompetenzen berücksichtigen.

Letzte Änderung 04.01.2018

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