EU-Austritt des Vereinigten Königreichs (Brexit)

Das Vereinigte Königreich ist wirtschaftlich ein wichtiger Partner der Schweiz. Die Beziehungen Schweiz–Vereinigtes Königreich basieren zum heutigen Zeitpunkt massgeblich auf den bilateralen Abkommen mit der Europäischen Union (EU), die nach dem EU-Austritt nicht mehr auf das Vereinigte Königreich anwendbar sein werden.

Das am 11. Februar 2019 in Bern unterzeichnete Handelsabkommen gewährleistet die Fortführung der Rechte und Pflichten im Wirtschafts- und Handelsbereich gemäss den zwischen der Schweiz und der EU bestehenden Abkommen. Es bildet die Grundlagen für die künftigen wirtschaftlichen und handelspolitischen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich sowohl für den Fall, dass dieses die EU ohne Abkommen («No-Deal») verlässt, als auch für den Fall, dass es geordnet aus der EU austritt («Deal»).

Das zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU ausgehandelte Austrittsabkommen («Withdrawal Agreement») sieht eine Übergangsphase vor, die vom Austrittsdatum bis mindestens zum 31. Dezember 2020 dauern würde («Deal»-Szenario»). Während dieser Übergangsphase wäre das Vereinigte Königreich weiterhin Teil des europäischen Binnenmarktes und der Zollunion. Die Bestimmungen aus den bilateralen Abkommen Schweiz−EU wären damit auch weiterhin auf die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich anwendbar, womit sich im Vergleich zur heutigen Situation nichts ändern würde. In diesem Fall würde das Handelsabkommen nach Ablauf der Übergangsperiode in Kraft treten.

Bis jetzt ist das «Withdrawal Agreement» zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU nicht ratifiziert worden. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Übergangsphase nicht zustande kommt und das Vereinigte Königreich «ungeordnet» aus der EU austritt («No-Deal»). Im Falle eines No-Deals würde das Handelsabkommen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich ab dem Datum des Austritts aus der EU provisorisch angewendet.

Das Handelsabkommen stellt eine Replikation eines Grossteils der handelsrelevanten Rechte und Pflichten unter den bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU dar. Es umfasst das Freihandelsabkommen, das Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen, das Betrugsbekämpfungsabkommen, das Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen (MRA), das Agrarabkommen sowie das Abkommen über Zollerleichterung und Zollsicherheit. Einige dieser Abkommen beruhen (weitgehend oder teilweise) auf der Harmonisierung oder der Anerkennung der Gleichwertigkeit der Vorschriften zwischen der Schweiz und der EU (Abkommen über Zollerleichterungen und Zollsicherheit von 2009, gewisse Sektoren des Agrarabkommens, darunter der Anhang «Veterinärabkommen», und gewisse Sektoren des MRA) und können daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht in ihrer Gesamtheit repliziert werden.

Die Konsequenzen der einzelnen möglichen Szenarien für die Wirtschafsakteure werden im folgenden Dokument ausführlich behandelt: Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich nach dem «Brexit» (Stand Oktober 2019) (PDF, 262 kB, 31.10.2019).

Neben dem Handelsabkommen hat die Schweiz im Rahmen der Mind the gap-Strategie mit dem Vereinigten Königreich ein Luftverkehrsabkommen, ein Versicherungsabkommen, ein Strassenverkehrsabkommen, ein Abkommen über die Rechte der Bürgerinnen und Bürger sowie ein befristetes Abkommen über die gegenseitige Zulassung von natürlichen Personen zu den jeweiligen Arbeitsmärkten mit dem Vereinigten Königreich abgeschlossen. Weiterführende Informationen dazu finden Sie unter:

Beziehungen Schweiz-UK nach dem Brexit

Texte des am 11. Februar 2019 zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich unterzeichneten Abkommen

Text des zwischen dem SECO und dem Department for International Trade unterzeichneten Memorandum of Understanding

Letzte Änderung 31.10.2019

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