Brexit

Das Vereinigte Königreich ist wirtschaftlich ein wichtiger Partner der Schweiz. Das Vereinigte Königreich war 2017 der sechstwichtigste Absatzmarkt für Schweizer Warenexporte (11,4 Mrd. CHF) und der achtgrösste Herkunftsmarkt für Warenimporte (6 Mrd. CHF). Die Beziehungen Schweiz – Vereinigtes Königreich basieren zum heutigen Zeitpunkt massgeblich auf den bilateralen Abkommen mit der Europäischen Union (EU), die nach dem EU-Austritt (allenfalls nach Ablauf einer Übergangsperiode) nicht mehr auf das Vereinigte Königreich anwendbar sein werden. Die Schweiz will im Verhältnis mit dem Vereinigten Königreich die bestehenden gegenseitigen Rechte und Pflichten über den Zeitpunkt des EU-Austritts des Vereinigten Königreis hinaus so weit als möglich sicherstellen und allenfalls ausbauen (Strategie «Mind the Gap»).

Das zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU ausgehandelte Austrittsabkommen («Withdrawal Agreement») sieht eine Übergangsphase vor, die vom 29. März 2019 bis mindestens zum 31. Dezember 2020 dauern würde («Deal»-Szenario»). Während dieser Übergangsphase wäre das Vereinigte Königreich weiterhin Teil des europäischen Binnenmarktes und der Zollunion. Die Bestimmungen aus den bilateralen Abkommen Schweiz-EU wären damit auch weiterhin auf das Verhältnis zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich anwendbar, sprich zur heutigen Situation würde sich nichts ändern.

Da es nach wie vor sehr unsicher ist, ob das «Withdrawal Agreement» zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU überhaupt ratifiziert wird, ist nicht auszuschliessen, dass die Übergangsphase gar nicht zustande kommt und das UK am 29. März 2019 «ungeordnet» aus der EU austritt («No-Deal»). Die Schweiz und das Vereinigte Königreich führten Gespräche darüber, wie in beiden Fällen die gegenseitigen Rechte und Pflichten auf bilateraler Ebene soweit wie möglich weitergeführt werden können.

Die Schweiz hat mit dem Vereinigten Königreich den Text eines Handelsabkommens vorbereitet, das der Bundesrat am 14. Dezember 2018 verabschiedet hat. Damit wurden die zukünftigen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern vorbereitet, sowohl für die Variante eines ungeordneten Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU am 29. März 2019 (im Falle eines «No Deal») wie auch für die Variante eines «Deal», nach Abschluss der Übergangsphase. Die Konsequenzen der einzelnen möglichen Szenarien für die Wirtschafsakteure werden im folgenden Dokument ausführlich behandelt: Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich nach dem «Brexit» (Stand 14.12.2018) (2018, 337 kB, 14.12.2018).

Diese Informationsnotiz deckt folgende Bereiche ab:

  • Freihandelsabkommen Schweiz–EU
  • Ursprungsregeln (Protokoll Nr. 3 Freihandelsabkommen Schweiz–EU)
  • Abkommen über Zollerleichterungen und Zollsicherheit
  • Abkommen zur Bekämpfung von Betrug
  • Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen (MRA)
  • Agrarabkommen
  • Agrarabkommen Anhang 11 («Veterinärabkommen»)
  • Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen
     

Letzte Änderung 14.12.2018

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