TFS Jahresveranstaltung 2020

Der Schweizer Tourismus in der Corona-Krise

Grosse Betroffenheit der Tourismusbranche

Der Tourismussektor ist von der COVID-19-Pandemie unmittelbar und stark betroffen. Im Schweizer Tourismus ist während des Lockdowns ein Nachfragerückgang von 80 bis 95 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten gewesen. Insgesamt ist für das ganze Jahr 2020 von einem Nachfragerückgang von knapp einem Drittel auszugehen. Eine allmähliche Erholung ist erst 2021 zu erwarten und eine gänzliche Normalisierung der Nachfrage- und Umsatzentwicklung dürfte, insbesondere im internationalen Tourismus, erst im Jahr 2022 erreicht werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Tourismusunternehmen einem starken Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind und mit kleinen Margen operieren. Die Bewältigung der Krise wird für sie deshalb zu einer besonders grossen Herausforderung. Der Tourismus dürfte somit zu den Branchen gehören, die am längsten von den Folgen der Corona-Krise betroffen sein werden.

Die Krise schrittweise bewältigen

Von den bisher beschlossenen allgemeinen Massnahmen des Bundesrates – insbesondere von den Liquiditätshilfen und der Kurzarbeit – kann auch der Tourismus wesentlich profitieren. Sie helfen mit, das kurzfristige Überleben der touristischen Unternehmen zu sichern, was in der Zeit des Lockdowns oberste Priorität hatte. Darüber hinaus wurden für den Tourismus spezifische Massnahmen bei der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit SGH und der neuen Regionalpolitik NRP beschlossen. Nach der nun erfolgten schrittweisen Lockerung des Lockdowns arbeitet der Tourismussektor mit Schutzkonzepten, welche das Umsatzpotenzial - z.B. aufgrund von Personenbeschränkungen - teilweise deutlich einschränken. Als zusätzliche Stabilisierungsmassnahme hat das Eidgenössische Parlament in der ausserordentlichen Session am 6. Mai 2020 einen Betrag von CHF 40 Mio. für die gezielte Nachfrageförderung durch ST sowie für die finanzielle Entlastung der Tourismuspartner von ST gesprochen. Der darauf basierende Recovery Plan 2020-2021 von Schweiz Tourismus wird wesentlich zur Bewältigung der Corona-Krise und zur Wiederbelebung des Schweizer Tourismus beitragen.

Eine gemeinsame Zukunftsperspektive

Die Bewältigung der Corona-Krise wird trotz ersten Lichtblicken eine grosse Herausforderung für den Tourismussektor bleiben. Das SECO wird auch weiterhin die touristischen Akteure darin unterstützen. Das Tourismus Forum Schweiz TFS leistet hierbei einen wichtigen Beitrag. Mit dem TFS bietet das SECO eine Dialog- und Koordinationsplattform für die Tourismuspolitik, die es ermöglicht, Herausforderungen kooperativ und zielgerichtet anzugehen.

Ausblick Jahresveranstaltung 2020

Als Herzstück des TFS bietet die Jahresveranstaltung die Möglichkeit, Erfahrungen und Wissen zu aktuellen tourismusrelevanten Themen auszutauschen. In diesem Jahr war das Schwerpunktthema «Nachhaltigkeit im Tourismus» vorgesehen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um COVID-19 steckt der Tourismussektor derzeit jedoch unerwartet in einer ernsthaften akuten Krise. Deshalb wollen wir an der diesjährigen Jahresveranstaltung vom 12. November 2020 gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Tourismuswirtschaft, der Kantone und der Bundesverwaltung die folgende Frage diskutieren: «Wie kann der Schweizer Tourismus gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen?»

Die Nachhaltigkeit wird dabei aber nicht aussenvorgelassen. So wird an der Veranstaltung auch thematisiert, inwiefern die Corona-Krise eine Chance für mehr Nachhaltigkeit im Tourismus darstellt und wie die Schweiz sich im In- und Ausland als nachhaltige Tourismusdestination positionieren kann.

Das SECO prüft derzeit Optionen für das Format der diesjährigen Jahresveranstaltung sowie den weiteren Ausbau der TFS Plattform.  

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Letzte Änderung 25.06.2020

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