Vereinbarkeit

Familiäre Verpflichtungen wie die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen führen in der Regel zu einer Erwerbsreduktion und teilweise zu einem Erwerbsverzicht. Dadurch liegen wichtige Fachkräftepotenziale brach. Diese Effekte auf die Erwerbsbeteiligung betreffen im aktuellen gesellschaftlichen Umfeld insbesondere Frauen.

Bei gut bis sehr gut qualifizierten Frauen spielt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine besondere Rolle, da die Erwerbsbeteiligung nicht an fehlenden Qualifikationen scheitert. Sie scheitert eher an ungeeignete Arbeitsbedingungen für eine Weiterbeschäftigung, einem mangelnden Angebot familienergänzender Betreuungsplätze oder an negativen Erwerbsanreizen. Letztere können sich unter anderem durch hohe Kosten für die externe Kinderbetreuung oder auch durch die Steuerprogression ergeben. So lohnt sich die Erhöhung des Zweitpensums für Familienhaushalte nicht, wenn das erzielte Mehreinkommen tiefer liegt als die Mehrkosten aufgrund der benötigten Kinderbetreuung und der höheren Steuern.

Zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf richtet sich der Fokus der Fachkräftepolitik deshalb hauptsächlich auf den Ausbau eines qualitativ guten familienergänzenden Angebots an Kinderbetreuung, die Förderung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen in den Unternehmen und die Beseitigung von negativen finanziellen Anreizen im Steuersystem.


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Letzte Änderung 21.02.2022

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