Personen aus dem Asylbereich

Grundsätzliches

Bewilligungspflicht

Die vorliegende Rubrik handelt von Personen aus dem Asylbereich, welche sich in der Schweiz aufhalten. Die Erwerbstätigkeit solcher Personen ist bewilligungspflichtig. In den untenstehenden Abschnitten finden sich nähere Informationen zu den Bewilligungsvoraussetzungen für die einzelnen Personenkategorien.

Bewilligungsbehörde

Ein Gesuch um Arbeitsbewilligung ist bei der Arbeitsmarktbehörde desjenigen Kantons einzureichen, in welchem die Ausübung der Erwerbstätigkeit beabsichtigt ist. Für Personen aus dem Asylbereich, welche in anderen Staaten über ein Aufenthaltsrecht verfügen, gelten die allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen für Nicht-EU/EFTA-Staatsangehörige.  


In der Schweiz anerkannte Flüchtlinge (Ausweis B) und vorläufig aufgenommene Flüchtlinge (Ausweis F)

Anspruch auf Bewilligung

In der Schweiz anerkannte Flüchtlinge (Ausweis B) und vorläufig aufgenommene Flüchtlinge (Ausweis F) haben Anspruch auf die Bewilligung einer selbständigen oder unselbständigen Erwerbstätigkeit.  


Personen mit Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen (Ausweis B)

Möglichkeit zur Erteilung einer Bewilligung bei Einhaltung der orts- und branchenüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen

Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen kann eine Erwerbstätigkeit bewilligt werden, wenn die orts- und branchenüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden.

Voraussetzungen für die Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit

Um einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen zu können, müssen die betrieblichen und finanziellen Voraussetzungen gemäss Art. 19 Bst. b AuG gegeben sein.  


Vorläufig Aufgenommene (Ausweis F) ohne Flüchtlingseigenschaft

Erleichterte Voraussetzungen aber kein Anspruch auf Bewilligung

Vorläufig Aufgenommene ohne Flüchtlingseigenschaft können unabhängig von der Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage zur Erwerbstätigkeit zugelassen werden. Ein Anspruch auf die Erteilung einer Arbeitsbewilligung besteht jedoch nicht. Die kantonale Arbeitsmarktbehörde prüft auf Gesuch hin die Lohn- und Arbeitsbedingungen.

Voraussetzungen für die Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit

Bei der selbstständigen Erwerbstätigkeit müssen zusätzlich zur Gesuchseinreichung die notwendigen finanziellen und betrieblichen Voraussetzungen gemäss Art. 19 Bst. b AuG erfüllt sein.  


Schutzbedürftige (Ausweis S)

Wartefrist während den ersten drei Monaten, danach Möglichkeit der Bewilligung

Während den ersten drei Monaten nach Einreise in die Schweiz dürfen Schutzbedürftige keine Erwerbstätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt ausüben. Nach Ablauf dieser Frist können sie unabhängig von der Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage zur Erwerbstätigkeit zugelassen werden. Ein Anspruch auf die Erteilung einer Arbeitsbewilligung besteht jedoch nicht. Die kantonale Arbeitsmarktbehörde prüft auf Gesuch hin die Lohn- und Arbeitsbedingungen.

Beschäftigungsprogramme

Für die Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen besteht keine Wartefrist.  


Asylsuchende (Ausweis N)

Wartefrist während der ersten drei Monate

Während den ersten drei Monaten nach Einreise in die Schweiz dürfen Asylsuchende keine Erwerbstätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt ausüben. Ergeht in dieser Frist erstinstanzlich ein negativer Asylentscheid, kann der Kanton diese Frist um weitere drei Monate verlängern.

Beschäftigungsprogramme

Für die Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen besteht keine Wartefrist.

Vorübergehende Erwerbstätigkeit

Eine vorübergehende Erwerbstätigkeit kann nach der Wartefrist den Asylsuchenenden bewilligt werden, wenn es die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage erlauben, sowie die Lohn- und Arbeitsbedingungen und der Vorrang eingehalten werden.

Grundsätze bei Hängigkeit des Asylantrags

Die Erwerbstätigkeit und die Integration von Asylsuchenden in den schweizerischen Arbeitsmarkt ist nicht das primäre Ziel ihres Aufenthalts, solange der definitive Ausgang des Verfahrens noch offen steht. Die Bewilligung einer Erwerbstätigkeit darf den Vollzug der Wegweisung nach negativem Asylentscheid nicht behindern.  


Letzte Änderung 12.12.2017

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