Selbständigerwerbende der EU-27/EFTA

Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit in der Schweiz

Pflicht zu Gesuch um Anerkennung als Selbständigerwerbender

Innert 14 Tagen nach der Einreise und vor Aufnahme der Erwerbstätigkeit müssen sich selbstständig Erwerbstätige mit Nationalität eines EU-27/EFTA-Staates bei der Wohngemeinde anmelden und bei der kantonalen Arbeits- oder Migrationsbehörde eine Aufenthaltsbewilligung zur selbstständigen Erwerbstätigkeit beantragen. Eine gültige Identitätskarte (oder Pass) sowie Dokumente zum Nachweis der gegebenen Voraussetzungen für eine effektive Selbstständigkeit (Startkapital, evtl. Eintrag Handelsregister, etc.) müssen vorgelegt werden. Die Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit darf erst nach erfolgreicher Gesuchsprüfung/Erteilung der Bewilligung aufgenommen werden. Die kantonalen Migrationsbehörden erteilen Ihnen diesbezüglich detaillierte Auskünfte.

Befristete Wiedereinführung von Höchstzahlen für Staatsangehörige der EU-2

Seit dem 1. Juni 2017 sind die Aufenthaltsbewilligungen B EU/EFTA (Aufenthaltsbewilligungen von fünf Jahren Dauer) für Arbeitnehmende aus Bulgarien und Rumänien wieder kontingentiert. Dies hat der Bundesrat am 10. Mai 2017 entschieden und macht von der im Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch. Die Massnahme gilt für ein Jahr. Davon betroffen sind Personen aus EU-2-Staaten, die über einen Arbeitsvertrag in der Schweiz mit überjähriger oder unbefristeter Dauer verfügen oder sich als selbständig Erwerbstätige in der Schweiz niederlassen.


Grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung

Dienstleistungserbringung bis 90 Tage pro Kalenderjahr

Branchen mit Meldepflicht ab dem ersten Arbeitstag

Die grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung von Selbständigerwerbenden der EU-27/EFTA in der Schweiz bis 90 Tage pro Kalenderjahr ist in den folgenden Branchen ab dem ersten Tag meldepflichtig:

  • Bauhauptgewerbe (Hoch- und Tiefbau)
  • Baunebengewerbe
  • Hotel- und Gastgewerbe
  • Reinigungsgewerbe in Industrie oder Haushalten
  • Bewachungs- und Sicherheitsdienst
  • Gewerbe der Reisenden (Ausnahme: Schausteller und Zirkusbetreiber)
  • Erotikgewerbe.

Übrige Branchen: Meldepflicht bei Arbeit über 8 Tage

Die Dienstleistungserbringung in den übrigen Branchen ist meldepflichtig, wenn sie mehr als 8 Tage pro Kalenderjahr dauert. Massgebend ist die effektive Dauer. Nicht entscheidend ist, ob die Arbeit ununterbrochen oder tageweise geleistet wird. Für Arbeiten bis 8 Tage in den übrigen Branchen besteht weder eine Melde- noch eine Bewilligungspflicht.

Grundsatz der 8-tägigen Meldefrist und Ausnahmen

Die Arbeit darf grundsätzlich frühestens 8 Tage, nachdem der Einsatz gemeldet worden ist, aufgenommen werden. In Notfällen, wie Reparaturen, Unfällen, Naturkatastrophen oder anderen nicht vorhersehbaren Ereignissen, kann die Arbeit ausnahmsweise vor Ablauf der achttägigen Frist beginnen, frühestens jedoch am Tag der Meldung.

Dienstleistungserbringung über 90 Tage pro Kalenderjahr

Bewilligungspflicht

Die grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung von Selbständigerwerbenden der EU-27/EFTA in der Schweiz für eine Dauer von über 90 Tagen pro Kalenderjahr ist bewilligungspflichtig.


Letzte Änderung 13.12.2017

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