Unfallversicherung

Voraussetzungen für Melde- und Beitragspflicht

Die einzelnen Voraussetzungen der Melde- und Beitragspflicht

Eine Pflicht der Arbeitgebenden zur Meldung eines Arbeitsverhältnisses gegenüber der Unfallversicherung zum Abschluss einer Unfallversicherung für den Arbeitnehmer besteht unter folgenden Voraussetzungen:

1. Unselbständige Erwerbstätigkeit

2. Unterstellung des Arbeitnehmers unter das schweizerische Sozialversicherungssystem

3.1 Anstellung in einem Privathaushalt, bei Tanz- und Theaterproduzenten, Orchestern, Phono- und Audiovisionsproduzenten, Radio und Fernsehen sowie an Schulen im künstlerischen Bereich

Diesfalls besteht eine Meldepflicht ab dem ersten Lohnfranken.

oder

3.2 Betrieb mit mindestens einem Arbeitnehmer mit einem Entgelt über Fr. 2'300.-

Beschäftigt der Arbeitgeber ausserhalb der Fälle gemäss Ziff. 3.1 (Anstellungen in Privathaushalten oder im künstlerischen Bereich) ausschliesslich Arbeitnehmer mit einem Entgelt von höchstens Fr. 2'300.- pro Jahr, so besteht keine Prämienpflicht. Bei einem Unfall, schulden Arbeitgebende für derartige Arbeitnehmende eine Ersatzprämie für maximal die letzten 5 Jahre. Alternativ haben jedoch auch solche Arbeitgebende, die Möglichkeit, ihre Arbeitnehmenden bei der Unfallversicherung zu melden und die Prämien laufend zu bezahlen mit der Folge, dass bei Unfall keine Pflicht zur Leistung von Ersatzprämien besteht.


Meldung und Prämienerhebung

Zuständigkeit

Die Unfallversicherung ist für bestimmte Arbeitnehmende von Gesetzes wegen mit der SUVA, für die anderen Arbeitnehmenden mit einem privaten Versicherer abzuschliessen.

Anmeldung beim vereinfachten Abrechnungsverfahren

Bei Anmeldung für das vereinfachte Abrechnungsverfahren reicht es aus, wenn der Arbeitgeber den Namen des gewünschten Unfallversicherers auf dem Anmeldeformular für das vereinfachte Abrechnungsverfahren vermerkt, welches er der Ausgleichskasse zustellt. Nähere Informationen hierzu finden sich in der Rubrik «Das vereinfachte Abrechnungsverfahren» oder «Private Arbeitgebende, Vorgehen Schritt für Schritt».

Berufsunfallversicherung - Nichtberufsunfallversicherung

Der Arbeitnehmer ist primär gegen das Risiko von Berufsunfällen zu versichern. Wird er für durchschnittlich 8 oder mehr Stunden pro Woche angestellt, ist zudem eine Nichtberufsunfallversicherung für ihn abzuschliessen.

Höhe der Prämien

Die Höhe der Prämien werden für die verschiedenen Berufsgruppen je nach Unfallrisiko berechnet und in Promille der Lohnsumme erhoben. Branchen mit hohem Unfallrisiko bezahlen daher gemessen an den Lohnsummen höhere Prämien als solche mit niedrigem Risiko.

Finanzierung der Prämien

Die Prämien für die Berufsunfallversicherung sind vom Arbeitgeber, die Prämien für die Nichtberufsunfallversicherung vom Arbeitnehmer zu tragen. Sämtliche Prämien werden vom Arbeitgeber bezogen. Der Arbeitgeber belastet dem Arbeitnehmer die Prämien für die Nichtberufsunfallversicherung durch Vornahme eines entsprechenden Lohnabzugs. Die Parteien können vereinbaren, dass der Arbeitgeber auch die Prämie für die Nichtberufsunfallversicherung trägt.

Art der Prämienleistung und Schlussabrechnung

Die Prämienbeiträge werden während des Jahres in Form von Akontozahlungen (vorläufige Teilzahlungen) geleistet. Die Höhe der Akontozahlungen wird aufgrund der voraussichtlichen Jahreslohnsumme festgesetzt. Die Abrechnung über die effektiv ausbezahlte Lohnsumme erfolgt bis zum Ende des ersten Monats nach Ablauf des massgebenden Kalender- oder Versicherungsjahrs.


Die einzelnen Meldepflichten

Im Bereich der Unfallversicherung bestehen im Einzelnen folgende Meldepflichten:

  • Meldung Eröffnung bzw. Einstellung eines Betriebes bei der SUVA
    Sind die Arbeitnehmenden der SUVA unterstellt, muss der Arbeitgeber die Eröffnung oder die Einstellung seines Betriebs innert 14 Tagen der SUVA melden. Nicht der SUVA unterstellt sind private Haushaltsangestellte.

    Im Einzelnen sind die Arbeitnehmenden folgender Betriebe der SUVA unterstellt:
  1. Industrielle Betriebe
  2. Betriebe des Bau- und Installationsgewerbes sowie des Leitungsbaus
  3. Betriebe, die Bestandteile der Erdrinde gewinnen oder aufbereiten
  4. Forstbetriebe
  5. Betriebe, die Metall, Holz, Kork, Kunststoffe, Stein oder Glas maschinell bearbeiten sowie Giessereien
  6. Betriebe, in denen feuer- oder explosionsgefährliche Stoffe oder Stoffe, die Berufskrankheiten hervorrufen können erzeugt, im Grossen verwendet oder im Grossen gelagert werden
  7. Verkehrs- und Transportbetriebe sowie Betriebe mit unmittelbarem Anschluss an das Transportgewerbe
  8. Handelsbetriebe, die mit Hilfe von Maschinen schwere Ware in grosser Menge lagern
  9. Schlachthäuser mit maschinellen Einrichtungen
  10. Betriebe der Getränkefabrikation
  11. Betriebe der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung sowie der Kehrichtbeseitigung und Abwasserreinigung
  12. Betriebe für technische Vorbereitung, Leitung oder Überwachung von Arbeiten nach Ziffer 2-11
  13. Lehr- und Invalidenwerkstätten
  14. Betriebe, die temporäre Arbeitskräfte zur Verfügung stellen
  15. Bundesverwaltung, Bundesbetriebe und Bundesanstalten
  16. Zweige öffentlicher Verwaltungen von Kantonen, Gemeinden und öffentlich-rechtlicher Körperschaften, die Arbeiten nach Ziffer 2-12 ausführen.
  • Abschluss einer Versicherung für alle übrigen Arbeitnehmenden
    Beschäftigt der Arbeitgeber Arbeitnehmende, für deren Versicherung nicht die SUVA zuständig ist, sind diese Arbeitnehmenden bei einem privaten Versicherer zu versichern. Als Versicherer kommen private Versicherungsunternehmen, öffentliche Unfallversicherungskassen oder Krankenkassen in Betracht. Das Bundesamt für Gesundheit führt eine Liste aller registrierten Unfallversicherer (Rubrik «Adressen Unfallversicherer»).
  • Arbeitnehmende, die mindestens 8 Stunden pro Woche beschäftigt werden, sind auch gegen Nichtberufsunfall zu versichern. Die Prämie wird beim Arbeitgeber bezogen, ist jedoch vom Arbeitnehmer zu tragen, sofern der Arbeitgeber diese nicht freiwillig oder aufgrund vertraglicher Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer übernimmt. Sind die Prämien vom Arbeitnehmer zu tragen, zieht der Arbeitgeber den Betrag vom Lohn des Arbeitnehmers ab.

  • Meldung von Wechsel des Inhabers des Betriebs
    Findet ein Inhaberwechsel statt, so muss der neue Inhaber des Betriebes dies dem bisherigen Versicherer innert 14 Tagen melden.

  • Meldung der massgebenden Löhne
    Der Arbeitgeber muss nach Ablauf des Rechnungsjahres dem Versicherer die definitive Lohnsumme melden. Die Frist zur Meldung wird vom Versicherer festgesetzt.  

Adressen Unfallversicherer


Letzte Änderung 07.12.2017

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