Wirtschaft und Menschenrechte

Als Partei der wichtigsten internationalen Menschenrechtsübereinkommen hat die Schweiz die völkerrechtliche Pflicht, Menschenrechte auch vor Einwirkungen Dritter, inkl. Unternehmen, zu schützen. Sie nimmt diese Pflicht wahr und erstattet den zuständigen Vertragsorganen regelmässig Bericht über die Umsetzung der entsprechenden Übereinkommen (z.B. im Rahmen der Berichte zur Umsetzung des UNO-Pakts I).

Insbesondere im Zusammenhang mit der Tätigkeit multinationaler Unternehmen wurde in den letzten Jahren eine aktive Diskussion um die Rolle von Staaten und Unternehmen bei der Verhinderung und Wiedergutmachung von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen geführt. So hat die Schweiz etwa die Arbeiten des UNO-Sonderbeauftragten für Wirtschaft und Menschenrechte, Professor John Ruggie, finanziell und personell unterstützt. Diese Arbeiten, die er in enger Konsultation mit Staaten, Vertretern der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft geführt hat, haben in den UNO-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte resultiert. Der UNO-Menschenrechtsrat hat diese Leitlinien im Juni 2011 im Konsens gutgeheissen und sie haben sich seit ihrer Verabschiedung zu einer wichtigen Referenz im Themenbereich Wirtschaft und Menschenrechte entwickelt.

Die Leitlinien basieren auf drei Pfeilern:

  • sie zeigen auf, wie Staaten ihrer völkerrechtlichen Pflicht, Menschenrechte vor Einwirkungen Dritter, inkl. Unternehmen, zu schützen, nachkommen können,
  • Sie legen dar, wie Unternehmen ihrer Verantwortung, Menschenrechte zu respektieren, gerecht werden können und
  • Sie betonen die zentrale Bedeutung der Bereitstellung von gerichtlichen und aussergerichtlichen Massnahmen zur Abhilfe und Wiedergutmachung von Menschenrechtsverletzungen.

Gemeinsam mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten und anderen interessierten Diensten der Bundesverwaltung verfolgt das SECO die Arbeiten auf internationaler Ebene zu diesem Thema mit und koordiniert die Umsetzung der UNO-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte auf nationaler Ebene. Die zuständigen Dienste pflegen dazu regelmässig den Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern der wichtigsten Anspruchsgruppen aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft.

Neben den Aktivitäten im Zusammenhang mit den UNO-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte engagiert sich DAIN auch im Rahmen anderer Aktivitäten im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR) und ist Mitglied des Nationalen Kontaktpunkts der Schweiz für die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen.

Letzte Änderung 23.03.2017

Zum Seitenanfang

https://www.seco.admin.ch/content/seco/de/home/Arbeit/Internationale_Arbeitsfragen/Wirtschaft_und_Menschenrechte.html