Corporate Social Responsibility (CSR)

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Die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR) bezieht sich auf die Auswirkungen der unternehmerischen Tätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt. Der Bund versteht CSR als Beitrag der Unternehmen zur nachhaltigen Entwicklung.

CSR umfasst ein breites Spektrum von Themen, die bei der Unternehmensführung zu beachten sind. Dazu gehören u.a. die Arbeitsbedingungen (inkl. Gesundheitsschutz), Menschenrechte, Umwelt, Korruptionsprävention, fairer Wettbewerb, Verbraucherinteressen, Steuern und Transparenz. Die Umsetzung der CSR erfordert die Berücksichtigung der Interessen der Anspruchsgruppen (z.B. Aktionäre, Arbeitnehmende, Konsumierende, lokale Gemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen).

CSR setzt die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und der sozialpartnerschaftlichen Vereinbarungen voraus. Darüber hinaus sind gesellschaftliche Erwartungen zu beachten, die über die rechtlichen Verpflichtungen hinausgehen können. Der Bund erwartet von in der Schweiz ansässigen oder tätigen Unternehmen, dass sie ihre Verantwortung gemäss den international anerkannten CSR-Standards und -Leitlinien bei ihrer gesamten Tätigkeit im In- und Ausland wahrnehmen.

Eine konsequente Umsetzung der CSR leistet einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Gleichzeitig kann sie sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auswirken.

In der Schweiz werden verschiedene Begriffe für CSR verwendet. Unternehmen benützen z.B. Corporate Social Responsibility (CSR), Corporate Responsibility (CR), verantwortungsvolle Unternehmensführung (Responsible Business Conduct) oder Unternehmensnachhaltigkeit.

Referate anlässlich des Workshops Unternehmensverantwortung im Finanzsektor managen vom 7. Juni 2021


CSR-Positionspapier und Aktionsplan des Bundesrates

Der Bundesrat hat am 15. Januar 2020 den revidierten CSR-Aktionsplan 2020-2023 verabschiedet. Damit bestätigt er sein Engagement für die verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Der Bundesrat hat am 1. April 2015 ein Positionspapier und Aktionsplan zur gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen verabschiedet. Dieses wurde in einem interdepartementalen Prozess unter der Leitung des SECO und gestützt auf eine Konsultation der Interessengruppen erarbeitet. Es verfolgt zwei Hauptziele: 1. Information der Unternehmen und deren Anspruchsgruppen über die Ziele und Erwartungen des Bundes in Bezug auf die CSR; 2. Verschaffung eines Überblicks über aktuelle und künftige CSR-Aktivitäten auf Bundesebene.


Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sorgfaltsprüfung betr. Konfliktmineralien und Kinderarbeit

Am 29. November 2020 wurde die eidgenössische Volksinitiative «Für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt» abgelehnt. Damit gelangt der indirekte Gegenvorschlag des Parlaments zur Anwendung, der folgende neue Bestimmungen im Obligationenrecht für Unternehmen vorsieht:

  • ­Pflicht zur Berichterstattung über nichtfinanzielle Belange: Grosse Publikumsgesellschaften und Finanzinstitute2 müssen ähnlich wie in der EU-Richtlinie 2014/95/EU über Umwelt- und Arbeitnehmerbelange, Menschenrechte sowie die Bekämpfung der Korruption berichten. Dazu gehört die Berichterstattung über die wesentlichen Risiken, die Massnahmen und deren Wirksamkeit oder die Begründung, weshalb kein solches Konzept verfolgt wird (sog. comply or explain-Konzept). Stützt sich der Bericht auf nationale, europäische oder internationale Regelwerke wie die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen so sind diese im Bericht zu nennen. Der Bericht bedarf der Genehmigung durch das oberste Leitungs- oder Verwaltungsorgan sowie des für die Genehmigung der Jahresrechnung zuständigen Organs.
  • ­Pflicht zur Sorgfaltsprüfung und Berichterstattung betr. Konfliktmineralien und Kinderarbeit: Ähnlich wie in der EU-Verordnung (EU)2017/821 wird eine Pflicht zur Sorgfaltsprüfung und Berichterstattung für Unternehmen eingeführt, die Mineralien oder Metalle bestehend aus Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold aus Konflikt- und Hochrisikogebieten in die Schweiz importieren oder hier bearbeiten. Dasselbe gilt für Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, für die ein begründeter Verdacht besteht, dass sie unter Einsatz von Kinderarbeit hergestellt oder erbracht wurden. Sie müssen die Risiken ermitteln und Massnahmen zu deren Minimierung treffen. Die Erfüllung der Sorgfaltspflichten betreffend Konfliktmineralien soll gestützt u.a. auf den OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten erfolgen und muss durch eine externe Fachperson überprüft werden.

Gemäss Obligationenrecht finden die Bestimmungen zur Berichterstattung über nichtfinanzielle Belange sowie zur Sorgfaltspflicht und Berichterstattung bezüglich Konfliktmineralien und Kinderarbeit erstmals Anwendung auf das Geschäftsjahr, das ein Jahr nach Inkrafttreten der neuen Bestimmungen beginnt. Mit Blick auf das Inkrafttreten der Bestimmungen zur Sorgfaltspflicht und Berichterstattung betreffend Mineralien und Metallen aus Konfliktgebieten und Kinderarbeit muss der Bundesrat Ausführungsbestimmungen erarbeiten.



Bestandaufnahme der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

Die OECD-Leitsätze legen die Erwartungen von 50 Regierungen an Unternehmen in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umweltaspekte, die Vermeidung der Bestechung, Verbraucherinteressen sowie Offenlegung von Informationen, Wissens- und Technologietransfer, Wettbewerb und Besteuerung dar. Der Zweck der Bestandaufnahme ist es, die wichtigsten Entwicklungen, Errungenschaften und Herausforderungen im Zusammenhang mit den Leitsätzen und ihrem einzigartigen Beschwerdemechanismus, den Nationalen Kontaktpunkten, zu berücksichtigen.

Die OECD führte eine öffentliche Konsultation durch, um allen Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ihre Ansichten und Erfahrungen einzubringen. Gestützt auf die Bestandsaufnahme werden Möglichkeiten geprüft werden, um die Bedeutung und Wirksamkeit der Leitsätze bei der Förderung der verantwortungsvollen Unternehmensführung sicherzustellen.


COVID-19 und verantwortungsvolle Unternehmensführung

COVID-19 wirkt sich auf Unternehmen und die Gesellschaft aus, z.B. auf den Erhalt der Gesundheit und Lebensgrundlage. Wie kann verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln kurz- und langfristig zur Bewältigung der Krise beitragen? Gute Beispiele wie eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Lieferketten oder eine gerechte Verteilung des Nutzens von Konjunkturmassnahmen finden Sie in folgenen Dokumenten:


Digitalisierung und verantwortungsvolle Unternehmensführung

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die verantwortungsvolle Unternehmensführung sind vielfältig. So können beispielsweise neue digitale Instrumente verantwortungsbewusstes Handeln stärken, insbesondere das Management einer verantwortungsvollen Lieferkette (z.B. Blockchain-Technologie zur Analyse der Risiken in Lieferketten, maschinelles Lernen). Gleichzeitig kann der digitale Wandel auch dazu führen, dass Unternehmen auf neue Weise soziale und ökologische Schäden verursachen oder dazu beitragen (z.B. Risiko der Diskriminierung bei der Nutzung künstlicher Intelligenz und Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit Überwachungstechnologien und dem Missbrauch von Internetplattformen). Die OECD diesbezüglich folgende Instrumente veröffentlicht:

Digitalisierung und verantwortungsvolle Unternehmensführung - Bestandesaufnahme der Massnahmen und Initiativen (PDF, 4 MB, 18.08.2021)

Gibt es eine Rolle für Blockchains in der verantwortungsvollen Unternehmensführung? (PDF, 2 MB, 03.12.2019)

Künstliche Intelligenz und verantwortungsvolle Unternehmensführung (PDF, 2 MB, 03.12.2019)

Internettplattformen und verantwortungsvolle Unternehmensführung (PDF, 2 MB, 03.12.2019)


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Letzte Änderung 17.09.2021

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