Stellungnahmen zu Medienbeiträgen

Die Aussagen im Video und im Beitrag von Radio SRF Virus «Dual Use: Schweizer Exporte im Schatten der Kriegsindustrie» vom 21. Februar 2018 sind irreführend und zum Teil falsch.

Das SECO macht daher folgende Stellungnahme:

Schon der Titel «Dual Use; Schweizer Exporte im Schatten der Kriegsindustrie» setzt einen klar negativen Ton, der einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema nicht förderlich ist und stellt einen Zusammenhang zwischen Kriegsmaterial und Dual-Use Güter her, der so schlicht falsch ist.

So wird fälschlicherweise der Eindruck erweckt, es gäbe eine Kausalität zwischen der Abnahme der Ausfuhr von Kriegsmaterial und der grossen Menge von Exporten von Dual-Use Gütern. Durch die Sendung hindurch wird nicht darauf hingewiesen, dass der überaus grösste Teil der Dual-Use Güter gar keine militärische Relevanz hat, da die Güter in den Empfängerstaaten hauptsächlich im zivilen Bereich (Automobilindustrie, Handyherstellung, chemische Industrie usw.) eingesetzt werden. Das einseitige Bild, bewusst geschaffen, wird dadurch verstärkt, dass nur Flaggen kritischer Länder gezeigt werden. Das grenzt an Irreführung.

Weiter muss festgehalten werden, dass alle EU-Mitgliedstaaten wie auch die Schweiz die Unterscheidung zwischen Dual-Use Gütern und Kriegsmaterial machen. Die Schweiz kennt im Vergleich deshalb keine ausserordentliche Gesetzgebung. Im Gegenteil entspricht die Dual-Use Güterliste der EU derjenigen, die der Güterkontrollgesetzgebung (GKG) in der Schweiz zu Grund liegt. Ebenfalls unzutreffend ist, dass die Güter, die in der Schweiz als besondere militärische Güter dem GKG unterliegen, in vielen europäischen Ländern als Kriegsmaterial gelten. Der Kriegsmaterialbegriff ist im Kriegsmaterialgesetz (KMG) breit gefasst, sogar breiter als in vielen anderen europäischen Ländern.
 
Wir kritisieren den Inhalt, also die einseitige und tendenziöse Darstellung. Wir anerkennen jedoch, dass das SECO am Ende seine Stellungnahme noch absetzten konnte und dass gewisse Passagen im Begleittext auf Wunsch des SECO angepasst wurden. Da aber bereits durch die tendenziöse Anmoderation der äusserst negative Fokus gesetzt war, handelt es sich beim Video-Beitrag unseres Erachtens um Beeinflussung.


Die Aussagen im Beitrag der NZZ am Sonntag «Olympia und Fussball verfälschen das Schweizer BIP» vom 18.02.2018 sind zum Teil falsch.

Dort wird mehrfach behauptet, dass das BIP-Wachstum wegen in der Schweiz ansässige Sportverbände nicht korrekt gemessen wird.

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) nehmen wie folgt Stellung:

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) misst die in der Schweiz generierte Wertschöpfung von Unternehmen, Institutionen und Haushalten. Diese Wertschöpfung kann mit der Produktion von «physischen» Gütern, Dienstleistungen und «immateriellen» Gütern entstehen und umfasst z.B. auch Erträge auf Patenten und Lizenzen. Ist ein Wirtschaftssubjekt in der Schweiz ansässig, so sind dessen Umsätze, Vorleistungen, Beschäftigte etc. in den Wirtschaftsstatistiken der Schweiz (BIP, Beschäftigung, etc.) zu berücksichtigen. Im Fall der internationalen Sportverbände ist dies klar gegeben. Es handelt sich daher nicht um einen «Messfehler» und stellt keinesfalls eine «Verfälschung» des BIP dar.

Hingegen kann es für einige Anwendungen sinnvoll sein, die regelmässigen und vorhersehbaren Effekte von grossen Sportveranstaltungen gesondert zu behandeln. Um die konjunkturelle Interpretation zu erleichtern, ist eine Glättung der Wertschöpfung der internationalen Sportverbände (bzw. der BIP-Daten) die korrekte Vorgehensweise, analog der unterjährigen Saisonbereinigung. Dieses Vorgehen wurde in der SECO-Publikation «Konjunkturtendenzen» vom Herbst 2017 ausführlich beschrieben. In derselben Analyse wurde der Effekt auf Jahres- und Quartalsebene relativ genau quantifiziert. «Aufwändige Näherungsverfahren» sind somit nicht nötig, wie es im Artikel der NZZ am Sonntag beklagt wird.

Werden die Einnahmen der internationalen Sportverbände komplett ausgeklammert, würde eine Grösse resultieren, welche nicht mehr dem Schweizer BIP entspricht. Eine solche Vorgehensweise ist willkürlich und widerspricht den geltenden internationalen Richtlinien. Für konjunkturelle Zwecke und Interpretationen empfiehlt das SECO daher die oben erwähnte Vorgehensweise.


Die Aussagen im Artikel von La Liberté „Un retard de deux ans“ vom 11. November 2017 sind falsch (Verspätung und ungenügende IT).

Das WBF und das SECO haben daher folgendes Korrekt verlangt:

Die Stellenmeldepflicht soll am 1. Juli 2018 in Kraft gesetzt werden, sofern der Bundesrat diesem Vorschlag im Dezember zustimmt. Die für die Umsetzung der Stellenmeldepflicht notwendigen IT-Instrumente stehen zur Verfügung.

Im Rahmen der Vernehmlassung haben die Kantone gefordert, dass die Stellenmeldepflicht gestaffelt einzuführen sei und zudem ein kompetenzenbasiertes Matchingtool zur Verfügung gestellt werden müsse. Das SECO hat daher unverzüglich ein Projekt gestartet, um in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen ein solches Matchingtool zu entwickeln. Die gestaffelte Einführung der Stellenmeldepflicht (Mitte 2018 mit Schwellenwert von 8 Prozent, 2020 mit Schwellenwert von 5 Prozent) würde den Kantonen auch die notwendige Zeit verschaffen, um die Strukturen, Prozesse und Ressourcen auf die Stellenmeldepflicht auszurichten.


Letzte Änderung 16.03.2018

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