AHV/IV/EO und ALV

Voraussetzungen für Melde- und Beitragspflicht

Die einzelnen Voraussetzungen der Melde- und Beitragspflicht

Eine Meldepflicht trifft Arbeitnehmende in Bezug auf die Leistung von AHV/IV/EO und ALV-Beiträgen, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

1. Unselbständige Erwerbstätigkeit

2. Unterstellung des Arbeitnehmers unter das schweizerische Sozialversicherungssystem

3. Fehlende Beitragspflicht des Arbeitgebers

Nicht beitragspflichtig sind grundsätzlich Arbeitgeber, die in der Schweiz keine Betriebsstätte haben oder die aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarung von der Beitragspflicht ausgenommen sind. Der Beitragspflicht unterstehen jedoch Arbeitgebende im EU-/EFTA-Raum. Auskünfte zur Frage, ob eine Ausnahme aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarung besteht, erteilt die Ausgleichskasse.

4.1. Arbeitnehmer befindet sich im Alter zwischen 18 Jahren und dem ordentlichen gesetzlichen Rentenalter (bei Frauen ab dem 64., bei Männern ab dem 65. Altersjahr)

Bei Arbeitnehmenden, die im betreffenden Kalenderjahr 18 Jahre alt werden, besteht die Meldepflicht ab dem ersten Januar dieses Jahres. Keine Meldepflicht besteht in Bezug auf das Einkommen von Personen, die im betreffenden Kalenderjahr noch nicht 18 Jahre alt werden. Auch solche Arbeitnehmende sind jedoch grundsätzlich bei der Unfallversicherung zu melden.

oder

4.2 Arbeitnehmer ist Rentner (bei Frauen ab dem 64., bei Männern ab dem 65. Altersjahr) und erzielt mit seiner Erwerbstätigkeit ein Einkommen über Fr. 1'400.- pro Monat oder über Fr. 16'800.- pro Jahr

Sofern die übrigen Voraussetzungen gegeben sind, besteht eine Melde- und Beitragspflicht in Bezug auf den Fr. 1'400.- pro Monat oder Fr. 16'800.- pro Jahr übersteigenden Betrag. Auf die betreffenden Beträge sind nur AHV/IV/EO-Beiträge, nicht jedoch ALV- und BVG-Beiträge zu leisten. Zu beachten ist, dass auch arbeitnehmende Rentner unabhängig von diesen Freibeträgen gegen Unfall zu versichern sind.

5.1 Lohn über Fr. 2'300.- pro Jahr

oder

5.2 Wunsch des Arbeitnehmers zur Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge

oder

5.3 Anstellung in einem Privathaushalt, bei Tanz- und Theaterproduzenten, Orchestern, Phono- und Audiovisionsproduzenten, Radio und Fernsehen sowie an Schulen im künstlerischen Bereich

Bei Variante 5.3. besteht eine zwingende Meldepflicht ab dem ersten Lohnfranken, unabhängig von der Lohnhöhe und unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer die Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge wünscht.


Anschlusspflicht und Beitragszahlung

Anschlusspflicht

Meldepflichtige Arbeitnehmende haben sich bei der Ausgleichskasse anzuschliessen und die Höhe ihres Einkommens zu melden.

Höhe der Beitragssätze

Der Beitragssatz des Arbeitnehmers für die AHV variiert je nach Höhe des Einkommens zwischen 4,2% und 7,8%. Für die IV beträgt er 1,4% und für die EO 0,45%. Für die ALV beträgt er 2,2%, wobei auf Einkommensanteile ab Fr. 148'200.- ein Solidaritätsprozent erhoben wird.


Zuständigkeit

Sachverhalt mit Bezug zu EU/EFTA

Primäre Zuständigkeit: Massgeblichkeit einer bereits bestehenden Verbindung

Liegt ein Sachverhalt mit Bezug zur EU/EFTA vor, so ist diejenige Ausgleichskasse Ansprechpartnerin, mit welcher die zu unterstellenden Arbeitnehmenden bereits über eine Erwerbstätigkeit verbunden sind.

Subsidiäre Zuständigkeit: Wohnsitz der versicherten Person

Gibt es keine bereits bestehende Verbindung zu einer Ausgleichskasse, so ist die Ausgleichskasse am Wohnsitz der versicherten Person zuständig.

Subsidiäre Zuständigkeit: Ort der Haupttätigkeit

Fehlt ein solcher Wohnsitz in der Schweiz, übernimmt diese Aufgabe die Ausgleichskasse am Ort der Haupttätigkeit der versicherten Person.

Zuständigkeit bei Anstellung mehrerer Arbeitnehmender

Sind für einen Arbeitgeber im EU-/EFTA-Raum, der mehrere Arbeitnehmende in der Schweiz beschäftigt, verschiedene Ausgleichskassen zuständig, so wird dieser Arbeitgeber im Einvernehmen der beteiligten Kassen einer einzigen Ausgleichskasse angeschlossen und rechnet für alle Arbeitnehmenden mit dieser Kasse ab.

Sachverhalt mit Bezug zu Drittstaat

Kriterium: Wohnsitz oder Erwerbsort der Arbeitnehmenden

Zuständig für in der Schweiz tätige Arbeitnehmende ohne beitragspflichtige Arbeitgebende (z.B. wegen Sitzes des Arbeitgebers im Ausland) ist die Ausgleichskasse des Kantons ihres Wohnsitzes, beim Fehlen eines solchen, diejenige ihres Erwerbsortes.  


Adressen Ausgleichskassen


Letzte Änderung 13.12.2017

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